Hallo miteinander,
vielleicht hilft es ja jemandem... Ich arbeite zur Zeit weiter daran, mir
selbst die Fehler der Vergangenheit zu verzeihen. (Danke, margret,
fürs Anstubsen!) Ich hatte mir da wirklich einiges nicht vergeben.
Aber rückgängig machen kann ich es nicht. Und so lange ich mir selbst
nicht wieder vertraue, kann ich auch niemanden gefühlsmäßig an mich
heranlassen.
Ich glaube, ich habe den Dreh gefunden. Ich habe aufgelistet, was ich
mir denn selbst immer noch vorwerfe.
Gestern Abend, als ich sinnierend an der Tanzfläche stand und mich
"unser Lied" wieder so traurig machte, gingen mir auch ein paar
Zusammenhänge auf. Was in mir wann warum wie zerbrochen ist.
Das wiederum brachte mich auf die Frage, wer ich bin. Ich glaube
nicht, dass wir unveränderliche Persönlichkeiten haben. Gehirnwäsche
funktioniert wirklich. Und deshalb kann man sich selbst ja auch so
schön selbst formen. Aber: Wer bin ich jetzt? Was habe ich verloren
während dieses einen Jahres, das der reinste Albtraum war?
Und der wichtige nächste Schritt war aber: Wer war ich damals, als
ich diese schweren Fehler machte? War ich da nicht ein ganz anderer
Mensch? Würde ich denn genau denselben Blödsinn nochmal tun?
Habe ich in dem einen Jahr seither jemals wieder so einen Mist geredet?
Würde ich das wieder tun? Natürlich nicht. Ich war in einer
Extremsituation, die zum Glück selten auftritt. Ich habe in der
Zwischenzeit so viel verloren, d.h. auch an Zukunftsperspektiven,
dass schon fast alles egal wird. Und dieses Egalsein macht mich
weniger erpressbar und weniger ängstlich, denn wer nichts mehr zu
verlieren hat, was soll er denn noch fürchten?
Ganz zu Ende gegrübelt habe ich noch nicht, aber ich werde das die
nächsten Tage intensiv tun.
Vielleicht findet es ja jemand hilfreich, diesen Ansatz. Zu verstehen,
dass man diese Fehler der Vergangenheit begangen hat, weil man
damals ein anderer Mensch war. Natürlich hat man etwas daraus
gelernt. Es wird so nicht wieder vorkommen. Jetzt kenne ich die
Anzeichen.
Mona


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