
Zitat von
Soleil
Ich hab lange ueber Deine Worte nachgedacht, BeastyWitch.
Hmmm, als er mir den Antrag gemacht hat, unabhaengig von den aeusseren Umstaenden, da war ich total happy und hab mich gluecklich gefuehlt. Ich spuere bei ihm etwas, das ich in meinen letzten Beziehungen immer vermisst habe.
Alleine schon, als wir uns kennen lernten, wusste ich 'Das ist ER!'
Das denkt man sich vielleicht bei fast allen seinen Freunden, kannst Du jetzt als Einwand bringen, aber abgesehen von meiner "ersten grossen Liebe" mit 15, habe ich bei keinem meiner anderen Freunde so etwas gefuehlt. Was ja dann auch der Grund war, warum ich mit ihnen Schluss gemacht habe.
Nein diesen Einwand würde ich nie bringen, denn man hat nicht bei jedem Partner dieses Gefühl. Ich habe bisher auch bei nur einem eine wirkliche Zukunft gesehen.
Was in anderen Beziehungen nicht so war.
Sicherlich wird es vielleicht nocheinmal so einen Menschen geben, muß aber nicht!
Vielleicht ist es auch nicht das Herz, das gegen eine Ehe ist, sondern mein genereller Widerstand dagegen.
Ich koennt jetzt hier eine philospohische Diskussion ueber das Thema "Ehe ansich" starten, aber das wuerde zu weit fuehren.
Fuer mich zaehlt eine Verbindung weder mehr noch weniger, nur weil ich vor einem Beamten eine Unterschrift geleistet habe. Trotz alle dem empfinde ich es als unglaublichen Schritt und obwohl man meinen sollte, dass ich schon etwas reifer in meiner Birne bin (gehe langsam aber sicher auch auf die 30 zu), fuehle ich mich eher wie ein Teenager, der dabei ist, die Welt zu entdecken. Und das meine ich ziemlich woertlich.
Du eines lass dir gesagt sein. Reife kann man nicht über Gefühle beschreiben.
Man denkt natürlich komplexer und wirft sich nicht sofort in jede Beziehung und denkt...juhuu das ist es. Man hat im Leben schon genug erlebt und an Erfahrung gesammelt. Doch wenn es um Gefühle geht...die Liebe, dann kann man sich nicht immer, seinem Alter entsprechend, verhalten. Das muß man auch gar nicht!
Ich geniesse es eigentlich, frei und unabhaengig zu sein, wenn ich zu Hause bin schufte ich wie ein Workaholic, scheffle Kohle und geb es mit beiden Haenden in die Welt. Ich glaub, ich hab einfach Angst, dass das nicht mehr geht, wenn ich erst mal verheiratet bin. Und irgendwo spielt auch Egoismus eine Rolle. Denn ansonsten waere ich ja bereit, das stueckweit aufzugeben, oder?
Das ist natürlich ein Punkt, den du bedenken mußt. Jetzt liegt es aber an dir, in wie weit du bereit bist, auch ein paar Eigenschaften von dir etwas zur Seite zu packen.
Eine Beziehung/Ehe bedeutet nun mal auch, dass man einfach nicht mehr so ego leben kann, wie bisher. Aber wenn ich einen Menschen wirklich liebe, sogar ans heiraten denke.....dann gebe ich gewisse Dinge gerne auf. Verstehst du?
Wenn man wirklich liebt, dann muß man gar nicht lange drüber nachdenken.
Manchmal ertappe ich mich bei dem Gedanken, dass ich ihn irgendwo vorstelle und ihn als meinen "Mann" vorstelle, und mir gefaellt diese Vorstellung ueberaus gut, auch wenn ich dafuer keinen Trauschein brauche, eigentlich... oder?
(Waere mir uebrigens bei meinen frueheren Beziehungen nicht im Traum eingefallen, nicht einmal waehrend der Beziehungszeit)
Kann es sein, dass ich einfach eine Sch..Angst habe, davor, was passieren kann? So wie ein kleines Kind, das sich am liebsten an 'Mami' klammert? Ich will irgendwie nicht 'erwachsen' werden und eine Heirat ist fuer mich so etwas wie der Inbegriff von 'jetzt bist Du aber erwachsen'.
Guenther Grass haette seine helle Freude an mir - zum Glueck hab ich nicht beschlossen, klein zu bleiben, wie Oskar aus der Blechtrommel - aber die 'Generation Doof' schlaegt bei mir voll zu (Buchtipp am Rande ;-))
Soleil