Hallo Leute.

Nachdem ich ein bisschen passiv mitgelesen hab, möchte ich euch gerne um Rat fragen, denn ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich mit dieser Situation umgehen soll.

Ich bin jetzt 20, mein Freund (26) und ich sind etwas über 2 Jahre zusammen. Anfangs ging es recht schnell, wir sind uns auf der Geburtstagsfeier eines gemeinsamen Kumpels begegnet und einen Monat später waren wir schon ein Paar. Das "Ich liebe dich" folgte paar Wochen später. Da dies meine erste Beziehung ist, war ich ziemlich unerfahren, wusste mich nicht wirklich zu verhalten bei Streitigkeiten und es fiel mir ein wenig schwer, diese ganze "Beziehungskiste" auf die Reihe zu kriegen. Zumal ich mich auch eher als Einzelgänger und egoistisch veranlagt bezeichnen würde. Die rosarote Brille war irgendwie nie wirklich da gewesen.

Aber mit der Zeit sind wir mehr und mehr aufeinander zugekommen, haben uns aneinander angepasst und die meiste Zeit geht es auch harmonisch zu. Streiten tun wir zwar auch, da wir beide Sturköpfe sind, doch die Versöhnung folgt eigentlich immer am gleichen Abend.

Obwohl er wahrscheinlich das Beste ist, was mir je passieren wird (wenn ich das mal so sagen kann - treu, liebevoll, liest mir jeden Wunsch von den Lippen ab), zweifle ich sehr oft an meinen Gefühlen. Er hatte schon ein paar Beziehungen vor mir, auch One Night Stands und Affären, und sagt mir ständig, dass es sich mit mir "ganz anders" anfühlt. Dass ich "die Eine" für ihn bin.

Mein Problem bei der ganzen Sache ist, dass ich keine Ahnung habe, was ich im Leben will. Ob ich überhaupt Kinder kriegen und heiraten möchte, oder lieber Single bleibe. Ich stehe am Anfang meines Lebens und hab genug Zeit, um mich zu orientieren.
Wenn wir zusammen sind, dann bin ich glücklich, doch wirklich zufrieden nun auch wieder nicht. Ich fühle mich, als würde ich etwas verpassen - so, als würde das Leben an mir vorbeiziehen, wenn ich mich jetzt an diesen einen Menschen wirklich ewig binden würde.

Die Zweifel hab ich nicht seit gestern, etwa 6 Monate nachdem wir zusammen gekommen sind, haben sie angefangen. Mal mehr, mal weniger, aber doch immer vorhanden.
Dazu kommt, dass wir im Dezember vergangenen Jahres eine kleine "Krise" hatten, teils weil er in den nächsten Monaten beruflich sehr eingespannt sein wird und somit kaum noch Zeit für mich haben wird (wobei ich auch sehr mit Prüfungen zu tun haben werde), teils weil ich mit ihm über mein Gefühlschaos gesprochen habe und gestanden habe, dass ich nicht weiß, ob das, was ich für ihn empfinde, mir tatsächlich ausreicht, um diese Beziehung weiterzuführen.

Wir hatten uns damals auf eine offene Beziehung geeinigt, wobei ich sehr erstaunt war, dass gerade er, der mich doch niemals teilen möchte, den Vorschlag gemacht hat. Allerdings sah ich es als Chance, meine Gefühle zu ordnen und mir darüber im Klaren zu werden, was ich will. Was mich am meisten erstaunt hat, war, dass er wohl bei der Arbeit eine Frau hat (keine Kollegin), die sich für ihn interessiert und in der gleichen Situation ist (ihr Freund ist in Amerika).
Nach ein paar Tagen "Regeln aufstellen" hat er zu mir gemeint, dass er das Ganze eigentlich monogam halten will, also dass wir beide keinen Sex mit anderen haben sollten. Das wollte ich aber nicht. Nach einigem hin und her ist er dann zu mir gekommen und meinte, dass er die Vorstellung, dass ich mit jemand anderem schlafen würde, nicht ertragen kann und mich dann wohl mit anderen Augen sehen würde. Im Nachhinein hab ich erfahren, dass er die Frau wohl auch geküsst hat, was mir wahnsinnig weh getan hat - er meinte dazu, dass ich mich an dieses Gefühl erinnern sollte, wenn ich wieder nicht weiß, was ich will.
Es gäbe also nur 2 Wege - Trennung, oder es gemeinsam noch mal zu versuchen. Er würde auch einsehen, dass er versucht hat, mich gewissermaßen "einzusperren" wegen seiner Eifersucht und sich bessern möchte. Da ich eine Trennung eigentlich nicht möchte, da ich sehr an ihm hänge und ich wohl auch irgendwie emotional von ihm abhängig bin, hab ich mich darauf eingelassen.
Die Feuerprobe eine Woche später (Geburtstagsfeier eines Bekannten) hat er auch gut gemeistert.

Das alles ist inzwischen einen Monat her. Es läuft eigentlich wunderbar zwischen uns, doch die Zweifel, die verschwunden waren, kommen allmählich wieder und rauben mir den letzten Nerv.
Wenn ich ehrlich sein soll, weiß ich selbst nicht genau, ob ich ihn liebe oder nicht. Ich glaube, ich habe auch teilweise Angst allein zu sein und möchte deshalb die Beziehung nicht beenden. Auch deshalb, weil mir seine körperliche Nähe fehlen würde, genau wie die täglichen Anrufe.

Ich weiß einfach nicht, was ich machen soll. Für ihn ist alles in Ordnung, aber ich bin unzufrieden. Ich glaube, eine offene Beziehung könnte ich auch emotional nicht durchstehen, weil meine eigene Eifersucht mir im Weg steht.

Habt ihr einen Rat für mich?


Liebe Grüße,

Ellenor

P.s. Sorry für den Roman Ich hab eh versucht, mich möglichst kurz zu fassen