Rezension: Working on Yourself Doesn't Work: A Book About Instantaneous Transformation
Hallo miteinander,
die letzten Tage habe ich ein sehr spannendes Buch gelesen mit dem
Titel "Working on Yourself Doesn't Work: A Book About Instantaneous Transformation".
Ich dachte, ich fasse hier mal meine Gedanken dazu zusammen. Vielleicht hilft es jemandem.
Auf dem Klappentext steht:
Those seeking self-awareness are bound to find the title of Ariel and Shya Kane's book extremely attractive. And seductive it is: who wouldn't like to discover enlightenment in a moment? The key, explain the Kanes, is getting to the moment: being fully present in the here and now without trying to manipulate or change what you see. According to the Kanes, "all problems are a projection towards the future of possible realities based on the past." Consequently, inhibitors to living life directly include the inability to let go of one's history--to forgive people and events from the past--as well as resistance to the circumstances of one's life, and repetitive, mechanical thoughts and behaviors. The essence of transformation is "a non-judgmental witnessing, viewing, or seeing of yourself and how you interact with your life," which stands in direct opposition to therapy's approach of working on one's history to bring about change. Here, awareness of a prejudice or pattern of behavior is--simply and immediately--enough to transform it.
Das Prinzip, der glückliche Mensch zu werden, der man sein könnte,
besteht also darin, im Moment zu leben. Und die Vergangenheit los zu
lassen. Gründe, warum dieses Loslassen für das Glücklich sein so wichtig
ist, gibt es viele:
- Die Vergangenheit bzw. die Version der Vergangenheit, an die wir uns
erinnern, führt zu Vorurteilen über andere, über uns selbst und über unsere
Zukunft. Damit verbauen wir uns viele Möglichkeiten.
- Die Erinnerung ist üblicherweise verzerrrt, d.h. das woran wir uns
erinnern, ist sowieso nicht das, was wirklich geschehen ist.
- Wir sind heute nicht mehr der Mensch wie der, dem das alles passiert
ist. Kindheitserinnerungen haben wir aus Kindersicht gesehen und
würden alles heute anders verstehen. Sich von Kindheitserinnerungen
leiten zu lassen ist als würde man ein Zweijähriges um Rat fragen, wie
man sein Leben führen soll.
- Die Vergangenheit wird oft als Ausrede benutzt, warum man so ist,
wie man ist.
- Wogegen man sich wehrt, dem wird man ähnlich (zum Beispiel den
eigenen Eltern). Was man akzeptiert (z.B. Schmerz) verschwindet von
selbst.
- Die Gewohnheiten und Denkmuster, denen man folgt, haben früher
in einer bestimmten Situation Sinn gemacht. Inzwischen nicht mehr,
denn das Leben und man selbst haben sich geändert. Beispielsweise
entscheiden wir nach Kriterien, die wir als Kinder gelernt haben.
Solche Entscheidungen erkennen wir daran, dass sie uns nicht
glücklich machen. Beispielsweise wenn sich jemand als Kind vorgenommen
hat, nicht wie seine Eltern zu werden, und dann genau das Gegenteil
von dem tut, was seine Eltern taten, und es macht ihn nicht glücklich,
dann ist das nicht sein Weg, der passt nicht zu dem Menschen, der er heute ist.
Das klingt alles ganz toll und ist auch auf jeden Fall richtig.
Ganz neu ist es auch nicht, denn es ist ein offenes Geheimnis,
dass man die Vergangenheit akzeptieren und hinter sich lassen
muss. Daran muss man aber auch arbeiten. Ganz ohne Vor-Arbeit
geht die plötzliche Transformation also auch nicht, obwohl das
im Klappentext so dargestellt wird.
Ich denke, dass das Arbeiten an sich eine ganz wichtige Voraussetzung
ist für die plötzliche Transformation. Man kann nur das hinter sich
lassen, von dem man weiß. Beispielsweise belastende
Kindheitserinnerungen, destruktive Verhaltensmuster und so weiter,
die müssen mir ja erst bewusst werden, bevor ich entscheiden kann,
dass ich sie los lassen will.
Das Titel ist, denke ich vor allem als Provokation gemeint.
Ich verstehe das Buch so, dass man nach genügend Arbeit an sich
selbst irgendwann so weit ist, ab sofort alles hinter sich zu lassen,
mit dem An-sich-Arbeiten aufhören kann und nur noch im Moment leben.
Erschreckend fand ich auch: Von den 187000 Gedanken, eines Tages
hatten wir 98% schon gestern und vorgestern und so weiter...
Was ich nicht glaube ist die Behauptung, dass wir Gewohnheiten
niemals los werden. Die Autoren meinen, alles was wir tun können,
ist sie zu erkennen und ihnen nicht zu folgen. DAS wiederum glaube
ich nicht. Man kann ein anderer Mensch werden, man kann seine
Gewohnheiten hinter sich lassen. Aber DAS ist das Ergebnis harter
Arbeit.
Für mich gehört beides dazu, wenn man der Mensch werden will,
der man sein könnte: Sich selbst gut kennen (woran man arbeiten muss),
seine eigenen Fehler akzeptieren (weil man die Gründe kennt), aber
dann trotzdem daran arbeiten, sich zu bessern. Und es ist ein
saugutes Gefühl, wenn es einem gelingt, in einer bestimmten Situation
besser zu reagieren als früher. Nach meiner Erfahrung sind sogar
Gefühle lernfähig. Sogar spontane Reaktionen. Man muss sich nur
ganz selbst bewusst sein und auf sein Bauchgefühl hören. (Woran
man auch arbeiten muss, das ist Übungsssache.) OK, aber das ist meine
Meinung.
Warum schreibe ich das hier? Natürlich ist das alles ganz allgemein,
aber es trifft besonders auch auf zwischenmenschliche Beziehungen zu.
Ich glaube, ich habe neulich schon von meinem eigenen blöden
Teufelskreis geschrieben. Zur Zeit bin ich dabei, daraus auszubrechen.
Ich reagiere in derselben Situation anders als früher. Statt mir ein
schlechtes Gewissen machen zu lassen (Ich glaube, manche Leute
akquirieren ihre Beziehungen NUR auf dieser Schiene), werde ich
jetzt wütend. Weil ich das Spiel durchschaue und weil ich mich über
mich selbst ärgere, dass ich teilweise eben doch wieder drauf
reingefallen bin. Aber: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Es verändert
sich etwas in mir. Ja, klar, ganz plötzlich, aber als Ergebnis eines
langen Lernprozesses.
Es gibt schon einige gute Selbsthilfe Bücher und gerade wenn es einem nicht so gut geht greift man nach so Sachen wo einen wieder auf bauen.
Funktioniert bei mir auch so lange bis der Alltag mich wieder eingeholt hat (nach dem ich das Buch gelesen hatte).
Trag auch seit ner Zeit lang auch Heilsteine (Indianerträne, Goldfluss, etc je nach Lust und Laune) in meiner Hosentasche oder als Kette mit mir rum. Die sollen ja auch bei gewissen Sachen helfen, ob sie´s wirklich tun? Hm denke das ist wieder so ne glaubens Sache.
In den Büchern ist das ja alles gut beschrieben aber schaff es Dich von alten Problemen zu lösen, von Kindheitstraumas, den Alltagsproblemen.
Das ist gar nicht so einfach.
Grad bei so Sachen wie Kindheitstrauma´s diese alleine auf zu arbeiten und hinter sich zu lassen sehe ich als sehr schwierig an und ich denke ist am besten zu schaffen mit Fachkundiger Hilfe (Psychologe).
Klar wirds einem danach viel besser gehen.
Ich denke auch der Mensch will an sich arbeiten, um sich auch geistiger Ebene besser zu fühlen, denke das macht auch der Mensch instinktiv (vermutlich nicht jeder) aber ich würde jetzt mal behaupten das jeder Mensch so Bedürfnisse in sich hat. Und ich denke auch je reifer man wird um so mehr kommt das herraus. Die suche nach dem glücklich sein.