Tja, kontrolliertes Heulen heute nacht hat nicht geklappt - zu viel Kontrolle. Dafür steckte ich dann heute plötzlich in einer Situation, die mich extrem an den damaligen Vorfall erinnerte - derselbe Arzt, eine OP-Schwester, die meine Hand halten wollte, weil niemand anders da war, der es hätte tun wollen - und dann der totale Kontrollverlust mitten in der kalten Vorhalle eines Parkhauses ... inklusive verwunderter Blicke von Passanten auf diese komische, laut schluchzend in der Ecke hockende Frau ... Scheisse, immer kann ich doch auch nicht stark sein ...
Und dass niemand da ist, der das verstehen könnte - niemand, den es auch nur interessiert - macht die Sache nicht wirklich einfacher. Zum Glück ist nun keiner im Büro - so ist das Geheule nicht ganz so peinlich .... Verdammt, ich weiss ja, dass das der Preis ist, den ich zu zahlen habe, wenn ich glücklich sein will - wer Freude will, muss auch Leid zulassen. Aber im Moment ist es so schwer ... und ich fühl mich so allein
Stoppt jede Uhr, lasst ab vom Telefon,
verscheucht den Hund, der bellend Knochen frisst, die roh'n.
Lasst schweigen die Pianos und die Trommeln schlagt,
bringt heraus den Sarg, ihr Klager klagt.
Lasst die Flieger kreisend - Trauer sei Gebot -
an den Himmel schreiben:
Er ist tot.
Straßentauben gebt um den
Hals starre Kreppkragen,
Polizisten lasst schwarze Handschuh' tragen.
Er war mir Nord, mir Süd, mir Ost und West,
des Sonntags Ruh' und der Woche Stress,
mein Tag, mein Gesang, meine Rede, meine Nacht.
Ich dachte, Liebe währet ewig - falsch gedacht.
Sterne sind jetzt unerwünscht, will nichts sehn davon,
verpackt den Mond, zertrümmert die Sonn'.
Fegt weg den Wald und des Meeres Flut,
nie wird es sein, so wie es war. Nie wieder gut.