Hallo,
ich wollte gerne mal von außenstehenden hören, ob ich wirklich eine verdrehte Vorstellungen von Liebe und Partnerschaft habe oder ob sich einfach (zu) oft meine Meinung nicht mit der meiner Partnerin decken.
Ohne zu viel Privates erzählen zu wollen hier die Fakten:
Streit der sich aus Unwichtigem oder Nichtigkeiten immer mehr aufbaut bis es zur Eskalation kommt. Eskalation bedeutet hier, dass keiner mehr einlenkt, immer nur vom Streitauslöser (das bin ich aus der Sicht meiner Freundin meist allein) Entschuldigungen erwartet werden. Nicht ernst genommen werden wenn sie tatsächlich mal ausgesprochen weil es Not tat. Eskalation bedeutet, dass es einer einfach nicht wieder gut sein lassen kann. Schwamm drüber wenn man so will. Es endet immer mit endlosen Schuldzuweisungen was der eine oder der andere getan bzw. nicht getan hat. Was man hätte besser machen können etc. Und dann ist man schon fast wieder im nächsten Streit weil keiner nachgibt, einsieht oder den ersten Schritt tun will.
Es leid zu sein, immer derjenige zu sein, von dem Situationsunabhängig eine Entschuldigung erwartet wird habe ich folgenden Text an die Liebste verfasst:
Auch wenn ich Dinge tue über die du Dich vielleicht ärgerst oder wegen denen du sauer bist (und dann
selbstverständlich eine Entschuldigung dafür erwartest), rechtfertigt das einfach zu keiner Zeit, dass
das immer so eine riesen Sache wird. Das eine Diskussion ein hässlicher Streit wird. Oder die Art und
Weise wie du auf manche Sachen reagierst.
Es ist Dein gutes Recht SAUER und in RAGE zu sein. Auch eine Entschuldigung dafür zu bekommen. Das alles
ist unbestritten. Wenn ich aber vorschlage, dass man sich gegenseitig entschuldigt und du das ablehnst, kann
ich das eben nicht nachvollziehen.
Ich kann nicht verstehen, dass du ALLEIN die Tatsache, dass ich etwas falsches gesagt oder getan habe für
JEDE Deiner Verhaltensweisen als ausreichende Begründung nimmst. Und Dein Verhalten immer als berechtigt
aber vor allem ANGEMESSEN siehst.
Mir würden Dinge viel mehr leid tun, wenn die Reaktionen auf gewisse Sachen nicht so extrem wären. Ich sehen würde,
dass du wirklich traurig, verletzt oder enttäuscht über etwas bist. Und nicht einfach nur stocksauer. Wenn du mir
sagst, dass es Dir auch nach dem Streit nicht leid tut, dass du mich in der Wut beschimpfst oder
mir den Finger zeigst etc. dann finde ich das schon verletzend. Ich kann doch annehmen, dass ein falsches
Wort von mir nicht so viel Hass in Dir auslöst, dass Dir nicht mal wenn wir uns wieder vertragen haben die
Dinge die du so tust leid tun. Das gänge nämlich auch dann, wenn du weiterhin darauf bestehen würdest, dass Dein
Verhalten begründet oder berechtigt war.
Ich persönlich finde, dass solche verletztenden, respektlosen und herabwürdigenden Aussagen schlimmer wiegen als
ein Satz oder eine Verhaltensweise von mir, die Dir in dem Moment gerade nicht gefallen. Sei doch mal ehrlich.
Wenn ich so ungehalten und emotional auf Dich losgehen würde, dann würde das zum einen wieder ein Stück Liebe bei
Dir kaputt machen. Und sicher würdest du Dir Deine Gedanken machen, wie ich solche Sachen zu jemanden sagen kann, der
mir glaubhaft machen will, dass er sein ganzes Leben mit mir verbringen will. Der einen doch liebt..
Mir tut dann der STREITAUSLÖSER nicht mehr leid, weil ich die Dinge die danach kommen viel verletztender und
schlimmer finde. Mir tut es leid um den Streit den man hätte vermeiden können. Und das sage ich dann auch IMMER.
Tut mir leid, dass wir so gestritten haben. Hätte nicht sein müssen. "Mir auch" würde mir schon reichen. Ich
erwarte nämlich von Dir nie eine Entschuldigung, hoffe aber immer, dass es auch Dir um die Situation die wir dann
haben leid tut. Das es Dir einfach leid tut, dass wir das nicht anders/schneller lösen konnten.
Nicht das Dir, welches Verhalten oder Reaktion Deinerseits auch immer, leid tut. Die Reaktion fallen ja je nach
Anlass und Situation/Stimmung anders aus. Dafür wollte ich noch nie ein "tut mir leid". Das ist aber schon ein
gewaltiger Unterschied. Und trotz der Tatsache, dass du weißt ebenso Deinen Beitrag zur Gesamt- bzw. Endsituation
gehabt zu haben erwartest du immer nur von mir eine Entschuldigung. Das ist nicht fair und einseitig. Nur weil ich
"angefangen" habe. Und du selbst bist noch nie in so eine Situation gekommen wie ich, da ich nämlich immer versuche
schnell die Ruhe rein zu bringen. Oder zumindest anders zu reagieren als du es (mittlerweile sehr sehr viel seltener)
manchmal noch immer tust.
Ich kann damit umgehen und leben ohne das meine Gefühle für Dich dadurch weniger werden. Ich weiß, dass du manchmal
eben so bist. Einzig die Erwartung, dass ich mich jedesmal allein Entschuldige und auch allein die Schuld dafür auf mich
nehmen soll, finde ich nicht gerecht. Wie gesagt, zum Streit oder zur Eskalation gehören immer zwei. Und im Nachhinein
ist es nicht von Relevanz, wer damit begonnen hat wenn BEIDE AUF VERSÖHNUNG aus sind.
Dann will ich mir nicht noch ewig die Schuldfrage hin und her schieben oder darüber diskutieren, wessen Verhalten oder
handeln schlimmer wiegt und welche Reaktion in diesem Moment "berechtigt" war. Fakt ist, dass Streits nie fair sind und
meist auch für beide Seiten verletztend. Ich finde schon, dass es beiden gleichermaßen daran gelegen sein sollte diesen
schnell wieder beizulegen und auch gleichermaßen leid tun sollte, den anderen, den man so sehr liebt überhaupt verletzt zu
haben.
Ich finde das eine faire und neutrale Betrachtungsweise ohne jede Schuldzuweisung.
Ich will es einfach nur schön mit Dir/Euch haben. Und wenn man in eine brenzlige Situation kommt am besten den
Ärger direkt im Keim ersticken. Und wenn es doch mal "gekracht hat" eben aus all den oben angeführten Gründen
wieder "GUT SEIN LASSEN"... Ich liebe Dich doch!!!
Findet Ihr den Text als Leser voll mit Vorwürfen oder Schuldzuweisungen? Oder ist das mal eine klare Sicht der Dinge und in solchen
Situationen eigentlich vollkommen verständlich. Das sind nämlich meist meine Argumente während der Diskussionen danach. Leider finden
diese selten Gehör. Daher in Textform um mal in Ruhe zu lesen und zu verinnerlichen.
Wie streitet Ihr? Kann man "besser" streiten (auch wenn es natürlich das beste ist so etwas prinzipiell zu vermeiden?)
Wie kann man deeskalierend handeln, wenn man weiß das jemand sehr emotional streitet und dann auch unfair wird. (Beleidigungen etc.)
Die Ironie ist nämlich die, dass es oft "aus der Mücke einen Elefanten" Situtionen sind die einen schlimmen Streit hervorrufen.
Sonst ist die Beziehung nämlich nahe an perfekt. Und einen echten Grund sich zu fetzen gibt es eigentlich nicht...
Nur kann es doch eigentlich nicht zu gut sein? Kann ja nicht sein, dass das zoffen "fehlt" wenn es tagelang einfach nur wunderschön ist
Danke an alle die, die mir konstruktive Lösungen schreiben können..
... die konstruktive Kritik üben oder aus persöhnlicher Erfahrung schreiben
... die sich die Zeit nehmen all das zu lesen und wirklich Interesse haben zu helfen
... die sich Mühe und Gedanken um die Sorgen anderer machen
Danke, dass Ihr Euch Zeit genommen habt!!!


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