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und dann kam die erkenntnis.

  1. #1
    inanna

    Standard und dann kam die erkenntnis.

    gedankenkarusselle führen mich in dieses forum. wie vermutlich schon viele vor mir. doch eines ist ein wenig anders: es sind keine Liebesschmerzen, die mich herführen. aber dennoch fühlt es sich ganz vergleichbar an.

    wir lernten uns mittlerweile, ich schätze so vor knapp zwei jahren kennen. beide waren wir emotional verstrickt und in gedanken und träumen jeweils bei menschen, die uns einerseits das herz gebrochen, es aber andererseits auch belebt haben. wir redeten viel. lachten. tauschten uns über gedanken rundum die Liebe aus. wir gaben uns tipps. stärkten uns. mit worten. mit aufmerksamkeit. wir wurden richtig gute freunde.

    und dann.

    es ist nun neun monate her kamen wir uns näher. wir verbrachten eine nacht zusammen. waren uns nah. schliefen nicht zusammen, aber lebten eine nähe, wie es freunde nicht tun.

    da waren wir nun. in dieser vollkommen neuen situation. ich mittlerweile gelöst von dem menschen, der mir ein jahr zuvor noch soviele gedanken beraubte. dieser mensch noch in einem gedanken- und vielmehrgefühlswirrwarr mit seinem gefallenem engel.

    wir waren richtig gute freunde.

    wir wollten sehen, was sich entwickelt. unser austausch war weiter gut. unsere kommunikation sexuell aufgeheizt. verbal wurde der wunsch nach nähe genannt. wenn wir ängste (er)lebten, so sprachen wir diese aus. so dachte ich. wir sprachen miteinander.

    wir waren richtig gute freunde.

    ich mag es, wenn ich lieb zu menschen sein kann. mag es, wenn menschen lieb zu mir sind. spielchen widern mich an. stoßen mich ab. und doch erwischte ich uns langsam in einen tunnel reinrutschend. in ein spiel aus ich meld mich länger nicht, als du dies tust. ich sag dir vielleicht doch nicht alles, was mich beschäftigt. mach mich geheimnisvoll. da stehen doch menschen drauf.

    wir waren richtig gute freunde.

    in dieses spielchen wollte ich mich nicht reinziehen lassen. fing an, es auszusprechen. anzusprechen. und so kam ganz schnell die entscheidung, dass mehr als freundschaft nicht drin sei.

    wir waren richtig gute freunde.

    ich reagierte emotional. wütend.

    wir waren richtig gute freunde.

    dass ich mit ihm einen so guten freund verloren hatte, wurde mir schnell bewusst. es waren wohl zwei wochen nach seiner freundschaftsansage und meiner angeknackstenegomail, dass ich den kontakt zu ihm suchte. um herauszufinden, dass er das we bei seinem gefallenen engel verbracht hatte. das verletzte mich. wirklich. und wieder reagierte ich emotional über diese information. ich kam mir. nun. ja. verar.scht vor.

    wir waren doch so gute freunde.

    und die erkenntnis war es dann auch, die mich weitere zwei wochen später wieder den kontakt zu ihm suchen ließ. denn es fehlte mir so sehr. das lachen mit ihm. die unbeschwertheit. die debatten. seine fürsorglichkeit. das gefühl, offen mit einem menschen sein zu können. das war mir soviel wichtiger, als die nun längst vergangene option, dass sich was entwickeln könnte. zwischen uns. ihm und mir.

    wir waren doch so gute freunde.

    für kurze zeit hatte ich tatsächlich das gefühl, dass wir wieder zu dem werden, was wir waren. auch wenn ich mich oft nach körperlicher nähe mit ihm sehnte, was ich ihm auch an der ein oder anderen stelle mitteilte, so war der weg zum "ich könnte mich in diesen mensch verlieben" längst versperrt. das gefühl, wir wachsen wieder zusammen, wurde schnell getrübt. er zog sich zurück. mit dem statement, er habe keine zeit. müsse viel arbeiten. hätte viel stress. zukunftsängste, was seine berufliche zukunft betrifft.

    wir waren doch so gute freunde.

    ich versuchte, ihm beizustehen. schrieb ihm mails. sms. schickte ihm päckchen, ihm die tage zu erhellen. ich versuchte ihm mut zu machen. für ihn da zu sein.

    das machen doch gute freunde.

    bis ich ende November des vergangenen jahres auf einmal so klar sah. es sah. dass ich ihm egal bin. war. längst war. dass ich es hätte schon zu beginn unseres kennenlernens sehen können, dass er keine freundschaften zu frauen hat. diese stets früher oder später in sexuell aufgeheizten stimmungen endeten. dass ich eine von vielen bin, die da war. als es gut war, dass irgendwer da war. dass sätze wie "mit wachsendem alter kommt es immer seltener vor, dass einem menschen begegnen, mit denen mensch sich so gut versteht. die muss mensch festhalten" alle nur blablubb waren. dass es stets nur dahergesagt war, er sei immer für mich da. dass alle aufrichtigkeit mit jeglicher körperlicher nähe sich verflüchtigt hatte.

    es gibt tage, an denen fehlt mir die zeit sehr, in der wir stundenlang sprachen. lachten. uns mit kritischen themen auseinandersetzten. in der wir richtig gute freunde waren. füreinander da waren. wie ich glaubte.

    und gleichzeitig bin ich so wütend auf mich. je diese nähe zugelassen zu haben. soviel glauben in diesen menschen gesetzt zu haben. geglaubt zu haben, dass er wirklich ehrlich zu mir sei. aufrichtig. mir mitteilt, was er denkt. fühlt. und wenn es was negatives ist. ich bin so wütend auf mich, dass ich nicht längst vorher erkannte, dass wenn er bei anderen menschen nicht straight sagen kann, was er will und nicht will, dass er dies auch nicht bei mir tun würde. es beliebt, einfach ausschleichen zu lassen und in ignoranz überzuwechseln.

    ich bin so wütend auf mich selbst. dass die erkenntnis, die ich längst und die ganze zeit vor augen hatte, zu spät kam. dass ich mich so in einem menschen getäuscht habe, den ich so sehr in meine gedanken ließ.

    dass ich einen freund verloren habe. der mir wirklich wichtig war.

  2. #2
    SleepingBeauty

    Standard

    liebe inanna,

    deine geschichte ist sehr traurig, und ich kann mir vorstellen, dass das ein schreckliches gefühl sein muss.
    man vertraut ja nicht jedem soviel wie das bei euch war. man braucht eine weile, um sich den menschen wirklich öffnen zu können. wenn man dann einen menschen gefunden hat, dem man blind vertraut, und dann rausfindet, wie sehr man sich in diesem menschen getäuscht hat, tut das natürlich sehr weh. wenn man feststellt, dass die person ganz anders ist, wie man es für so lange zeit geglaubt hat. es zieht einem den boden unter den füssen weg. man ist enttäuscht.
    natürlich ist es auch normal, dass man dann wütend auf sich selber ist. man ist auch von sich selber enttäuscht. weil man der person so vertraut hat, dass man sich erst mal gedacht hat, es wäre nur eine ausnahme, wenn sie sich mal daneben benommen haben. und wenn die person einem so wichtig ist, verzeiht man viel schneller...weil man sie nicht verlieren möchte. und wenn man die person dann verloren hat, und selbst wenn man weiss, dass es falsch ist, meldet man sich immer wieder. weil es zwar wehtut, mit der person kontakt zu haben, die die gefühle nicht erwidert. aber es tut noch mehr weh, wenn die person von einem tag zum nächsten ganz aus dem leben verschwunden ist.
    und natürlich ist es umso schlimmer, wenn man einen so guten freund verliert. es ist seltsam, wie sehr ein leben sich verändern kann, wenn nur eine einzige person darin fehlt.
    aber ich glaube, sich selber vorwürfe zu machen, bringt auch nichts. natürlich hätte man es vorhersehen können, so wie er sich teilweise verhalten hat. aber wer will das schon, man möchte doch immer vom Besten ausgehen und hoffen, dass alles wieder gut wird!

    Ich hoffe, dass es dir mit der Zeit leichter fällt. vielleicht braucht er ja auch jetzt nur eine weile zeit, weil er nicht weiss wie er darauf reagieren soll, dass du mehr für ihn empfindest. vielleicht kriegt ihr es ja mit der zeit hin, wenigstens wieder gute freunde zu werden. ich wünsche dir alles gute!
    liebe grüsse!

  3. #3
    askia

    Standard

    ich kann deine geschichte sehr gut nach empfinden, da ich mal das gleiche erlebt habe, nur das er mehr wollte.
    anfangs habe ich mich auch zurück gezogen und war verunsichert, wollte ihm durch evtl verhalten von mir keine hoffnungen machen.
    nach einiger zeit hat sich unsere freundschaft aber erholt und wir können heute sogar darüber lachen.

    wenn du ihm, als gute freundin, wichtig bist, wird das wieder.
    ich drücke dir die daumen.

  4. #4
    Wissenmachtah!

    Standard

    @TE

    Eine Poetin, hier im Forum. Yeppah!!
    So lass uns Mal nüchtern analysieren was geschehen ist.
    Deine Story ist einmal mehr die Untermauerung der tatsache dass echte Freundschaft zwischen Männer und Frauen nicht existieren kann.
    Weil wenn Sie wahr ist in Liebe wandelt. Hat Sie auch. Du warst aber zu voreilig.
    Jede Droge birgt ein Sucht potential. Und eine frau ist Droge für einen Mann. Aber es braucht so um die 2 Jahre um richtig süchtig zu werden.
    Angewöhnt.....
    Ein Paar Monate sind einen guten Beginn und die Zeichen waren auf grün.
    Doch dann diesen Stolz (scheusslicher Berater in eine Beziehung), diese Ausbrüche (auch scheusslich...wer will schon ne nevrostenische Mutter für seine Kinder)
    und diesen Druck voreilig einen Upgrade zur Freudnin zu wollen. Schon nach ein paar Monate Forderung nach Forderung.

    Der Fall ist klar.
    Du hast ihn viel zu früh bedroht (mit einer Beziehung). Und er ist geflüchtet.
    Du bist degradiert worden von "Busenfreundin mit Partnerpotential" zu "Defensiven Vergnügungsf*ck"!

    Wir können es unter 2 Kapitel abbuchen: wahlweise "unreife von bösen Männer" oder "ungeduld der Poetin"
    Aendern nichts and die Tatsache dass Du jetzt Dein Schmerz geniessen und für das nächste Mal daraus lernen solltest
    Geändert von flyingapi (19.01.2012 um 17:35 Uhr)
    Libenter homines id, quod volunt, credunt/Memento mori/Ifix tchen tchen

  5. #5
    inanna

    Themenautor

    Standard

    hallo ihr.

    vielen lieben dank für eure antworten. statements. meinungen. und mentalen ergüsse.

    ich glaub schlafende schönheit, du hast es am besten erfasst.

    wisst ihr, es ist die eine sache, keine romantischen gefühle für einen menschen zu hegen. doch es ist die andere, wie ich diesen menschen dann mit dieser einsicht behandel. - dass er mir gegenüber ganz offensichtlich keine romantischen gefühle hegt(e), das ist sehr verständlich. legitim. und überhaupt nicht schlimm. schließlich kam er aus einer bindung, die ihn tief gefesselt hatte. die über leichtes verliebtsein sehr hinausging. er wurde in dieser verbindung schwer verletzt und enttäuscht. und gleichzeitig fühlt(e) er sich seinem gefallenem engel ganz sicher noch sehr eng verbunden. außerdem sprechen ein bis 368 rationale gründe gegen eine romantische verbindung zwischen ihm und mir.

    was mich wirklich verletzt (hat), das ist wie er ist. zu mir. in den letzten monaten. die fehlende aufrichtigkeit. die fehlende direktheit. sich klammheimlich aus dem staub machen zu wollen. à la siewirdsschonkapieren, wenn ich einfach auf diesdasundjenes nicht mehr reagiere. die ignoranz. die respektlosigkeit. selbst auf themen, die mir von tiefer wichtigkeit sind, nicht zu reagieren. oder wenn doch, diese zu degradieren. mit floskeln abzuwürgen. oder gar einfach das gespräch zu verlassen. sich nicht mal zu verabschieden.

    all dies. und die erschütternde erkenntnis: ich habe ihm so sehr vertraut, dass ich nie damit gerechnet habe, dass er mir je eine derartige ignoranz entgegenbringen würde. und. gleichzeitig die erkenntnis, dass ich es hätte wissen müssen. aus vergangenen erzählungen und seinem verhalten gegenüber anderen menschen, welches ich im stillen beobachten und durch seine erzählungen daran teilhaben konnte.

    ich glaube daran, dass wahre freundschaft zwischen mann und frau existieren kann. tatsächlich jedoch nur zwischen jenen, die selbst daran glauben und aktiv welche führen. gelernt habe ich, dass menschen, die nicht an freundschaft zwischen den geschlechten glauben [und dabei selbst heterosexuell sind], dass diese andersgeschlechtliche tatsächlich ausschließlich als potentielle sexuelle partner sehen. und nicht als vollwertigen menschen. das habe ich bei ihm in grenzenloser naivität wohl vergessen.

    durch dieses, sein verhalten hat es definitiv in mir bewirkt, dass ich ihn nicht mehr in meinem leben haben möchte. ich werde ihm nicht mehr vertrauen können. eine freundschaft ist nicht mehr möglich. und für höflichkeitsfloskeln mit dieser geschichte wäre mir das alles selbst zu lächerlich. er ist weg. und gehört nun in die kategorie: manchmal verliere ich menschen.

    was bleibt ist der ärger über mich selbst. und die fehlende weitsicht gekoppelt mit einer riesenportion naivität, die ich zeigte.

  6. #6
    SleepingBeauty

    Standard

    Liebe inanna,
    ja, das glaube ich, dass das am schlimmsten ist. Wenn man erkennt dass der Mensch dem man so vertraut hat, so feige ist und man ihm eigentlich total egal ist. Man fragt sich halt einfach, wie es sein kann, dass man den menschen so falsch eingeschätzt hat, wenn man zuvor noch dachte, man kennt die Person in -und auswendig. Man fragt sich, ob die Person einem die ganze Zeit über nur was vorgemacht hat.
    Bei mir war das ähnlich mit meinem Ex. Ich habe mich noch nie einem Menschen so geöffnet wie ihm. Aber er sagte mir nie, was ihm nicht gefiel und gab mir so keine Chance, mich zu verbessern. Und wenn ich ihn fragte, wieso er auf einmal so abweisend ist, sagte er es sei alles ok. Er wartete bis montags (wir führten eine Wochenendbeziehung die letzten 2 Monate unserer Beziehung). Dann machte er über Facebook Schluss. Und bei seinen Freunden gab er mir die Schuld. und genau DAS hat mich einfach zutiefst enttäuscht. Dass ER jemals so schlecht über mich reden würde, hätte ich niemals gedacht.
    wahrscheinlich ist es ähnlich wie bei dir: ich dachte halt, wenn ich mich auf IHN nicht verlassen kann, auf wen denn dann?? immerhin war er IMMER für mich da. er stand mir zur seite. er wusste genau, wie ich bin. und dann erkannte ich, als es aus war, sie sehr ich mich ihn ihm getäuscht hatte. wie rücksichtslos und ignorant er doch ist, und wie egal ich ihm eigentlich bin, und ich fragte mich, war das die ganze zeit so, denn so schnell kann er ja eigentlich nicht damit abgeschlossen haben? und ich ärgerte mich über mich selber, dass ich so naiv war ihm so zu vertrauen.
    ich kann verstehen, dass du mit dem aus deiner geschichte nicht mehr befreundet sein möchtest. das ist bei mir auch so mit meinem ex. weil er mich zu sehr verletzt hat. nicht weil er mich verlassen hat, sondern weil er unehrlich und feige war.und weil ich das gefühl habe, ihn gar nicht mehr zu kennen. weil er ganz anders ist als damals.
    ich weiss nicht ob es bei dir auch so ist. aber wenn man sich so in einem menschen getäuscht hat, hat man oft das gefühl, wenn man dann über die person nachdenkt, dass die person einem eigentlich völlig fremd ist. würde man nicht, wenn man kontakt hat, ständig daran zweifeln, ob er wieder unehrlich ist?
    klar, dass man es dann nicht mehr will. aber natürlich ist es trotzdem schwer. man vermisst die person. so wie sie früher mal war. man hat die ganzen erinnerungen. und hält daran fest, selbst wenn man weiss, dass dieser mensch einem wahrscheinlich schon immer was vorgemacht hatte.
    Das Schlimme ist, dass man immer wieder darüber nachdenkt. man möchte damit abschliessen, aber es geht nicht. weil die person einfach mal ein teil des eigenen lebens war.

  7. #7
    nic99

    Standard

    Zitat Zitat von inanna Beitrag anzeigen
    .......was bleibt ist der ärger über mich selbst. und die fehlende weitsicht gekoppelt mit einer riesenportion naivität, die ich zeigte.
    Hallo liebe inanna,
    ich vermute mal, dass du noch recht jung bist. Und dafür ist deine Weitsicht schon stark ausgeprägt. Und wenn du noch an deinem Realitätssinn arbeitest, ist Naivität etwas positives. Zeigt es doch, dass du ein positives Bild von Menschen hast.

    Und das ist besser wie die Zyniker, die die Menschen nur verachten.
    Ohne einen Schuss Sarkasmus ist die Wirklichkeit oft nicht zu ertragen.

    Ist Liebe das Bedürfnis zu geben, ohne zu erwarten?

  8. #8
    inanna

    Themenautor

    Standard

    hallo ihr zwei,

    vielen lieben dank für eure beiträge.

    Zitat Zitat von nic99 Beitrag anzeigen
    ich vermute mal, dass du noch recht jung bist.
    ich vermute mal, du leitest diese annahme nicht von meinem geschriebenem ab. sondern über diverses wissen, welches du durch deinen posten als mod hast. dafür die hintergrundinfo: das datum, welches im system angegeben ist, entspricht nicht meinem geburtstag. [so wie es vermutlich auch bei dir der fall ist]. es war ein salientes datum in meinem leben. ich bin dann doch um einiges älter. ;-)

    davon abgesehen. danke. ja, eigentlich mag ich das positive bild, welches ich von menschen habe. und den glauben an sie. nur hab ich mich leider noch immer nicht an das gefühl gewöhnt, wenn ich zur erkenntnis komme, mein glaube an das gute war nur luft.

    liebe schlafende schönheit, es tut mir leid zu lesen, dass du diese negative erfahrung mit deinem ex gemacht hast. hast du für dich das gefühl, daraus gelernt zu haben? bzw. seit du die erfahrung gemacht hast, agierst du seither anders? achtest mehr auf kleine dinge? verhaltensweisen? worte? whatever?

    nichtsdestotrotz, glaube ich grundsätzlich schon, dass er, der freund, der keiner ist, sicher ein toller mensch ist. nur ist er es nicht zu mir. ich glaube auch nicht, dass er negativ über mich redet. ich schätze, neutral bis gar nicht.

    was kann ich dagegen tun, weniger wütend auf mich selbst zu sein? auf mich und meine latente dämlichkeit darüber, vertrauen zu diesem menschen aufgebaut zu haben? wirklich an diesen menschen geglaubt zu haben? hm. und viel wichtiger: es anderen personen nun leichter zu machen, zu mir vorzudringen. denn. tatsächlich äußerte sich diese erfahrung, in dem ich nun wieder ein wenig verschreckter bin. was das zulassen von vertrauen in menschen betrifft. denn wie kann ich mir selbst wieder vertrauen, dass ich menschen gut einschätzen kann, wenn ich es mehr als offensichtlich nicht kann?

  9. #9
    SleepingBeauty

    Standard

    liebe inanna,
    danke. ja, ich habe auf jeden fall daraus gelernt. erst einmal, finde ich es mittlerweile gut so, weil wir beide schon länger nicht mehr glücklich waren. so haben wir beide aber die chance, jemanden zu finden, der uns glücklicher machen kann. es ist zwar noch nicht mal 3 monate her,aber ich merke, dass ich mich anders verhalte. so wie bei dir, fällt es mir auch schwieriger, den menschen zu vertrauen. ich versuche ausserdem, die leute dazu zu bringen, auszusprechen, was sie denken, frage öfter mal nach als sonst. bei meinem ex habe ich das nämlich anfangs auch nicht gemacht. ich versuche, die dinge mehr auszudiskutieren. weil gerade das bei ihm ja gefehlt hat. naja. ansonsten fällt mir jetzt spontan nichts ein.

    zu deiner frage: es ist schwierig, zu wissen, was man dagegen tun kann, auf sich selber wütend zu sein. du schreibst ja, dass du dir die schuld gibst weil du es nicht früher bemerkt hast. dazu kann ich eigentlich nur sagen, dass ich nicht finde, dass du schuld daran bist. ich glaube jeder hätte erst mal versucht, sich alles schönzureden. weil man halt erst mal daran glaubt, dass die menschen gut sind. und man es nicht wahrhaben möchte. hat man erst mal vertrauen aufgebaut, dann denkt man, man könnte sich immer auf die person verlassen. ich würde das keinesfalls als dämlichkeit bezeichnen. es ist wohl falsch, und auch sehr deprimierend, wenn du dir jetzt selber noch vorwürfe machst, denn die eigentliche schuld liegt ja bei ihm, der dich schlecht behandelt hat. wenn man einem menschen vertraut, obwohl man tief im inneren anfängt zu merken, dass da was nicht stimmt, dann ist das natürlich schmerzhaft. aber dumm ist es nicht. man will eben an dem festhalten was man bisher über die person wusste. das ist ganz klar. in der sozialpsychologie wird das glaube ich auch als dissonanzreduktion bezeichnet. es entsteht eine kognitive dissonanz, wenn man merkt dass eine person sich inkonsistent zu den erwartungen verhält, die man hat. und ich glaube JEDER würde erst mal versuchen, erklärungen dafür zu finden, und der person weitervertrauen.
    ich glaube, wenn du siehst, dass es nicht deine schuld ist, dann wird es dir schon viel einfacher fallen, nicht mehr wütend auf dich zu sein. und das mit dem vertrauen... ich denke das kommt mit der zeit auch wieder. natürlich dauert es eine weile. da muss man wohl einfach geduldig sein...

  10. #10
    inanna

    Themenautor

    Standard

    liebe schlafende schönheit,

    und schon wieder: vielenvielen dank. deine worte sind wirklich sehr weise.

    weshalb ich auf mich böse bin, ist ein stranger grund: ich wusste zu beginn, wie er ist. wie ich ihn auch jetzt sehe. deshalb sah ich in ihm nie eine "gefahr", dass er mir mal wirklich wichtig sein könnte. und blockte ihn auch nicht ab. klingt seltsam, was? gleich zu beginn empfand ich ihn als sehr kontrolliert. sehr überlegt. ich sah in ihm wenig emotionen. wenig authenzität. und ich steh auf authentische menschen. ich steh auf menschen, die nicht anders können, als zu sein. und ich ärger mich, dass sich nach und nach eine große vertrautheit eingeschlichen hat. dass ich diese zugelassen habe. dass ich richtiggehend begonnen habe, ihn so sehr ins herz zu schließen. dass ich begann, ihn anders zu sehen. und nun wieder das bild bestätigt bekomme, was ich doch schon zu beginn hatte. das alles ärgert mich. und macht mich wütend auf mich selbst.

    was dafür auch schon längst da ist, ist dieselbe einsicht, die ich auch schon vor vielen monaten gewann und die auch du bezüglich deines exfreundes gewonnen hast: es ist gut, dass wir nicht den gemeinsamen weg gewählt haben. wir wären nur sehr unglücklich miteinander geworden. er wäre wohl sehr überfordert mit meiner emotionalität. meinem temperament. meinem sein. und ich würde ihn wohl ständig provozieren, damit er mal tiefe emotionen zeigt. nicht nicht 3648durchüberlegt klingen. scheinen.

    am ende ergibt wohl doch immer alles seinen sinn.

  11. #11
    nic99

    Standard

    Zitat Zitat von inanna Beitrag anzeigen
    .....das datum, welches im system angegeben ist, entspricht nicht meinem geburtstag. [so wie es vermutlich auch bei dir der fall ist].......
    Ich weiß natürlich, dass im Internet viel gelogen wird, wenn es um die Angabe des Altes geht. Speziell bei älteren Männern. Und offenbar auch bei so manchen Frauen.......Aber mein Alter ist genau so, wie es hier ausgewiesen ist.

    Oder soll ich dir berichten, welche persönliche Erinnerung ich an das Ende des 2. Weltkriegs habe?..........
    Geändert von nic99 (18.01.2012 um 22:40 Uhr)
    Ohne einen Schuss Sarkasmus ist die Wirklichkeit oft nicht zu ertragen.

    Ist Liebe das Bedürfnis zu geben, ohne zu erwarten?

  12. #12
    inanna

    Themenautor

    Standard

    lieber nic,

    wenn du das sagst, dann glaube ich dir das natürlich. nur mein hinweis eben, dass das von mir angegebene datum, welchem vermutlich deine vermutung, ich sei noch sehr jung, entsprang, nicht der richtigkeit entspricht. schande über mein haupt.

    liebe grüße,
    inanna

  13. #13
    nic99

    Standard

    Liebe inanna,
    ja ich hatte nachgesehen. Und war beeindruckt von der poetischen Kraft einer 14-jährigen.
    Ohne einen Schuss Sarkasmus ist die Wirklichkeit oft nicht zu ertragen.

    Ist Liebe das Bedürfnis zu geben, ohne zu erwarten?

  14. #14
    SleepingBeauty

    Standard

    liebe inanna,

    kein problem. ich hoffe ich kann irgendwie damit auch ein bisschen helfen

    nein, seltsam klingt es finde ich eigentlich nicht... leider ist es so, dass man gegen seine gefühle nichts machen kann. man kann sich nicht raussuchen in wen man sich verliebt. auch, wenn man weiss, dass man nicht zusammen passt. man vielleicht nicht glücklich werden würde. oder was auch immer, und trotzdem passiert es manchmal. auch wenn man es gar nicht möchte. oft verliebt man sich auch in die, bei denen man es am wenigsten erwartet. die liebe ist unberechenbar und kommt, wenn man am wenigsten damit rechnet. und dann ist es eben so, dass man die menschen erst mal anders sieht, in einem "besseren" licht.
    es ist jedenfalls gut, dass du diese einsicht auch gewonnen hast, dass ihr wahrscheinlich sowieso nur unglücklich geworden wärt. das macht es wahrscheinlich schon etwas einfacher.
    Jedenfalls ist es immer wichtig, jemanden zu finden, der einen genauso akzeptiert wie man ist. man sollte sich ja niemals für jemanden verändern. wenn er mit deiner emotionalität und deinem temperament nicht umgehen könnte, dann wäre es wohl wirklich sehr schwierig. ich glaube, mein ex war zum beispiel auch überfordert von meiner emotionalität. ich bin ein sehr emotionaler mensch. und gerade in der zeit wo ich mit ihm zusammen war, hatte ich teilweise eine sehr schlimme zeit und war noch viel emotionaler - ich brach mein 1. studium ab und ich war sehr krank. er stand mir zwar zur seite, aber ich glaube so richtig konnte er doch nicht damit umgehen.
    Ich hoffe jedenfalls, dass du es noch schaffst, dir nicht mehr soviele gedanken darüber zu machen, und auch, nicht mehr wütend auf dich selbst zu sein.
    Ich glaube auch, dass immer alles seinen Sinn hat. Ich glaube an das Schicksal. Wenn die Dinge passieren, ob gut oder schlecht, dann müssen sie auch irgendwas bedeuten. Teil einer Kette von Ereignissen sein die irgendwann zum Glück führen. Hoffentlich.

  15. #15
    inanna

    Themenautor

    Standard

    Zitat Zitat von SleepingBeauty Beitrag anzeigen
    [...]

    ich hoffe ich kann irgendwie damit auch ein bisschen helfen

    [...]
    auf jeden fall kannst du das. deine worte, deine gedanken und deine schilderungen deiner eigenen erlebnisse regen zum denken an. helfen mir, zu reflektieren. danke dafür.

    meinst du, dass du irgendwann vielleicht wieder eine freundschaft mit deinem exfreund führen kannst?

  16. #16
    SleepingBeauty

    Standard

    Das freut mich, dass es hilft
    Ich weiss nicht, es ist schwer zu sagen. zurzeit kann ich mir es aber kaum vorstellen. vor allem weil es mich jedes mal wieder richtig ärgert wenn ich merke wie egal ich ihm jetzt bin. ich habe gesundheitliche probleme. damals war er natürlich immer für mich da. er meinte ja auch als er schluss machte, er würde weiterhin für mich da sein wollen, immer der sein mit dem ich über alles reden kann, mich weiterhin in seinem leben haben wollen, bla bla bla. doch davon bemerke ich rein gar nichts. vor allem, hat er mitbekommen dass es mir zurzeit gesundheitlich wieder schlechter geht. und es ist ihm egal. er ignoriert es einfach. kontakt haben wir zurzeit auch nur noch weil meine telefonrechnung von seinem konto abgebucht wird und ich ihm das dann zurück überweisen muss.
    es ist natürlcih immer noch seltsam, ihn nicht mehr in meinem leben zu haben, auch wenn es mir mittlerweile schon total fremd vorkommt, mal mit ihm zusammen gewesen zu sein - das geht manchmal echt schnell! aber ich hab mir eigentlich auch von anfang an gedacht: alles oder gar nichts! ich weiss nicht, ob ich jemals mit ihm befreundet sein kann. hätten wir uns im guten getrennt wäre es natürlich was anderes. mit meinem anderen exfreund verstehe ich mich sehr gut. andere (kürzere) beziehungen hatte ich auch noch, mit denen hab ich jetzt gar keinen kontakt mehr, weil die mich alle nur verarscht haben. ok, mein letzter ex hat mich ja nicht verarscht im eigentlichen sinne, aber sein verhalten war trotzdem unfair. ich bin eigentlich kein nachtragender mensch und finde, man sollte irgendwann verzeihen. das kann ich vielleicht irgendwann. aber wenn er so aus meinem leben weg wollte, dann bitte ganz. ich glaube nicht, dass das andere funktioniert. es ist zuviel passiert. und auch wenn wir eine sehr schöne zeit hatten und es schade ist... ich glaube, es wäre am besten, keinen kontakt mehr mit ihm zu haben.

  17. #17
    inanna

    Themenautor

    Standard

    heut ist so ein tag, an dem er mir wirklich fehlt. ich hatte so ein tolles wochenende. hab soviel erlebt. soviel gelacht. dummheiten gemacht. und so gern hätte ich ihn daran teilhaben lassen. wie ich es immer gemacht habe.

    es ist so seltsam. so gar keinen kontakt mehr mit ihm zu haben.

    und ja. ich hoffe, er erlebt jeden tag mindestens einen moment, der ihn glücklich macht. ich hoffe, dass auch er ein so grandioses wochenende hatte. soviel gelacht hat. soviel gelebt hat. ich hoffe sehr, dass es ihm gut geht.

    er fehlt. und. ich denk an ihn.

  18. #18
    SleepingBeauty

    Standard

    Liebe inanna,

    ich kann das sehr gut nachvollziehen. wenn man etwas tolles erlebt, möchte man das mit wichtigen personen teilen. vor allem, wenn man das sonst auch immer gemacht hat. und es ist wirklich seltsam, wenn man immer kontakt hatte, und dann von einem moment zum anderen plötzlich gar nicht mehr. irgendwie hat man immer noch das bedürfnis, die person anzurufen und zu erzählen, was man tolles erlebt hat. und dann denkt man wieder daran, dass man das jetzt nicht mehr darf. dass die person nie wieder zuhören wird. dass es die person wahrscheinlich gar nicht mehr interessiert. und es tut weh. weil es immer so schön war zu sehen, wie die person sich für einen gefreut hat, wenn man was schönes erlebt hat. oder den stolz in seinen augen zu sehen, wenn man was bemerkenswertes erreicht hat.
    ich weiss nicht wie lange das anhält. vielleicht geht es nie weg. die erinnerungen bleiben. vielleicht wird es irgendwann einfacher und man erinnert sich gerne daran, und vielleicht tut es auch irgendwann nicht mehr so weh. aber vergessen tut man sowas nicht. vielleicht ist es auch gut, diese erinnerungen zu haben. und ich bin mir sicher, dass er auch noch oft an dich denkt. man vergisst einen menschen nicht einfach so.
    ich weiss, dass es schwer ist. leider fällt mir da auch nicht wirklich ein, was man dagegen tun kann. irgendwie gibt es phasen, in denen man von den ganzen erinnerungen wieder eingeholt wird.
    ich hoffe, es geht dir gut und dass du dir nicht zuviele Gedanken deswegen machst. meinst du, dass du irgendwann - wenn das alles noch länger zurückliegt - irgendwann wieder mit ihm kontakt haben könntest? ich habe in letzter zeit mit meinem ex wieder mehr kontakt - nicht mehr so abweisend wie in den ersten monaten. wir fangen an, uns wieder besser zu verstehen. vielleicht wird es wirklich mit der zeit einfacher.
    ich wünsche dir jedenfalls alles gute!

    liebe grüsse

  19. #19
    inanna

    Themenautor

    Standard

    liebe schlafende schönheit,

    vielen lieben dank für deine worte.

    weißt du, mir geht's ziemlich gut. eigentlich geht's mir so ziemlich immer sehr gut. es ist eben "nur", dass er mir ab und an fehlt. und ja. dass ich es nicht mehr mit ihm teilen kann. freitag nacht war ich ein wenig bis mittelschwer angeheitert und habe in meiner trunkenheit drei sehr gute freunde angerufen und den einen mensch, den ich gerade ab und an date. und so gern hätte ich auch ihn angerufen. ich hab wirklich mit mir gekämpft. aber mich dann doch dagegen entschieden.

    ich glaube eigentlich nicht, dass sich unser kontakt wieder annähern wird. tatsächlich glaube ich auch nicht, dass er an mich denkt. er kann menschen sehr gut aus seinem leben streichen. es gab nur einen menschen bei dem ihm das schwer fiel. fällt. aber das bin nicht ich.

    aber es ist okay. unter diesen umständen hat etwaiger kontakt sowieso wenig sinn. es zermürbt mich auch nicht. alles ist gut. und mein leben ist [gerade] ziemlich gut.

    ja, er fehlt. und ja. ich denk an ihn. ich hoffe wirklich sehr, dass es ihm gut geht. er gerade irgendwo ist, sich unbeschwert fühlt. und vor sich hinlächelt. ich glaub, ich hab meinen sinn in seinem leben erfüllt. und vermutlich er auch seinen in dem meinigen. so gibt es augenscheinlich begegnungen, die immer im leben erhalten bleiben. und andere. die nach einer gewissen sinnerfüllung getrennte wege gehen. sich verlieren.

    however.

    wie geht es dir? und wie geht es dir mit dem wieder vermehrtem kontakt zu deinem exfreund? und. wie kam es eigentlich dazu? gibt es neuigkeiten von dem mensch aus der uni, der deine gedanken für eine kurze zeit fesselte?

    ich sende dir liebe grüße,
    inanna

  20. #20
    SleepingBeauty

    Standard

    liebe inanna,

    ja, so ist es dann vielleicht besser, keinen kontakt mit ihm zu haben. und wenn es dir gut geht, das freut mich. es ist schön, dass dein leben gerade sehr gut läuft. und ich glaube, dass du ihn manchmal vermisst, das wird auch noch mit der zeit besser werden. dass du immer an ihn denkst und hoffst, dass es ihm gut geht, ist finde ich ein zeichen von stärke. ich konnte das anfangs zb. überhaupt nicht, bei meinem ex. ich hoffte, dass es ihm schlecht geht und er sich vorwürfe macht. egal, jedenfalls geht es ihm bestimmt gut. und ich denke du hast recht damit. jede begegnung hat einen sinn. und wenn sich die wege verlieren, dann hat das wohl auch einen bestimmten sinn und soll so sein. auch wenn es anfangs vielleicht weh tut. das ist wohl alles ein teil des schicksals und führt zu den weiteren ereignissen, die dann am ende zum glück führen und schon immer so vorbestimmt waren.

    mir gehts auch ganz gut, danke. gesundheitlich läuft es gerade so gut wie schon lange nicht mehr, der arzt hatte gute neuigkeiten. die uni ist etwas stressig.
    es tut gut, wieder besseren kontakt zu haben. es war eigentlich so dass wir die ganze zeit über kontakt hatten. vertraglich sind wir nämlich noch aneinander gebunden, weil meine telefonrechnung über ihn läuft. wir haben dann jeden monat mal ein paar mails geschrieben, allerdings eher neutral, abweisend. jetzt wird es wieder ein bisschen persönlicher und wir erzählen uns wieder mehr, nicht nur das nötigste. von dem aus der uni gibts nichts neues. er hat nichts mehr gesagt wegen dem treffen, was ich vorgeschlagen hatte. mittlerweile schreiben wir auch so gut wie gar nicht mehr. das ist aber auch in ordnung, denn eigentlich wusste ich von anfang an dass er nicht zu mir passt. ich konzentriere mich jetzt erst mal auf die uni. und auf mich. denn da gibt es eine menge zu erledigen, um mal ein bisschen selbstvertrauen aufzubauen was ich so über die jahre verloren habe.

    dir auch liebe grüsse!

  21. #21
    no_fun_at_all
    Neuling

    Standard

    meine güte, du sprichts mir wahrhaftig aus der seele... schön geschrieben mir gehts genau so.. wir stecken gerade in der phase der ignoranz, so beurteile ich die situation momentan hoffe, dass die freundschaft noch irgendwie zu retten ist, aber es sieht, meiner meinung nach, eher schlecht als recht aus... und ich, so dämlich wie ich scheinbar bin, lass mich auch noch aus so was ein, und dass mit meinem besten freund... um jetzt zu merken, dass ich mehr empfinde und mit ihm darüber reden will, und er mir ausweicht... verstehe die situation sehr gut

    kopf hoch, ich hoffe für dich, dass sich alles zum guten wenden wird, lg

  22. #22
    inanna

    Themenautor

    Standard

    liebe schlafende schönheit,

    ich freu mich zu lesen, dass es dir gesundheitlich so gut wie lang nicht mehr geht. und es ist auch schön, dass du dich wieder besseren kontakt mit deinem ex hast, der dir gut tut. jetzt wünsch ich dir noch, dass der stress in der uni bald nachlässt. wobei, so ein paar herausforderungen sind schon immer ganz gut.

    liebe(r) no_fun_at_all,

    erzähl doch mal von dir. wie ist deine geschichte? was ist beu euch geschehen? und wie gehst du, er damit um?

    liebe grüße,
    inanna.

  23. #23
    PRlNCESS2

    Standard

    Ich kann so etwas auch überhaupt nicht begreifen, wie Männer zu sowas fähig sind. Eine Freundschaft und was weiß ich noch alles aufbauen, und das ist alles nur eine komplette Lüge, womöglich nur für ein bisschen Sex?? Unglaublich. ...
    Und ich möchts eigentlich auch nicht glauben.
    Männer sind doch auch Menschen...angeblich sind beide Geschlechter mit einem Gewissen und Gefühlen ausgestattet.

  24. #24
    inanna

    Themenautor

    Standard

    liebe PRINCESS22,

    deinen unmut kann ich schon verstehen. muss aber ihn dann doch verteidigen. ich glaube nicht, dass er mutwillig so agiert hat. ich glaube nicht, dass unsere bindung darauf begründet war, dass er anstrebte, sex mit mir zu haben und für ihn jeglicher freundschaftlicher austausch nur instrumentell war, um mich irgendwann herumzubekommen. nein. ich bin mir sehr sicher, er ist nicht so.

    wenn mensch nichts fühlt [also keine romantische verbindung], dann ist es fast verständlich, sich überfordert durch den anderen zu fühlen. es ist sehr menschlich. und auch stets in der befürchtung zu leben, dass jegliches handeln hoffnungen oder ähnliches auslösen könnte. wann immer es um gefühle geht, ist es wohl immer nicht ganz einfach. führt zu irritationen. ängsten. und ich glaube, es ist grundsätzlich für sehr viele menschen schwer, offen damit umzugehen. darüber sprechen zu können. und nicht selten ist rückzug das mittel welches dann gelebt wird. das kann ich ihm nicht ankreiden. ich glaube, es ist menschlich. und ich glaube an keiner stelle war es von ihm bös- oder mutwillig. für fehlende zuneigung kann mensch nichts. und es ist auch nicht selten, dass menschen auf einmal einen riesendruck empfinden, wenn sie den anderen allzu verliebt glauben. und das noch mehr in rückzug resultiert.

    wir menschen handeln selten perfekt. und schon gar nicht objektiv unanfechtbar. deshalb ist es nichts, was es anzuklagen gilt. ja, sein verhalten hat mich traurig gemacht. jedoch denke ich, dass es an keiner stelle böswillig von ihm war. und auch keine komplette lüge. mit uns sind einfach zwei menschen aufeinander getroffen, die verschiedene vorstellungen vom umgang miteinander haben. und die durch unterschiedliche gefühle irrititationen erlebten, wie sie nun in der folge "richtig" miteinander agieren sollten.

    du siehst PRINCESS, du kannst gern weiter daran glauben: ja auch männer sind menschen. und mit gewissen und gefühlen ausgestattet. und es gibt eine menge toller männer. und nur weil ein mann nicht dasselbe fühlt, wie ein anderer mensch der ihm gefühle entgegenbringt, ist der mann kein schlechter mensch. irritiertes verhalten ist dabei sowieso vorprogrammiert. egal welchem geschlecht das widerfährt.

    liebe grüße,
    inanna

  25. #25
    MissMackie

    Standard

    Nun, inanna, du kanntest ihn ja auch schon länger, ihr seid Freunde gewesen. Und wenn ich deinen Eingangstext nicht falsch verstanden habe, seid ihr zunächst ja auch wirklich nur Freunde gewesen, zwei Menschen, die Zeit miteinander verbracht haben, die füreinander da waren, wenn es irgendwo lichterloh brannte. Das ist natürlich ein ganz anderer Fall als der, der Princess beschäftigt.

    Aber was mir zu deinem ersten Beitrag in diesem Thread noch aufgefallen ist, ist dieser Absatz:
    Zitat Zitat von inanna Beitrag anzeigen
    dass ich mit ihm einen so guten freund verloren hatte, wurde mir schnell bewusst. es waren wohl zwei wochen nach seiner freundschaftsansage und meiner angeknackstenegomail, dass ich den kontakt zu ihm suchte. um herauszufinden, dass er das we bei seinem gefallenen engel verbracht hatte. das verletzte mich. wirklich. und wieder reagierte ich emotional über diese information. ich kam mir. nun. ja. verar.scht vor.
    So habe ich es auch vor rund sechs Jahren erlebt. Nur dass es sich bei ihm nicht um seinen gefallenen, sondern um seinen neuen Engel gehandelt hat.
    Ich habe mich aber genauso gefühlt wie du; verarscht, benutzt. Mit Füßen getreten. Ich war verletzt und wütend und habe jeglichen Kontakt verweigert. Erst nach ein paar Wochen hatten wir Kontakt und da gab es nur Streit. Zermürbend. Ich wandte mich von ihm ab.
    Erst nach zwei Jahren hatten wir wieder Kontakt, aber eher schlechten. Wir standen beide vor dem Trümmerhaufen, den diese Nacht hinterlassen hatte. Der Kontakt blieb, aber oberflächlich und sporadisch nur. Du weißt schon: zum Geburtstag gratulieren, frohe Weihnachten wünschen. Einfach ätzend. Vor etwa zwei Jahren schienen die Wunden dann verheilt und wir haben uns mal wieder getroffen und lange und viel geredet. Über vier Jahre waren seit dem Bruch vergangen, wir hatten uns verändert.

    Diese Freundschaft lebt wieder, aber einfach ist das nicht immer. Leider. Ich bin über ihn hinweg, aber manchmal macht er es mir sehr schwer, weiter an diese Freundschaft zu glauben. Es gibt immer wieder starke Differenzen und ich weiß nicht, was in ihm vorgeht. Ich weiß auch gar nicht, ob ich das wissen möchte. Ich werde sehen, was die Zeit bringt.

    Wer weiß, wie es bei dir und ihm sein wird. Vielleicht trefft ihr irgendwann wieder aufeinander und blickt auf euren ganz eigenen Trümmerhaufen. Vielleicht glaubt ihr dann, dass man den Schutt wegräumen und ein neues Gebäude darauf errichten sollte. Vielleicht auch nicht.

    Ich hoffe jedenfalls, dass - ganz gleich, wie deine Geschichte weitergeht - du am Ende immer noch lächeln kannst.
    "From then on I knew... God doesn't make the world this way. We do."


  26. #26
    inanna

    Themenautor

    Standard

    liebe MissMackie,

    danke auch für deinen beitrag. deine erlebte geschichte.

    mein lächeln ist mir geblieben. es geht mir ziemlich gut. die letzten monate waren bis auf diesen "vorfall" mit ihm schon sehr grandios. von daher: alles gut.

    was mir neben einer gelebten leichtigkeit und gemeinsamen lachen in einer bindung noch wichtig ist, sind tiefgang, das gemeinsame zusammenwachsen im austausch in der kommunikation, konfliktfähigkeit, aufrichtigkeit. tatsächlich denke ich, dass er und ich uns eher contraproduktiv diesbezüglich entwickelt haben. wie gesagt, mir geht es sehr gut, selten schlecht. bei etwaigen angesprochenen gedanken, die mich beschäftigten, verfolgte ihn sofort eine schwere als ob ich im drama leben würde. trotz meines strahledaseins, ist mein kopf voll von gedanken. und erlebe ich gedanklich einen konflikt mit ihm, den ich gern ansprechen möchte, heißt dies nicht, dass bei mir die welt untergeht. sondern lediglich, dass da dieser eine punkt ist, der mich beschäftigt. und mein leben rundrum ziemlich wohu ist. however. auf jeden fall verbindet er mit mir keine leichtigkeit mehr. und ich gezwungene "lächel doch mal" [mir scheint die sonne aus dem ars.ch, floskeln brauch ich nicht dafür] seinerseits nicht mehr hören/lesen konnte. und mir fehlt der tiefgang, die fehlende fähigkeit von uns beiden, diesen konflikt anzusprechen. gedanken auszusprechen. ihn zu lösen. daran zu wachsen, als noch verunsicherter und kleiner zu werden. ich kenn soviele menschen. hab soviele blablubb bekannte. er war für mich mehr als ein blablubb-bekannter. und ich werde ihn nicht als solchen in mein leben lassen. er war eine bereicherung. und lieber behalte ich ihn als diese in erinnerung als von "lols", "wie geht's?" und "lächel doch mal" - blablubb angewidert zu enden und ihn in gedanken herabzudegradieren, wenn ich ihn in den blablubb-kreis aufnehme.

    dies klingt nun wieder negativ angehaucht, deshalb sei nochmal betont: zum fall einer bindung zwischen menschen gehören immer mindestens zwei. und vermutlich habe ich ähnlich viele defizite, die zum scheitern beitrugen, wie er. oder. um es nicht als defizite zu deklarieren: trafen wir eben mit vollkommen verschiedenen vorstellungen aufeinander. waren/ sind verschiedene konfliktlösungen gewohnt und uns in der kommunikation an fundamentalen stellen zu unähnlich und an kritischen vermutlich zu ähnlich.

    sag liebe MissMackie: empfindest du den kontakt den du nun mit diesem vergangenen freund [er]lebst als positiver als den nichtkontakt oder als negativer? neutral? ein zugewinn? was treibt dich aktuell an, diesen kontakt zu halten?

    liebe grüße,
    inanna

  27. #27
    MissMackie

    Standard

    Es ist gut zu lesen, dass es dir wirklich gut geht, inanna. Dass du dein Glück nicht von ihm abhängig machst. Auch wenn er eben mehr war als nur ein "üblicher" Bekannter.

    Was meine Freundschaft betrifft, empfinde ich sie manchmal als positiver, meistens neutral und manchmal eben negativ. Das hängt von der Kommunikation ab, von seinem ganzen Verhalten. Er hält sich oftmals bedeckt und ist vermutlich nicht immer ehrlich zu mir - aber ich kann mir vorstellen, wie die Gründe dafür aussehen. Außerdem hat eine Affäre im letzten Jahr die ganze Geschichte zusätzlich verkompliziert - für ihn, nicht für mich.

    Manchmal denke ich, es wäre besser, damit und mit ihm abzuschließen. Das habe ich im November auch schon einmal versucht, aber er hat wieder Kontakt aufgenommen und seither "geht" es mit uns irgendwie. Aber warum ich daran festhalte? Ich schätze, aus Gründen der Nostalgie. Ich kenne ihn seit über sieben Jahren und früher mal war er für mich da, wenn es niemand anderes war.

    Heute könnte ich vermutlich auf ihn verzichten und es wäre (vor allem für ihn!) wohl auch besser so, aber ich lasse das jetzt einfach mal dahin plätschern. Besonders intensiv ist der Kontakt ohnehin nicht. Auch das ist wohl besser so.
    "From then on I knew... God doesn't make the world this way. We do."


  28. #28
    SleepingBeauty

    Standard

    liebe inanna,

    danke. das stimmt, herausforderungen sind eigentlich immer ganz gut, sonst wäre das leben auch zu langweilig!
    ja...ich bin ganz froh dass der kontakt mit meinem ex besser ist. allerdings verwirrt mich manches ziemlich. zum beispiel hat er in seiner letzten mail gefragt, was ich am valentinstag gemacht habe...ich frage mich warum er das wissen will. ob es einfach nur eine frage ist oder mehr dahinter steckt... hmm... naja

    ich habe mich sehr gefreut, dass du in deinen beiträgen geschrieben hast, es ginge dir sehr gut. wie auch MissMackie geschrieben hat, finde ich es gut, dass du ihn nicht zu deinem glück brauchst und nicht abhängig von ihm bist.
    ich wünsche dir einen guten start in die neue woche und sende dir liebe grüsse

  29. #29
    inanna

    Themenautor

    Standard

    hallo ihr zwei,

    danke für eure beiträge.

    mein start in die woche war phänomenal und begleitet von ein, zwei, drei sehr guten nachrichten. die ich, ja, ihm gern mitteilen würde. was ja nun nicht mehr geht. er fehlt mir noch immer. es ist ein wenig wie eine leichte erkältung, die mensch mit sich trägt. es ist nicht tödlich oder unsagbar quälend, nicht mal groß einschränkend. aber irgendwie ist es da. vielleicht ist es auch ein wenig wie als fünfjährige vorm verschlossenem glastürschrank voller süßigkeiten zu stehen. man möcht so gern zugreifen. aber man darf nicht. ich würd ihn gern anrufen und da weitermachen, wo wir vor einem jahr waren. einfach drauf los reden. ihm erzählen. und lachen. von ihm verbessert werden ob meines dialektes. ihm von den ein, zwei, drei guten neuigkeiten erzählen. und ihn mit fragen durchlöchern. wie es ihm geht. was er gerade macht. wie seine letzten 4 monate waren. wo er war. was er gemacht hat. was ihn lachen gemacht hat. was ihn traurig. was gerade seine gedanken bestimmt. was sein leben. aber. ich darf nicht. er ist der karamellbonbon hinter der verschlossenen glastür. und ich das kleine mädchen mit den zöpfen, großen kuschelaugen und rosa wangen. was davor steht. und nicht darf. hm.

    dafür weiß ich jetzt umso sicherer: ich möchte keine blablubbfreundschaft mit ihm. wenn eine richtige. tiefgehend. voll von wahrheit, direktheit und tiefgang. mit dem ausreden von allem was war. damit wir ohne belastung weitergehen können. blablubb würde es so sinnfrei machen. dann tatsächlich lieber kein kontakt als blablubb.

    und, liebe schlafende schönheit? was hast du denn am valentinstag gemacht? und. wie stehst du gerade zu deinem exfreund? was fühlst du für ihn?

    liebe grüße,
    inanna

  30. #30
    SleepingBeauty

    Standard

    liebe inanna,

    ich verstehe, was du meinst. obwohl es dir wirklich gut geht, ist es die freundschaft zu ihm, die zur "perfektion" fehlt. gerade weil ihr so eine tiefgründige freundschaft hattet, kann ich gut nachvollziehen dass du mit ihm über das alles reden möchtest. und auch wenn es dir sehr gut geht, fehlt dir das. dass du nicht mehr so wie früher, ihn einfach mal anrufen kannst und dir alles von der seele reden kannst. miterleben kannst, wie er sich für dich freut, über diese guten neuigkeiten. vermutlich fragst du dich, ob es ihn zurzeit überhaupt interessieren würde. vielleicht würde er sich tatsächlich freuen, aber du darfst es nicht mal rausfinden, weil er auf distanz gegangen ist und du glaubst, du hast das recht dazu nicht mehr.
    ich verstehe auch, dass du keine blablubb-freundschaft mit ihm willst. was hat man davon? man hat zwar kontakt, aber merkt, dass die person noch zu distanziert ist. dann schmerzt es jedesmal aufs neue, wenn man kontakt hat. weil man sieht, wie der unterschied zu früher ist. kein kontakt ist da wesentlich einfacher, weil man dann nicht ständig daran erinnert wird. weil man nicht mit jedem wort der anderen person merkt, wieviel sich verändert hat.
    vielleicht tut es euch wirklich gut, mal eine weile keinen kontakt zu haben. und vielleicht, wenn ihr beide genug zeit hattet, nähert ihr euch wieder an. und vielleicht wird es dann auch wieder eine tiefgründige freundschaft. er muss das nur auch wollen. siehst du ihn eigentlich ab und zu? oder gar nicht? gibt es eine möglichkeit, herauszufinden, ob er bereit wäre, wieder eine tiefgründige freundschaft zu haben? ohne, dass er weiss dass du das herausfinden möchtest? ich drücke die daumen, dass die zeit es einfacher macht. dass ihr irgendwann beide über die vergangenheit hinwegsehen könnt und euch wieder vertrauen könnt, trotz allem, was passiert ist.

    am valentinstag habe ich gelernt und war abends mit freundinnen ins kino! zu meinem exfreund stehe ich zurzeit....hm.. ich denke es ist ähnlich wie bei dir. ich will entweder den kontakt ganz abbrechen, oder eine freundschaft. aber auch keine freundschaft, wo ich merke dass er nur höflich sein möchte!! ich hatte ja den eindruck, dass es in letzter zeit besser geworden ist. aber ich fand es sehr seltsam, dass er, mein ex, mich gefragt hat, was ich am valentinstag gemacht habe. was will er damit? einfach eine höfliche frage? ich finde, von meinem ex ist das ein bisschen unpassend. möchte er herausfinden ob ich jemand neues habe? eigentlich müsste er wissen, dass ich mir als single nichts aus dem tag machen würde und es ein tag wie jeder andere für mich wäre (- es sei denn, ich hätte ein spontanes date mit jemanden, mit dem ich noch nicht zusammen bin). das wäre dann als würde er mich nach jedem andern tag fragen. zb "was hast du am 26.januar so gemacht?". also interessiert es ihn doch offensichtlich, ob der tag der verliebten für mich ein tag wie jeder andere war, oder ob ich vielleicht ein date hatte oder sogar einen freund habe. warum weiss ich nicht...

    liebe grüsse!


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