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Einzelkämpfer?

  1. #1
    Beka

    Standard Einzelkämpfer?

    Hallo!
    Es ist nicht so, dass ich keine Freunde hätte. Innerhalb meiner Familie ist alles in Ordnung, ich habe sehr gute Freundinnen, auch einige lockere Bekannte, komme mit meinen Arbeitskollegen gut aus,... eigentlich ist das ja alles prima.

    Aber trotzdem fühle ich mich immer ausgegrenzt. Ich weiß gar nicht so richtig wie ich es beschreiben soll. Vielleicht am besten am Beispiel der Kollegen. Ich hab immer so ein bisschen das Gefühl übrig zu bleiben. Ich sehe, dass hier zwei miteinander quasseln, dann kriege ich mit wie zwei andere sich in irgendeiner Onlinecommunity gegenseitig einladen, dann geht da eine Gruppe miteinander schwimmen,... es ist jetzt kein Problem sich dazuzustellen und mitzuquasseln, oder Interesse an der Onlinecommunitiy zu bekunden (die Einladung kommt dann postwendend), oder zu fragen ob ich mitdarf zum Schwimmen oder so. Das ist nicht der Punkt. Es ist auch noch nie vorgekommen, dass ich dann nicht herzlich aufgenommen worden wäre. Aber ich habe immer wieder das Gefühl, dass ich bei solchen Dingen, wenn ich nicht permanent selbst aktiv werde, einfach übergangen werde. Wenn ich nicht selbst am Ball bleibe, nachfrage, zufällig Dinge mitbekomme und einhake, dann geht unheimlich viel an mir vorbei, weil keiner dran denkt mir was davon zu sagen.
    Ich frage mich einfach schon lange, ob das normal ist, dass man permanent Einsatz zeigen muss, ständig auf Zufälle hoffen muss irgendwas mitzubekommen... es stellt sich mir einfach immer wieder die Frage ob jeder im Grunde so ein Einzelkämpfer ist, der immer wieder darauf aufmerksam machen muss auch noch da zu sein, wenn er dabei sein will. Oder mache ich irgendwas falsch?
    Liebe Grüße, Beka

  2. #2
    MulleMaus

    Standard

    Das kenne ich auch komm mir immer wie das 5 Rad am Wagen vor
    Ich weiß auch nicht was ich machen soll????
    Ich weiß oft auch nicht was ich sagen soll,hab prob in eine feste Gruppe rein zukommen,wenn sie von frühher reden ist das immer doof für mich

  3. #3
    flyingapi

    Standard

    Is seltsam mir is das auch immer schon so ergangen. Ich weiss nich woran das liegt, ob ich interessenlos wirke ? Oder ob alle andern mich nicht einschätzen können ?

    Ich denke es gibt Leute denen fliegt alles zu, und dann gibts uns, die wir uns immer ins Licht setzen müssen um nicht übersehn zu werden.


  4. #4
    MulleMaus

    Standard

    Die denken immer von mir ich wäre aber arrogant aber ich weiß einfach nicht was ich sagen soll,deswegen sage ich gar nix...
    Es ist halt schwer wenn die immer anfagen:Weisst du noch damals blablabla??

  5. #5
    Catalu

    Standard

    Zitat Zitat von MulleMaus Beitrag anzeigen
    aber ich weiß einfach nicht was ich sagen soll,deswegen sage ich gar nix...
    So ist es bei mir auch. Mit Freunden oder so hab ich da nicht so die Probleme, hab da so meinen festen Kreis mit dem es auch gut klappt. Aber wehe ich komme irgendwo dazu. Letzte Woche war ich auf einer Geburtstagsparty eingeladen, wo ich nur die Gastgeberin kannte. Hab mir vorher schon weiß gott was ausgemalt, aber es ging erstaunlich gut. Hab gemerkt, dass es hilft, wenn man am Anfang paar mal sagt, "finde ich auch" oder so und dann wird man auch mehr eingebunden. Und wenn die Leute auf einen zugehen ist es umso leichter.

    Beka, ich denke schon, dass es Einzelgänger gibt. Der Mensch an sich ist ja schon ein Herdentier aber manchen liegen die großen Gruppen einfach nicht so. Fühlst du dich denn wohl mit vielen Menschen?

  6. #6
    Beka

    Themenautor

    Standard

    Hallo!
    Danke für eure Antworten! Mit großen Gruppen fühle ich mich überhaupt nicht wohl. Am besten ist es nur zu zweit oder eben mit Menschen bei denen ich genau weiß woran ich bin, also was ich für diese Menschen bin (Bekannte, Freundin oder was auch immer).
    Ich habe das Problem auch, dass ich oft nicht weiß was ich sagen soll, obwohl ich das inzwischen ganz gut im Griff habe. Das kann man lernen, hätte ich nie gedacht, aber ich hab es ganz gut hingekriegt.
    Mein Problem ist eher dieses eigentlich dazuzugehören, aber sich trotzdem allein zu fühlen. Ich bin bei den Kollegen akzeptiert und werde respektiert, gehöre dazu, und trotzdem werde ich selten gefragt ob ich irgendwo mit will. Vieles bekomme ich nur durch Zufall mit. Bei anderen scheint es einfacher zu sein, die scheinen automatisch dabei zu sein, ohne dass sie sich auf Zufälle verlassen müssen. Ich frage mich jetzt einfach ob ich das nur falsch empfinde, dass es alle anderen also auch nicht leichter haben als ich, oder ob es tatsächlich so ist.
    Ein weiteres Problem das ich habe ist meine Ernsthaftigkeit. Ich habe schon Humor, kann auch durchaus mal blöde Sprüche klopfen, aber offensichtlich wirke ich nicht so. Vielleicht hängt das alles auch damit zusammen?
    Liebe Grüße, Beka

  7. #7
    Catalu

    Standard

    ja, denke ich schon. wenn du dich in großen gruppen nicht wohl fühlst, strahlst du das vllt auch aus.
    Ich bin da glaub ich auch so. Am besten gehts bei mir auch zu zweit. Mit meinem Freund, meiner besten Freundin und noch paar anderen ausgewählten leuten kann ich lustig und spontan sein, mache jeden scheiß mit.
    Aber wenn ich in einer Gruppe bin wo ich mich unsicher fühle (kommt der witz überhaupt an? ist das jetzt doof was ich sage?) kann ich auch nicht so locker sein und das wirk dann halt auch so.
    Ich denke, man muss sich irgendwie damit abfinden.
    Kannst du mir dann vllt noch sagen, wie man das lernt, dass man weiß was man sagen soll?

  8. #8
    R@tlos

    Standard

    Zitat Zitat von Beka Beitrag anzeigen
    Aber trotzdem fühle ich mich immer ausgegrenzt.
    Das kenn ich nur zu gut, bist nicht alleine mit dem Prob.
    Ich hab das auch mal ne zeit lang mit gemacht, eingelenkt usw usw. aber wie MulleMaus schon schrieb, ich kam mir irgendwann dann vor wie das 5 Rad am Wagen und hab's dann sein lassen.
    Natürlich kam dann nie oder sehr sehr selten von alleine dann mal "Hey hast du lust mit zu kommen". Ich fing an das Leben eben als Einzelkämpfer zu bestreiten und hatte Spaß dabei.


    Zitat Zitat von MulleMaus Beitrag anzeigen
    Ich weiß oft auch nicht was ich sagen soll,hab prob in eine feste Gruppe rein zukommen,wenn sie von frühher reden ist das immer doof für mich
    Ja das kommt mir auch bekannt vor, da hockt man dann dabei und denkt sich "Na toll was sollstn jetzt dazu sagen?"

  9. #9
    margret
    Gast

    Standard

    geht mir auch so.....

  10. #10
    Schneemond

    Standard

    Hm, so wie ihr es beschreibt, so geht's mir auch. In Familie und bei Bekannten/Kollegen.
    Bin auch eher der Einzelkämpfer und fühle mich allein durchaus wohl. Zum Glück, denn dieses dauernde gefühlte Hinterherlaufen bei anderen, um mal irgendwas zu machen, ist recht nervig und irgendwann ist dann auch mal Schluss. Bin normalerweise auch so, dass wenn ich nichts bei einem Gespräch beizutragen habe, ich mich eher raushalte, als sinnlos vor mich hin zu brabbeln, nur um kommunikativ zu erscheinen. Bin eher nicht so der Mittelpunkt-Typ.
    Interessant das es anscheinend einigen hier so geht.

  11. #11
    Spooky

    Standard

    Zitat Zitat von MulleMaus Beitrag anzeigen
    Die denken immer von mir ich wäre aber arrogant aber ich weiß einfach nicht was ich sagen soll,deswegen sage ich gar nix...
    Es ist halt schwer wenn die immer anfagen:Weisst du noch damals blablabla??
    Aber dann ist doch uch kein Wunder. Über das Reden wird doch die Verbindung zueinander hergestellt. Redest Du nicht mit, grenzt Du Dich quasi selber aus und nicht die anderen grenzen Dich aus!
    Vielleicht solltest Du an dem Punkt mal ansetzten, wieso Du kein Interess zeigst an den anderen und keines Ihnen was von Dir zu vermitteln!

  12. #12
    Beka

    Themenautor

    Standard

    Was das reden anbetrifft: Für mich war das Zuhören der Schlüssel zur Kommunikation. Ich ahbe zwar schon früher immer genau zugehört, aber ich habe nicht aktiv zugehört. Ich habe damit angefangen gezielt zuzuhören und immer sofort einzuhaken wenn ich denke da möchte der andere drüber reden. Oft, wenn der andere gerade keine Sprechpause macht, habe ich mir gedanklich "notiert" wo ich überall einhaken könnte und dann bei nächster passender Gelegenheit da angeknüpft. Solche Themen kann man sich auch für weitere Gespräche merken und mal wieder nachfragen. Irgendwann wird das dann zum Selbstläufer. Man gewöhnt sich an die Art miteinander zu sprechen und es automatisiert sich. Zumindest war das bei mir so.

    Mein Problem ist, dass ich trotz ganz gut funktionierender Kommunikation immer noch das Gefühl habe ausgegrenzt zu sein, bzw. weniger dazu zu gehören als andere. Aber vielleicht kann man die Altlasten nie so ganz aus der Welt schaffen. Vielleicht bleibt man in der Shcublade, in der andere einen gesteckt haben, auch einfach drin, egal wie sehr man sich abmüht.
    Liebe Grüße, Beka

  13. #13
    Arcu88

    Standard

    Zitat Zitat von Beka Beitrag anzeigen
    Mein Problem ist, dass ich trotz ganz gut funktionierender Kommunikation immer noch das Gefühl habe ausgegrenzt zu sein, bzw. weniger dazu zu gehören als andere.
    Das habe ich auch oft bei meinen nicht so guten Freunden.

    Habe da nur 6 Freunde (+ Freund), bei denen ich nicht so bin, bei allen anderen schon... und es macht mir nichts aus. Ich rede nicht viel, wieso sollte ich auch?? Ich habe kein Bedürfnis, mich bei IHNEN mitzuteilen. Ich bin dann gerne stiller als die anderen und wenn sie mich anschauen und was fragen, bin ich total kommunikativ, nett und witzig. 1 Sekunde später bin ich von der "Euphorie" wieder erschöpft... und ruhiger... lächle vl, höre ja wohl zu, aber habe keine Lust auf Gespräche.

    Is echt witzig, bei meinen echten Freunden bin ich alles andere als Einzelkämpfer und bekomme alles mit, ohne aktiv zu werden... weil die mich lieben.

    Ich habe sehr viele Bekanntschaften, aber wichtig sind sie mir nicht. Deshalb bin ich gerne ein Einzelkämpfer - man merkts mir nicht so an. Brauche nicht viel Freundschaften ^^

    Wusste nicht, dass viele so drauf sind
    There's no word that can describe
    the great miracle of life ...

  14. #14
    R@tlos

    Standard

    Zitat Zitat von Schneemond Beitrag anzeigen
    Bin auch eher der Einzelkämpfer und fühle mich allein durchaus wohl.
    Naja wohl fühle ich mich dabei eigentlich nicht, ich seh's halt wie mit der liebe, ich höre irgendwann nach langer zeit auf gegen das schicksal (ich nenns mal so) an zu kämpfen und arrangiere mich damit wie es eben ist

  15. #15
    nic99

    Standard

    Hallo Beka,
    vielleicht neigst du dazu, dich etwas zu kritisch zu sehen, und diese Anderen, die du da beobachtest, diese Gruppen und Cliquen, zu idealisieren. Es ist oft gar nicht so erstrebenswert, da dazu zu gehören, die sind oft gar nicht so interessant, wie es nach außen scheint.

    Und ich finde, es ist ein Unterschied, ob wir uns einsam fühlen, oder alleine sind. Im Gefühl der Einsamkeit fühlen wir uns von allen verlassen. Aber nicht, wenn ich gelegentlich alleine bin. Ich zum Beispiel mache manches auch alleine, wenn ich niemand finde, der mitgehen will.

    Mir genügt es, wenn ich in meinem engen sozialen Umfeld Vertrauen empfinde. Die Meinung und das Dazugehören zu den Vielen ist für mich nicht so wichtig.

    Und ich glaube, es hat auch etwas mit Ringen um Anerkennung zu tun. Wenn wir mit uns zufrieden sind, ist die Anerkennung der Anderen nicht mehr so wichtig.
    Ohne einen Schuss Sarkasmus ist die Wirklichkeit oft nicht zu ertragen.

    Ist Liebe das Bedürfnis zu geben, ohne zu erwarten?


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