Im Juni habe ich mit meinem Freund schlußgemacht und noch am selben Abend habe ich schon den nächsten geküßt - oder er mich. Ihn selbst kannte ich eigentlich noch nicht gut, nur sein bester Freund ist ein sehr guter Kumpel von mir.
Als ich dann nach seiner Freundin fragte hieß es gleich, sie bleibe auch seine Freundin.
Am nächsten Tag entschuldigte er sich per SMS für diesen Ausrutscher.
Ich bildete mir ein, es könnte sich auch eine Freundschaft entwickeln. Jedenfalls wollte ich nicht gleich beleidigt sein, sondern ihn erstmal kennenlernen. 6 Wochen lang lief nichts, aber wir trafen uns so ca. einmal die Woche.
In dieser Zeit verknallte ich mich eigentlich erst richtig. Trotz seines eher mäßigen Aussehens entpuppte er sich als der Mann, den ich immer gesucht hatte.
Eines Abends küßten wir uns dann wieder.
Aber auch dann wollte er nicht von seiner Freundin weg. Ich wollte mich dann nicht mehr mit ihm verabreden. Wir hatten wenigstens ein vernünftiges Gespräch, und so mußten wir uns wenigstens nicht extra aus dem Weg gehen - dachte ich.
Bei der übernächsten zufälligen Begegnung knutschten wir wieder - gegen jede Vernunft. War nicht klug, weiß ich.
Er fing daraufhin an, mich vage zu kontaktieren, aber ich reagierte kaum, wollte nicht, daß noch mehr passierte, solange es hinterm Rücken seiner Freundin geschah.
Leider fiel es mir schwer, ihm zu widerstehen.
Auf einer Party machte er Annäherungsversuche, woraufhin ich mit ihm rausging und ihn zur Rede stellte, ob er mit seiner Freundin jetzt geredet hätte. Hatte er nicht. Wir stritten uns, ich fand das langsam geschmacklos, er wollte mich überzeugen, daß er aber doch so ernsthaft verliebt sei - ziemlich wirres Zeug.
Er bestand darauf, mich nach Hause zu begleiten, wir verabschiedeten uns absurderweise in einer Endlos-Knutscherei, aber er mußte mir versprechen, mich nicht mehr zu kontaktieren, solange es eine andere Frau in seinem Leben gäbe.
Eine Woche hielt er durch, dann kam eine sehnsüchtige SMS, auf die ich nicht reagierte.
2 Wochen danach rief er an und wollte reden. Dazu reiste er mir bis nach Stuttgart nach.
Er behauptete, er sei jetzt getrennt, nur sie hätten die Wohnung noch nicht aufgelöst, das würde auch langsam gehen, und es könnte kompliziert werden. Seine Freundin wolle nicht, daß es so von heute auf morgen passiere.
Dummerweise ging ich davon aus, daß er sich entschieden hatte, wenn er diesen Aufwand treibt, um mir das mitzuteilen.
Er fuhr abends noch zurück, und 2 Tage lang dachte ich, ich hätte einen neuen Freund.
Als ich nach München zurückkam, war wieder alles beim Alten.
Er wollte sich nicht entscheiden, und ich brach den Kontakt wieder ab, auch wenn er noch so sehr beteuerte, wie verliebt er doch in mich sei.
Er wäre am liebsten zweigleisig gefahren, aber ich weiß nicht, wie oft ich ihm schon gepredigt hatte, daß 2 Frauen gleichzeitig absolutes No-Go ist.
Er wollte sich "langsam" und "nicht so brutal" trennen, aber ich glaubte ihm das noch nicht. Klar habe ich insgeheim gehofft, leider sogar sehr stark.
Als ich ihn 2 Monate später mit seiner Freundin an meinem Arbeitsplatz sah, schrieb ich ihm per e-mail, er solle bitte dort nicht mehr auftauchen, ich wäre dankbar, ihn nicht sehen zu müssen. Er hatte vielleicht bis dahin noch nicht kapiert, wie sehr er mir wehgetan hat.
Seitdem habe ich ihn nicht mehr gesehen. Leider habe ich seinetwegen den schlimmsten Liebeskummer seit 10 Jahren, und ich kann immernoch nicht glauben, daß er bei dieser Frau bleiben will.
Sie ist 41, er 33. Ich bin 32 und ihr zumindest optisch weit überlegen.
Sie sind weder verheiratet, noch haben sie Kinder. Und es war nicht das erste Mal, daß er ernsthaft über Trennung nachgedacht hat.
Einer der Hauptgründe war der Mangel an gemeinsamen Freunden.
Mit mir hätte er von Anfang an einen riesigen gemeinsamen Bekanntenkreis.
Hat er einfach Skrupel, sie so plötzlich fallenzulassen?
Gut, er hat weder Eltern noch Geschwister, und er ist seit 12 Jahren in Deutschland.
Seine Freundin ist seine Beschützerin, und ich nehme an, er will sich nie ganz von ihr lösen.
Hätte sie zugelassen, daß sie gute Freunde bleiben, wär´s mit der Trennung vielleicht kein Problem gewesen. Aber die Frau ist ja nicht dumm.
Tut mir leid, daß ich so ein Weichei wie ihn toll finde...aber ich will leider im Moment ihn oder keinen...
Mittwoch ist er zufällig zur selben Zeit in Berlin wie ich.
Meint Ihr, es hat Sinn, ihm nochmal über den Weg zu laufen, rein zufällig natürlich?
Ich weiß ja, wann er sich wo aufhält. Oder soll ich aufgeben?
Ich kann mich noch nicht damit abfinden, daß mir dieser Mann so knapp durch die Lappen gegangen ist! Ich kapiere nicht, was ihn zurückgehalten hat, diese Chance zu ergreifen.
Ich weiß nicht, wo ich so einen je wieder kennenlernen soll!
Bitte sagt mir, was ich tun soll! Danke.