Hallo,
seit einem Jahr ist nichts mehr wie es einmal war und ich brauche eure Hilfe:
ich bin verheiratet, habe einen lieben Mann, zwei jugendliche Kinder und mich trotzdem unfreiwillig in einen anderen Mann verliebt. Obwohl er ursprünglich eigentlich gar nicht mein Typ und zwanzig Jahre älter war, gab es von Anfang an eine gegenseitige magnetische Anziehungskraft, die einfach unbeschreiblich war. Alles passte, wir waren uns in vielem so extrem ähnlich und ich genoss es, bei ihm zu sein. Durch ihn erst habe ich gelernt, wie tief und bedingungslos man lieben kann – er ist mein Seelenpartner, diese Nähe werde ich mit einem anderen Mann nie wieder erleben. Ich hätte ALLES gegeben, um mit ihm zusammen zu kommen.
Außer miteinander reden ist leider nie etwas passiert und wir sind NICHT zusammengekommen. Ich habe ihn jetzt sieben Wochen nicht gesehen und leide entsetzlich. Ich dachte, der Schmerz geht irgendwann vorbei und habe schon alles mögliche versucht. Mittlerweile bekomme ich Angst, niemals über ihn hinweg zu kommen.
Er hat einfach für mich entschieden, dass ich eine Scheidung meinen Kindern nicht antun könne (wäre in der Tat sehr schwer für mich, das möchte ich aber bitteschön immer noch selbst entscheiden. Außerdem sind meine Kinder bald erwachsen und bis dahin hätte man nach einer Lösung suchen können). Er hat selbst eine für ihn ungewollte Scheidung hinter sich und meinte, er würde in einer Beziehung zu einer verheirateten Frau (da ich mich ja nicht scheiden lassen könne) zugrunde gehen. Klingt vernünftig und nachvollziehbar, allerdings werde ich das Gefühl nicht los, dass eine generelle Bindungsangst aus ihm sprach und wäre ich ungebunden gewesen, hätte er wohl einen anderen Grund gefunden. Oder er hat nur mit meinen Gefühlen gespielt und wollte sich dadurch stellvertretend an seiner Exfrau rächen (die ihn wegen eines anderen Mannes verlassen hatte, was eine traumatische Erfahrung für ihn war). Vielleicht war es sogar beides.
Was mich verrückt macht ist, dass
1. Diese gegenseitige magnetische Anziehungskraft so extrem war
2. Er durch wirklich aufrichtige Zuwendung wie Komplimente (ich wäre eine Traumfrau, wunderschön, sinnlich), tiefe Blicke, Lächeln, Urlaubspläne machen, usw. immer wieder meine Gefühle noch zusätzlich geschürt hat
3. Wenn ich mich dadurch ermutigt gefühlt hatte, auf ihn zuzugehen, er mich jedesmal eiskalt und entschieden zurückgewiesen hat
4. Danach das Spiel wieder von vorne losging, obwohl ich ihn gebeten hatte, meine Gefühle nicht unnötig zu schüren, wenn er mich dann doch nicht will. Er meinte dazu, ich sei für meine Gefühle selbst verantwortlich und machte munter weiter.
Ich habe mich für ihn zum Affen gemacht, obwohl ich nicht der Typ Frau bin, der das nötig hat. Ich erkenne mich selbst nicht wieder, ich bin eine selbstbewusste, würdevolle Frau und war niemals zuvor dazu bereit, mich derart zu erniedrigen. Vielleicht lag hierin der Reiz für ihn. Irgendwann habe ich das Ganze nicht mehr ausgehalten und den Kontakt abgebrochen. Ich dachte, die Gewissheit, dass es vorbei ist, täte weniger weh, als immer wieder zu hoffen und dann doch wieder enttäuscht zu werden. Außerdem dachte ich, dass ich dann mit ihm abschließen könne. Pustekuchen! Jetzt lebe ich ständig in der Hoffnung, dass er sich eines Tages bei mir meldet.
Diese Hoffnung kommt daher, weil ich der Meinung bin, dass er mir gegenüber schon aufrichtige Gefühle hatte (wie tief diese Gefühle waren – who knows?), diese aber aus Angst vor Verletzung unterdrückte. Er meinte, er hätte sich die Gefühle mit dem Verstand ausgeredet. Ich hatte zu ihm provokativ gesagt, dass wahre Liebe aus dem Herzen kommt und man sie sich daher nicht ausreden kann. Und dass es sich dann bei ihm nicht um wahre Liebe gehandelt haben könne. Er erwiderte dazu nur kühl „kann schon sein“. Das tat sooo unendlich weh und war für mich der Auslöser zum Kontaktabbruch.
Jetzt hoffe ich, dass er mich vermisst und zu dem Punkt kommt, dass seine Gefühle lauter als sein Verstand werden und er lernt, auf sein Herz zu hören. Zum Teil tut diese Hoffnung gut, weil sie verhindert, dass ich in ein tiefes Loch falle, andererseits verhindert sie auch, dass ich mit ihm abschließen kann. Könnte ich einfach glauben, dass er NICHTS für mich empfindet und NUR mit mir gespielt hat, wäre es leichter. Dann könnte ich ihn hassen und vergessen. Aber so...
Wie schätzt ihr die Situation ein?
Vielen Dank schon mal für eure Hilfe,
LG Victoria


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Angst ich spüre Du hast, vorsichtig sein Du musst, Angst führt zu Wut, und Wut führt zu Hass.... Hass ist der Weg zur dunklen Seite....
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