Ich wurde Juli überfallen. Die täter wurden nicht gefunden. Und sie werden sie wohl auch kaum noch finden. Falls doch wäre es schon jetzt fraglich ob ich mir die Mühe einer Aussage vor Gericht mache. (verständlicherweise habe ich eine gewisse aversion gegen gerichte). Bei diesem eher Geringen verbrechen hab ich wenn sie erst in 5 Jahren gefunden werden schon gar kein Interesse mehr daran.
Ok, dann hat Dich das wohl nicht besonders mitgenommen...oder Du hast ein wenig "Mitgefühl" aufgrund Deiner eigenen Erfahrungen. Aber ich finde sowas allein schon deshalb wichtig, um anderen Menschen zu ersparen, dass ihnen das Gleiche passiert.
Eine ExArbeitskollegin/Freundin wurde vor nem viertel JAhr mit vorgehaltener Waffe überfallen (Spielothek). Ich kann nicht mit sicherheit für sie sprechen, kannmir aber auch bei ihr wie ich sie kenne nicht vorstellen das sie dass anders sieht.
Kann ich auch nicht nachvollziehen - das sind Menschen, die sich einfach nehmen was sie wollen. Und so funktioniert Gesellschaft nun mal nicht. Deshalb sollen sie auch dafür Rechenschaft ablegen müssen und bestraft werden.
Den Vergleich mit dem Kind finde ich gar nicht SO unpassend. Was ist Justiz? Im Grunde der Versuch einer Umerziehung vom Straftäter zum gesetzestreuen Bürger.
Auch, aber nicht nur. Es geht auch darum, den Rest der Gesellschaft vor solchen Straftätern zu schützen. Und um gerechtigkeit im Sinne der Opfer.
Und gut, der Verbrecher kann auch in 80 Jahren noch wissen WOFÜR er bestraft wird. Aber nur wissen. Emotional in verbindung bringen weniger als jedes Kind. Es ist unglaublich wie weit sich auch meine "nur" 5 Jahre schon entfernt von mir anfühlen.
Vielleicht fühlen sich Deine 5 Jahre aber auch deshalb so weit weg an, weil Du eben dafür zur Rechenschaft gezogen wurdest. dann ist es doch nur legitim und auch wichtig, damit abzuschließen und nach vorne zu blicken.
Emotionale Verbindung zu einer Straftat hat ein Täter wohl nur dann, wenn er wirklich ein schlechtes Gewissen hat, wenn er es bereut. Tut er das nicht, erkennt er in meinen Augen nicht, dass es ein Fehler war - ein Grund mehr für mich, die Allgemeinheit vor solchen Menschen zu schützen.
Ich glaube würde man mich in 25 Jahren noch wegen etwas von damals anzeigen ich würde mich stellen.... mit Sprengstoffgürtel ausgrüstet.
Irgendwann hast sicher auch du mal Drogen genommen, versuchsweise wie fast jeder. Was würdest du sagen wenn man dich heute dafür einbuchten wollte? Klar, das ist ein vergleichsweise winziges Delikt, aber auch eine vergleichsweise winzige Zeitspanne.
Tatsächlich und auch wenn mir das noch fast nie jemand geglaubt hat: ich hab noch nie in meinem Leben Drogen auch nur angrührt. Gelegenheiten gab es mehr als genug, aber ich hab alles immer nur weiter gereicht und nie selber probiert. Kein Interesse, zu viel Angst, was auch immer. Deshalb kann ich da nicht mitreden.
Dazu kommt, dass das wiederum ein Delikt ist, das man auch hiermit nicht vergleichen kann. Denn selbst wenn ich Drogen nehmen würde, dann schade ich damit erst mal nur mir selbst und niemand anderem. Wenn ich aber im Drogenrausch ein Verbrechen begehe, ist es wieder was anderes. Verstehst Du den Unterschied, den ich da mache? Es geht mir darum, ob es ein "Opfer" gibt oder nicht.