Ich glaube, ich habe ein größeres Problem und weiss nicht, wie ich es angehen soll, die Situation wieder in normale Bahnen zu lenken. Das Problem zieht sich jetzt schon 1 1/2 Jahre.
Ich bin jetzt mittlerweile 2 1/2 Jahre mit meinem Freund zusammen und hab liebe ihn wirklich sehr. Er ist ein sehr lieber Mensch, hilfsbereit und hat eigentlich alles in die Beziehung mitgebracht, was sich eine Frau wie ich wünschen kann. Aber leider auch eine riesengroße Schattenseite.
Im ersten Jahr fiel mir auf, dass er überdurchschnittlich viel über Pornos erzählte. Dabei handelte es sich um Bemerkungen, Erzählungen über Erfahrungen diesbezüglich (Wixgeschichten mit Dolly Buster mit drei Schwänzen intus, irgendwelchen Praktiken, die er gesehen hat etc.). Er machte sehr sehr oft anzügliche Witze, über ein Maß hinaus, das man witzig finden könnte, nämlich ständig. Es war jeden Tag Thema. Er erzählte mir, dass er quasi in der Arbeit mit einer Dauererektion herumlief, wenn Frauen in der Gegend waren.
Es kam mir manchmal vor, als würde er sich eine Maske aufsetzen und blöde Kommentare loslassen. Er wirkte dann wie ein anderer Mensch.
Er erzählte nie etwas von Pornokonsum oder dergleichen, obwohl ich jedes mal, wenn ich zu ihm kam, seinen Laptop mit angewichsten Tüchern auf der Couch liegen sah, was er dann schnell verschwinden ließ.
Er band mich verbal in irgendwelche Pornofantasien ein. Nach einem Monat der Beziehung sprach er schon von sehr expliziten Wünschen, wie Starp On (was für mich etwas mehr Vertrauen und Zeit bedarf). Er sagte zu mir "ich und 2 Neger und er filmt uns dabei" oder schwärmte von Frauen mit gespreizten Beinen und Strümpfen, anstatt seine Wünsche mir gegenüber so zu artikulieren, dass sie auch als Wünsche ankamen (so wollte er den Wunsch äußern, dass ich für ihn Strümpfe anziehen sollte). Er nannte mich aggressive Schlampe und aggressives Luder, als ich ihn mal ein bisschen ärgerte.
Als wir einmal unterwegs waren, erzählte er einem wildfremden Menschen von seiner Pornosammlung, die er mal hatte. Stolz war er darauf, dass diese Sammlung im Anfangsstadium um die 400 Stück betrug. Er schwärmte und sinnierte über Pornodarstellerinnen. Ich betrank mich an diesem Abend und ging ihm aus dem Weg, sprach auch nicht mehr darüber. Das morgendliche Erwachen war leider sehr schmerzvoll. Wieder einmal hatte er mit seiner Art geprotzt, hat stolz über Pornos erzählt und es war ihm egal, ob mir das vielleicht unangenehm sein könnte. Jedenfalls lag ich heulend im Bett. Er war währenddessen mit einem Erotikmagazin am Klo und als er ins Schlafzimmer kam, schmiss er es vors Bett und verschwand wieder.
Ein anderes Mal hat er seinem Freund die Ohren vollgeschwärmt von seiner Pornosammlung und dergleichen. Er hat nicht gemerkt, dass es mir weh tat. Ich hab den Fehler gemacht und nichts gesagt. Ich hab ihn nur ignoriert, jedes Mal, wenn so etwas kam. Man kann auch nicht von Menschen voraussetzen, dass sie das verstehen. Aber ich war überfordert mit dieser Art. Es war mir völlig neu.
Das mit der Schlampe war für mich der Punkt, als ich ihm nach einem Jahr erzählen musste, dass mich seine abgebrühte Art sehr oft verletzt. Genauer gesagt, war ich wirklich am Boden und am Rande eines Nervenzusammenbruchs. Alles in allem war es zu viel geworden.
Also sprachen wir viel darüber und es stellte sich heraus, dass er pornosüchtig war. Das hat er zumindest erzählt, als das alles aufkam. Er erzähltte mir, dass er sich wegen mangelndem Selbstbewusstsein eine Fassade aufgebaut hatte, und über Pornos protzte weil er nie eine Freundin hatte. Er hatte vor mir erst eine Freundin. Eine kurze (1 1/2 Jahre) Wochenendbeziehung, die sexuell sehr schlecht für ihn verlief. Er konnte nicht kommen, ohne der Frau auf die Brüste zu ornanieren und sie hat ihm deswegen Druck gemacht (nich absichtlich, aber sie war dadurch in ihrem Selbstwert auch nicht gerade bestätigt weil sie nicht wusste, warum das so war). Das mit der Unfähigkeit, auf normalem Wege einen Orgasmus zu haben war übrigens bei uns Anfangs auch lange Zeit der Fall und ich war natürlich irritiert, hab ihm aber keinen Stress deswegen gemacht. Es litt nur mein Selbstbewusstsein darunter.
Der Sex zu Anfangs war sehr rauh, sehr stressig, hart. Ich kam mir einfach nur gefickt vor. Wir konnten auch keine gemeinsamen Orgasmen haben, weil er nicht kommen konnte. Ich kam mir sprichwörtlich vor wie in einem Porno.
Er erzählte mir über seine Pornovergangenheit. Dass er Hardcorefilme sah. Jeden Tag. In der Arbeit, manchmal die ganze Nacht. Ich machte mir große Sorgen, dass er wieder in die Sucht zurückfallen könnte bzw. wird. Er beteuerte mir, dass er in mir seine sexuelle Erlösung gefunden hatte und keine Pornos mehr braucht und nichts mehr konsumiert, seit wir 2 Monate zusammen waren. Ich konnte ihm das nur schwer glauben, weil es ja ständig Thema war seinerseits.
Seit gut einem Jahr hat sich der Spieß umgedreht, ich leide teilweise unter Angstzuständen. Wir haben so viel über dieses Thema gesprochen und er hatte sich immer wieder erklären wollen und Ausflüchte gesucht. Er wollte seine Weste rein waschen, indem er mir immer mehr Details erzählte, die mich sehr belasteten, um sich zu erklären.
Ich hab bemerkt, dass er nach ca. 1 1/2 Jahren nach Pornodarstellerinnen gegoogelt hat. Er sagte, er wollte nur testen, ob er süchtig war und seitdem streitet er auch ab, dass er ein Problem damit hatte.
Er sagte immer, er fände nichts mehr an Pornos bzw. Hardcorefilmen. Vor ein paar Wochen hatten wir eine heftige Diskussion, in der er behauptete, er wolle sich mit mir welche anschaun. Jetzt wiederum behauptet er wieder das Gegenteil. Das verwirrt mich sehr. In Diskussionen erzählt er mir leider oft mehr, als mir gut tut…. Es kommen Details zu Tage, die mir in dieser Situation schon zu viel sind weil ich ehrlich gesagt von diesem Thema einfach nur meine Ruhe haben würde. Im Eifer des mittlerweile 1 1/2 Jahre dauernden Gefechts wurden viele Fehler gemacht, die er bereut. Mich verwirrt nur seine sprunghaftigkeit in seinen Aussagen... Aber er war damit natürlich auch überfordert.
Dieses Thema lässt uns aber beide nicht mehr los. Es hat sich festgefressen wie ein Krebsgeschwür und wir wissen beide nicht, was wir noch tun sollen. Er ist der Meinung, ich brauche eine Therapie. Ich denke, er braucht eine, weil es für mich auf der Hand liegt, dass er es mit einer Sucht zu tun hatte und die Auswüchse großen Schaden angerichtet haben. Zur Information, er ist jetzt 30 und der exzessive Konsum erstreckte sich über 10 Jahre.
Das war jetzt viel, denke ich, aber ich würde mich sehr freuen, wenn ich die eine oder andere Meinung dazu hören könnte.


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Angst ich spüre Du hast, vorsichtig sein Du musst, Angst führt zu Wut, und Wut führt zu Hass.... Hass ist der Weg zur dunklen Seite....



