Hallo,
im Moment zerreißts mich so dermaßen, dass ich keine Ahnung habe, wie das weitergehen soll. Wie ich jemals da wieder rauskomm. Ich heul seit gestern nachmittag und es hört nicht auf, meine Migräne sprengt mittlerweile meinen Kopf und da sind soviele Gedanken, die mir weh tun. Ich bin so wütend, enttäuscht, verunsichert, fühl mich schuldig und so verletzt....
Wenn das nur einfach aufhören würde.
Ich möcht Euch das nun alles erzählen, womöglich seid ihr die ersten, die mir objektiv Gedanken dazu mitteilen könnt. Freunde stehen natürlich hinter mir, und ich kann absolut nicht beurteilen, ob ich nicht selbst an allem schuld bin.
Vor 1,5 Jahren hab ich einen Mann kennengelernt, - ich 28, er war 30. Da wir in der selben Firma gearbeitet haben, hatte ich ihn jeden Tag vor der Nase. Seine Art zu leben hat mich beunruhigt (viel Alkohol, viele Frauen, schien alles sehr oberflächlich). Aber etwas an ihm hat mich berührt, er machte auch irgendwie den Eindruck, ein total lieber Kerl zu sein, nur eben völlig verloren. So wirkte er auf mich.
Wir sind uns dann mal näher gekommen, haben daraufhin Nr. getauscht, und verabredet. Gleich bei diesem allerersten Treffen kamen 2 Freunde von ihm nach, - seine Exfrau (inzwischen lesbisch) und sein bester Kumpel. Fand ich merkwürdig, dass wir so gar nicht ungestört uns kennenlernen konnten, aber ich habs hingenommen und mich mit den beiden nett unterhalten.
Unsere Treffen wurden häufiger, bis er dann mal bei mir geschlafen hat.
Alles in allem war das bei mir mit viel Anst verbunden und Zurückweisung. Hab ich ihn mal gefragt, ob wir uns sehen, kam wie aus der Pistole geschossen "Keine Zeit" oder "Nein, das interessiert mich nicht"
Ich bin fast zerbrochen daran, war zu nichts mehr fähig. Ständig dieses auf und ab.... Mehrere Male hab ichs beendet, immer wieder kam er dann wieder an, mit SMS wie gern er mich hat, dass er mich so sehr vermißt. Und immer wieder von neuem dasselbe Spiel.
Als ich gar nicht mehr konnte, hat er mir gebeichtet, dass ich parallel zu einer Frau laufe, von der er nicht los kommt, die mit ihm aber nur spielt.
Ich war für ihn da, hab mir das alles immer angehört, ich war einfach da.... Bis er letztendlich zu der anderen den Kontakt gebrochen hat. Er hat sich mit mir wohl gefühlt, hat gemeint, das habe Zukunft. Ich war glücklich.
Das ging dann wieder so dahin, bis ich wieder nicht mehr konnte, überhaupt nicht mehr gewußt habe, wo ich bei ihm stehe. Ich habs beendet und er hat gemeint, nein, bevor er mich verliert, machen wirs lieber fix.
Doch auch ab da wars schwierig. Seine Freunde gingen vor, Zeit mit mir war die Ausnahme. Zumindest empfinde ich es so, - ich denke er sieht das bis heute anders.
Ich hatte immer Panik, wenn er alleine wegging, richtige Panik. Zu wenig Vertrauen aufgrund des ständigen hin und hers am Anfang, es war die schlimmste Zeit meines Lebens.
Dann ständig das hin und herfahren zwischen unseren Wohnungen, dann kam dazu dass er finanziell am Boden war, ich hab ihm Geld geborgt. Statt mir mein Geld zurückzugeben hat er sich Dinge gekauft, die er sich gar nicht hätte leisten können und die man gar nicht unbedingt braucht. Ich war nachsichtig, dachte mir, er wurde ja halt auch ziemlich oft schwer verletzt.
Dann zog er zu mir, weil ich die getrennten Wohnungen nicht mehr ausgehalten habe. Ich hatte gehofft, das gibt mir dann die endgültige Sicherheit, denn zu dem Zeitpunkt hab ich immer Panikattacken bekommen, wenn er sich nicht gemeldet hat wie versprochen. Ich dachte, ein gemeinsames Zuhause macht es für mich leichter.
Er zog zu mir, in eine Gegend in die er nie wollte, in eine Wohnung in die er nie wollte, zu einem Menschen, mit dem er nicht leben hätte wollen, wäre es finanziell nicht leichter für ihn gewesen.
Und es ging sowas von schief. Die gemeinsamen Abende waren die Ausnahme, die Regel waren die Abende an denen er bei irgendeinem Freund hockte und kiffte. Ich hatte das Gefühl, unsichtbar zu sein.
Für mich war es das größte, für ihn zu kochen, ihn zu umsorgen, - allerdings kannte er keinen meiner Freunde, kannte meine Familie nicht, mit meinen Problemen und Sorgen stand ich alleine da.
Aber er konnte so verdammt lieb seinEr konnte so wahnsinnig lustig sein und mich in den Arm nehmen wie kein anderer. Und die andere Seite dann wieder so oberflächlich, ich hab so ein Desinteresse gespürt. Geliebt hab ich mich nie gefühlt, - oder doch? Ich weiß es nicht. Ich weiß einfach nicht, ob ich mir nicht zuviel erwartet habe. Ich wollte einfach ein gemeinsames Leben, ich wollte nicht mehr "Was machst du morgen, was mach ich?"
Ich wollte ein Nesterl bauen, ich wollte meine Sorgen teilen dürfenund ich hab mich so allein gefühlt.
Drogengeschichten von denen ich nichts wußte, weil ich ausgeflippt wäre und er sich für mich nicht zurückhalten wollte, Anschaffungen (teure) von denen ich nichts gewußt habe, und obwohl er mir Geld geschuldet hat.
Ich hatte keine Ahnunge mehr, wovon ich Autoreparaturen bezahlen soll, hab mich nicht getraut es ihm zu sagen, weil er dann genervt reagiert hat wenn sowas war.
Jedes mal wenn er aus der Wohnung ging, hatte ich Angst, verletzt zu werden, enttäuscht zu werden. Ich hab mich so lästig gefühlt, so unerwünscht.
Vor 4 Wochen dann der große Streit, - wegen einer Kleinigkeit, aber es ist so ausgeartet.... Ich hab zu ihm gesagt, ich möchte das alles nicht mehr. Ich möchte mehr wir, weniger ich und du und ich möchte eine Beziehung in der der Partner vor allem geht, ich möchte gemeinsam etwas ersparen, etwas anschaffen, ich möchte zusammen planen.
Er hat mich verlassen mit den Worten "Das kann ich noch nicht und will ich auch noch nicht"
Es ging mir gut. Wirklich. Klar war ich traurig, aber ich hab mich endlich wieder in meiner Wohnung wohl gefühlt, ich kam wieder gern nach Hause, ich hab Freunde getroffen und ich hatte Abstand. 3 Tage lang.
Dann hat er sich gemeldet, war ein Häufchen Elend, er wisse erst jetzt, was er verloren hat, er schafft das nicht. Jetzt sei ihm klar geworden, dass er all das möchte, was ich möchte usw. Er wird alles dafür tun....
Ich hatte Angst, hab ihm gesagt, er solle sich noch ein paar Tage Zeit nehmen, er müsse sich sicher sein und ich mir auch. Nochmal würde ich das nicht verkraften.
Eine Woche später ist es gekippt. Und ich weiß nicht warum. Ich hatte ihn gefragt, ob er immer noch will, aber er müsse sich sicher sein und wie das weitergehen solle.... Er hat mir gesagt, so richtig mit heiraten und allem, - das wisse er nicht ob er das jemals wolle, denn niemand kann sagen, was in 2 Jahren sein würde und immerhin müsse man schaun und man weiß ja nicht und er kanns ja nur probieren. Aber was soll ich sagen, ich habs probiert
Er war wieder da. Er hat sich so bemüht. Wir haben vieles zusammen unternommen, 2 Wochen lang. Nur eines hat mich bedrückt, - ich hatte eine Entzündung und Schmerzen, er wollte Sex. Und bald hat er sich beschwert, dass da nix lief.
Doch 1. tat mir alles weh und wurde nie gefragt, obs denn schon besser wär, und 2. konnt ich irgendwie nicht.... Ich hatte mich abgegrenzt, ich hatte Schwierigkeiten, ihn in den Arm zu nehmen, ich hatte so eine Mauer aufgebaut. Immer wieder kamen Dinge aus den letzten 1,5 Jahren hoch, ich hatte kein Vertrauen und kein Gefühl, ob das jetzt so bleibt, ob er sich weiterhin bemühen wird und ich der Sache trauen darf.
Letzten Montag hat er es hingeworfen. Er sagt, ihm ging die Energie aus. Er hat Schwierigkeiten in der neuen Firma, er kann nicht daheim und im Job kämpfen.
Es ist vorbei. Sein Zeug ist weg, er ist weg.
Ich hab ihm keine ehrliche Chance gegebenUnd er hat sich so bemüht.
Warum konnte ich nicht? Ich bin doch wirklich der letzte Trampel.
Jetzt ist er verloren. Und ich werde nie wieder jemanden so sehr lieben....
Während er in der Firma kämpft, bei der nächsten Frau alles besser machen wird, sitze ich da, und hab mein Herz auf ewige Zeit verschenkt. An jemanden, an den ich zu überzogenen Erwartungen hatte und dem ich trotz Liebe keine faire Chance geben konnte....


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