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Kleine Liebe versus große Liebe

  1. #1
    MonaLisa

    Standard Kleine Liebe versus große Liebe

    Hallo miteinander,

    während ich noch meinen Kollegen anschmachte, gehe ich mit anderen Männern aus, um mich abzulenken. Mich beschäftigt seit gestern aber wieder so eine blöde Frage.

    Und zwar fing das so an... Ich ging vor Monaten mit jemandem aus, der wohl Interesse an mir hatte. Verliebt war er - so mein Eindruck - aber nicht, sondern fand wohl eher, dass ich seine Kriterien erfülle. Ich sagte ihm, dass ich nicht in ihn verliebt sei und es mir auch nicht vorstellen kann, mich in ihn zu verlieben. Er ist wirklich nicht mein Typ, gar nicht. Er schlug mir dann vor, wir könnten uns doch trotzdem zusammen tun. Sozusagen die "kleine Liebe leben", während ich auf die große Liebe warte. Allerdings sagte er dann gleich auch dazu, dass meine große Liebe ja doch nie kommen würde, weil ich so kopflastig sei und zu hohe Ansprüche stelle. Das habe ich natürlich von mir gewiesen, ich kenne mich ja schließlich besser. Ich glaube, er hat entweder von sich auf mich geschlossen oder suchte irgendeine Erklärung, warum ich mich nicht in ihn verliebe. Er meinte nämlich, ich sei zu kopflastig, um IHN an mein Herz zu lassen. Hm, hm. Ich fand dieses Angebot total unmoralisch! Die Bekanntschaft war ruckzuck zu Ende, als ich ihm erzählte, dass ich mich unsterblich in meinen Kollegen verliebt habe.

    Gestern Abend hatte ich mal wieder ein Date mit jemandem, mit dem ich schon zwei Mal vorher aus war. Zwischendurch war Funkstille von seiner Seite. Zwischen den Zeilen habe ich herausgehört, dass er zwischendurch mit einer anderen geschlafen hat, die ihn dann abservierte und sich nicht mehr meldet. Außerdem hat er erzählt, wie seine Ehe kaputt ging. Sie hat ihn betrogen und er dann Schluss gemacht. Mein Eindruck ist, dass er ziemlich einsam ist, aber sich gerade gefühlsmäßig gar nicht auf große Liebe einlassen möchte. (Nur so mein Bauchgefühl.) Ich erzählte ihm - wie kamen wir eigentlich drauf? - von jenem Angebot damals und fand, dass so etwas eine sehr gute Idee sein kann. Ooops! Obwohl ich es mir irgendwie mit ihm vorstellen könnte, sich einfach zusammen zu tun und abzuwarten, was daraus wird, möchte ich mich auch nicht in Gefühlsschlamassel bringen.

    Ich persönlich möchte so eine Zweckbeziehung nicht eingehen, außer ich habe irgendwann komplett die Nase voll von der Einsamkeit. Mir fallen aber gleich mehrere Gründe ein, warum eine Zweckgemeinschaft für mich nicht in Frage kommt:
    - Das habe ich doch sieben Jahre lang gehabt und es hat mir nicht gereicht.
    - Ich bin durchaus dazu fähig, mich ganz unsterblich, intensiv und bedingungslos zu verlieben. Wenn das wieder passiert, möchte ich gerne frei sein. Ich glaube nicht, dass mein Traummann das lustig findet, wenn ich mit jemandem ins Bett gehe, während ich auf meinen Seelenbruder warte.
    - Ich befürchte, dass selbst wenn man anfangs sagt, das sei ja nur eine Zweckgemeinschaft und bis einer den/ die Richtige gefunden hat, befürchte ich, dass sich doch mindestens eine Person richtig verlieben könnte und dann haben wir den Salat. Großes Gefühlsdrama und alles.

    Was denkt ihr von der Sache? Könntet ihr euch das vorstellen? Habt ihr schonmal sowas gehabt?

    Ich hatte mal eine Beziehung, in die ich mich Hals über Kopf reinstürzte, um nicht länger allein zu sein. Blöd war halt, dass ich damit die schöne Freundschaft kaputt gemacht habe, die vorher zwischen uns bestand. Ich verliebte mich nämlich in ihn und er nicht umgekehrt. Und ich habe monatelang Rotz und Wasser geheult, als die Beziehung nach kurzer Zeit vorbei war. Es war trotzdem meine beste Beziehung überhaupt, eben weil wir Freunde waren und ganz ehrlich zueinander. Aber es funktionierte halt leider nur so kurz. *schnüff*

    Eure Meinungen und Erfahrungen interessieren mich.

    Liebe Grüße,
    Mona

  2. #2
    sany1979

    Standard

    um gottes willen, nein ! tu das nicht!

  3. #3
    Filiz

    Standard

    Hallo Mona,

    Erfahrungen hab ich mit so ner Geschichte nicht. Käme für mich aber auch niemals in Frage. Entweder verlieb ich mich- unsterblich, intensiv und bedingungslos oder es kommen nicht so richtig Gefühle auf und dann lass ich es. Eine Zweckbeziehung macht für mich keinen Sinn.
    Ich kann mir vorstellen, dass Du Dich trotzdem einsam fühlen würdest!

    LG Filiz

  4. #4
    Patagonia

    Standard

    In deinem anderen Thread beantwortest du ja selbst eigentlich schon die Frage für deine konkrete Situation. Im Augenblick ist dein Herz mit was anderem beschäftigt.


    So im Allgemeinen kann es meiner Meinung nach schon Fälle geben, in denen die "Kleine Liebe" ihren Sinn hat. Du beschreibst ja auch eine Geschichte. Wenn das die beste Beziehung war, die du überhaupt je hattest, war sie vielleicht den Trennungsschmerz am Ende wert?
    Aber es ist schon klar, wenn man will, kann man es auch andersherum anschauen: Wenn es ein ganz schlimmer Trennungsschmerz war, dann war die Beziehung ihn vielleicht doch nicht wert? Mir passt die erste Interpretation besser , aber die zweite wäre deswegen noch lange nicht falsch.

    Meine allererste Beziehung war auch eher eine Zweckbeziehung. Ich war schon 23 und wollte einfach endlich auch mal mit jemandem zusammen sein. Ich war dann eine Weile lang mit einem ganz netten Typen, war aber nicht wirklich verliebt und habe auch selbst die Sache nach anderthalb Jahren wieder beendet. Für mich hatte das alles so seine Richtigkeit und ich fand nie, dass die Beziehung eine falsche Entscheidung war, obwohl nicht so besonders viel draus geworden ist.

    Um fair zu sein, muss ich aber auch sagen, dass ich nicht weiss, wie das alles aus seiner Sicht war. Er hat sicher an der Trennung mehr gelitten als ich (er wurde ja von mir verlassen). Keine Ahnung, ob ER im Nachhinein dachte, das Ganze war ein Fehler. Das ist halt immer die Crux, dass immer noch mindestens ein anderer Mensch beteiligt ist, der ebenfalls verletzlich ist.

  5. #5
    MonaLisa

    Themenautor

    Standard

    Hallo Patagonia

    Zitat Zitat von Patagonia Beitrag anzeigen
    In deinem anderen Thread beantwortest du ja selbst eigentlich schon die Frage für deine konkrete Situation. Im Augenblick ist dein Herz mit was anderem beschäftigt.
    Mich irritiert nur, dass mehrere Leute so etwas für denkbar halten und auch machen würden. Ich glaube ja auch nicht mehr daran, dass die große Liebe lebenslang halten kann. Oder muss. Aber man sollte doch zumindest am Anfang so sehr verliebt sein, dass man es sich wünscht.

    Zitat Zitat von Patagonia Beitrag anzeigen
    So im Allgemeinen kann es meiner Meinung nach schon Fälle geben, in denen die "Kleine Liebe" ihren Sinn hat. Du beschreibst ja auch eine Geschichte. Wenn das die beste Beziehung war, die du überhaupt je hattest, war sie vielleicht den Trennungsschmerz am Ende wert?
    Ja, auf jeden Fall. Aber noch besser wäre es gewesen, wenn er sich auch verliebt hätte. Oder ich mich nicht. Einseitig ist immer schlecht.

    Ach ja, das Leben ist kompliziert. Der, den ich will, den krieg ich nicht und der den ich haben könnte, den will ich nicht. Aber die letzten beiden Male als ich mich verliebt habe, da sind so richtig die Funken geflogen. Und auch wenn ich vermutlich wieder ein halbes oder ganzes Jahr suchen muss, um das wieder bei jemandem zu finden, werde ich wohl doch lieber warten.

    Mona

  6. #6
    Patagonia

    Standard

    .. und ich wünsche dir, dass du viele gute liebe FreundInnen hast und haben wirst, so dass du auch ohne die grosse Liebe nie ohne liebevolle menschliche Zuwendung bist...

  7. #7
    MonaLisa

    Themenautor

    Standard

    Zitat Zitat von Patagonia Beitrag anzeigen
    .. und ich wünsche dir, dass du viele gute liebe FreundInnen hast und haben wirst, so dass du auch ohne die grosse Liebe nie ohne liebevolle menschliche Zuwendung bist...
    Ja, das ist auch ein wichtiger Punkt.
    Ich arbeite dran. Da ich hier in der Stadt neu bin, meine anfangs beste Freundin mich verraten hat und ich bei der Arbeit auch recht isoliert bin, fühle ich mich schon oft ziemlich einsam.
    Obwohl ich Freunde habe. Aber die sind halt zumeist weit weg. Neuen Bekannten zu vertrauen, fällt mir gerade schwer. Noch ein Hindernis beim Verlieben.

    Mona

  8. #8
    Kalle_Blomquist
    Gesperrt

    Standard

    Zitat Zitat von MonaLisa Beitrag anzeigen
    Hallo miteinander,

    während ich noch meinen Kollegen anschmachte, gehe ich mit anderen Männern aus, um mich abzulenken. Mich beschäftigt seit gestern aber wieder so eine blöde Frage.

    Und zwar fing das so an... Ich ging vor Monaten mit jemandem aus, der wohl Interesse an mir hatte. Verliebt war er - so mein Eindruck - aber nicht, sondern fand wohl eher, dass ich seine Kriterien erfülle. Ich sagte ihm, dass ich nicht in ihn verliebt sei und es mir auch nicht vorstellen kann, mich in ihn zu verlieben. Er ist wirklich nicht mein Typ, gar nicht. Er schlug mir dann vor, wir könnten uns doch trotzdem zusammen tun. Sozusagen die "kleine Liebe leben", während ich auf die große Liebe warte. Allerdings sagte er dann gleich auch dazu, dass meine große Liebe ja doch nie kommen würde, weil ich so kopflastig sei und zu hohe Ansprüche stelle. Das habe ich natürlich von mir gewiesen, ich kenne mich ja schließlich besser. Ich glaube, er hat entweder von sich auf mich geschlossen oder suchte irgendeine Erklärung, warum ich mich nicht in ihn verliebe. Er meinte nämlich, ich sei zu kopflastig, um IHN an mein Herz zu lassen. Hm, hm. Ich fand dieses Angebot total unmoralisch! Die Bekanntschaft war ruckzuck zu Ende, als ich ihm erzählte, dass ich mich unsterblich in meinen Kollegen verliebt habe.

    Gestern Abend hatte ich mal wieder ein Date mit jemandem, mit dem ich schon zwei Mal vorher aus war. Zwischendurch war Funkstille von seiner Seite. Zwischen den Zeilen habe ich herausgehört, dass er zwischendurch mit einer anderen geschlafen hat, die ihn dann abservierte und sich nicht mehr meldet. Außerdem hat er erzählt, wie seine Ehe kaputt ging. Sie hat ihn betrogen und er dann Schluss gemacht. Mein Eindruck ist, dass er ziemlich einsam ist, aber sich gerade gefühlsmäßig gar nicht auf große Liebe einlassen möchte. (Nur so mein Bauchgefühl.) Ich erzählte ihm - wie kamen wir eigentlich drauf? - von jenem Angebot damals und fand, dass so etwas eine sehr gute Idee sein kann. Ooops! Obwohl ich es mir irgendwie mit ihm vorstellen könnte, sich einfach zusammen zu tun und abzuwarten, was daraus wird, möchte ich mich auch nicht in Gefühlsschlamassel bringen.

    Ich persönlich möchte so eine Zweckbeziehung nicht eingehen, außer ich habe irgendwann komplett die Nase voll von der Einsamkeit. Mir fallen aber gleich mehrere Gründe ein, warum eine Zweckgemeinschaft für mich nicht in Frage kommt:
    - Das habe ich doch sieben Jahre lang gehabt und es hat mir nicht gereicht.
    - Ich bin durchaus dazu fähig, mich ganz unsterblich, intensiv und bedingungslos zu verlieben. Wenn das wieder passiert, möchte ich gerne frei sein. Ich glaube nicht, dass mein Traummann das lustig findet, wenn ich mit jemandem ins Bett gehe, während ich auf meinen Seelenbruder warte.
    - Ich befürchte, dass selbst wenn man anfangs sagt, das sei ja nur eine Zweckgemeinschaft und bis einer den/ die Richtige gefunden hat, befürchte ich, dass sich doch mindestens eine Person richtig verlieben könnte und dann haben wir den Salat. Großes Gefühlsdrama und alles.

    Was denkt ihr von der Sache? Könntet ihr euch das vorstellen? Habt ihr schonmal sowas gehabt?

    Ich hatte mal eine Beziehung, in die ich mich Hals über Kopf reinstürzte, um nicht länger allein zu sein. Blöd war halt, dass ich damit die schöne Freundschaft kaputt gemacht habe, die vorher zwischen uns bestand. Ich verliebte mich nämlich in ihn und er nicht umgekehrt. Und ich habe monatelang Rotz und Wasser geheult, als die Beziehung nach kurzer Zeit vorbei war. Es war trotzdem meine beste Beziehung überhaupt, eben weil wir Freunde waren und ganz ehrlich zueinander. Aber es funktionierte halt leider nur so kurz. *schnüff*

    Eure Meinungen und Erfahrungen interessieren mich.

    Liebe Grüße,
    Mona
    Wenn beide nicht mehr wollen, warum eigentlich nicht? Früher gabs ausschließlich Vernunftehen, wobei Liaisonen geduldet waren.

    Was Du im letzten Absatz schriebst, kenne ich nur zu gut, mir ging es ähnlich. Die Freundschaft ist nun auch perdu.

    LG

    Kalle

  9. #9
    MonaLisa

    Themenautor

    Standard

    Zitat Zitat von Kalle_Blomquist Beitrag anzeigen
    Wenn beide nicht mehr wollen, warum eigentlich nicht? Früher gabs ausschließlich Vernunftehen, wobei Liaisonen geduldet waren.
    Das kann man schon machen, funktioniert auch einigermaßen.
    Menie letzte Beziehung war quasi so eine Zweckgemeinschaft, ab dem Moment, wo wir beide nicht mehr verliebt waren.
    Ich habe aber gemerkt, dass mir das nicht genügt. Ich wollte lieber die große Liebe suchen.

    Zitat Zitat von Kalle_Blomquist Beitrag anzeigen
    Was Du im letzten Absatz schriebst, kenne ich nur zu gut, mir ging es ähnlich. Die Freundschaft ist nun auch perdu.
    Ja, leider. :-( Wobei man sich fragen muss, ob denn die Freundschaft ewig gehalten hätte, wenn man seine Verliebtheit verschwiegen hätte.

    Mona

  10. #10
    Kalle_Blomquist
    Gesperrt

    Standard

    Zitat Zitat von MonaLisa Beitrag anzeigen
    Das kann man schon machen, funktioniert auch einigermaßen.
    Menie letzte Beziehung war quasi so eine Zweckgemeinschaft, ab dem Moment, wo wir beide nicht mehr verliebt waren.
    Ich habe aber gemerkt, dass mir das nicht genügt. Ich wollte lieber die große Liebe suchen.



    Ja, leider. :-( Wobei man sich fragen muss, ob denn die Freundschaft ewig gehalten hätte, wenn man seine Verliebtheit verschwiegen hätte.

    Mona
    Ich meinte eigentlich ein Beziehung in der nie Liebe mit im Spiel war. Das könnte nach meiner Theorie schon funktionieren, vor allem wenn sexuelle Anziehung bediseitig vorhanden ist. Meine dritte große Liebe habe ich nach 17 Jahren "gefunden", hatte die Hoffnung diese zu finden längstens aufgegeben. Nach drei Wochen war dann alles vorbei. Toll.

    LG

    Kalle


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