ich möchte hier mal ein wenig über mich schreiben um zu erfahren ob es vielleicht Menschen gibt die mir ähnlich sind und von den anderen würde ich einfach gerne ein paar frische Denkanstöße bekommen.
Zu aller erst, ich bin 27, Akademiker und noch Jungfrau. Ich würde mich wenn es um die Liebe geht als einen Kopf/Herz-Mensch bezeichnen. Ich hatte schon immer eine ziemlich gleichgültige Einstellung zum Thema Sex, das heißt ich würde es nicht vermeiden wenn mir ein Mädchen gefällt und die Situation passt, aber ich hatte nie das Bedürfnis danach unbedingt Sex haben zu müssen, es ist mir eigentlich auch völlig gleichgültig das ich noch Jungfrau bin. Ich habe an sich auch kein generelles Bedürfnis nach einer Freundin, das Interesse nach einer Beziehung kommt bei mir nur wenn es da auch eine konkrete Person gibt, ich genieße das Alleinsein sogar, aber ich glaube es ist nicht meine eigentliche Natur, sonder zum Großteil auch einfach weil ich schon immer alleine war und dies meinen Charakter geprägt hat, denn ich bin auch jemand der gerne mit Freunden zusammen ist, impulsiv sein kann, keine Scham besitzt ^^, gerne Leute kennen lernt, feiern geht und im Club die meiste Zeit auf der Tanzfläche verbringt. Seltsamerweise werde ich von Familie und Freunden fast nie darauf angesprochen warum ich keine Freundin habe. Ich hab auch kein Problem damit schöne Frauen anzusprechen, denn ich hatte in der Schule und in verschiedenen Vereinen schon oft die Situation das ich der „Hahn im Korb“ war und habe dadurch ein ziemlich gutes Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl. Auf der anderen Seite habe ich viele Interessen die auf eine introvertierte Person hindeuten, ich mag keinen Teamsport, fahre gerne mit dem Rennrad alleine durch die Berge, gehe um sechs Uhr morgens ins Fitnesscenter weil es da so schön leer ist und manchmal verbringe ich ein ganzes Wochenende damit Schach im Internet zu spielen. Ich spiele auch gerne Gitarre aber nur für mich selbst, obwohl ich auch gut genug wäre um in einer Band zu spielen. Das alles wäre kein Problem wenn ich mich nicht alle paar Jahre mal verlieben würde. Das erste Mal verliebt war ich mit 14, die Dame war damals 17 und ein paar Klassen über mir, ich hab sie trotzdem mutig angesprochen, was sie glaub ich ziemlich beeindruckt hat. Sie war sehr nett zu mir, aber sie hatte schon einen festen Freund. Wenn ich verliebt bin, dann ziemlich heftig und damals hat es Jahre gedauert bis ich wieder normal denken konnte. Ich verliebe mich recht schnell, aber trotzdem sind es sehr starke Gefühle die lange halten. Wenn mir eine Frau nicht auf Anhieb gefällt ist es für mich sehr schwer Gefühle aufzubauen. Ich versuche offen zu sein und ich habe mich auch mehrmals darauf eingelassen Frauen die Interesse an mir hatte die Chance zu geben mich näher kennen zu lernen, einmal sogar mit einer Fast-Beziehung, wir trafen uns 6 Wochen fast jeden Tag, sie schlief oft bei mir im Bett und wir hatten zum Teil Gespräche die 10 Stunden andauerten, aber mehr als Freundschaft lief bei mir einfach nicht, bei mir gibt es keinen „Gewöhnungseffekt“ und es ist auch anstrengend für mich auf soviel Privatsphäre zu verzichten wenn ich die Dame nicht abgöttisch liebe. Das zweite Mal verliebt war ich am Anfang meines Studiums, ich hab die Dame auch recht schnell angesprochen, wir kamen uns näher und nach etwa 4 Wochen hatten wir sogar ein Date. Als ich ihr da meine Gefühle offenbarte (ich bin immer sehr direkt) war sie nicht überrascht, aber sie gestand mir das sie einen Freund hatte und sich nur auf das Date eingelassen hatte weil es in ihrer Beziehung gerade schlecht lief. In den nächsten Wochen verschlechterte sich unser Verhältnis und ich ging auch selbst auf Abstand, weil ich merkte, dass sie nicht gut für mich war (sie zog mich immer hinab in ihren Problemsumpf, nahm aber keine Rücksicht auf meine Interessen). Obwohl ich wusste , dass es keine Zukunft hatte und selbst den Kontakt abbrach, dauerte es etwa 5 Jahre bis ich wirklich behaupten konnte dass ich vollständig über sie hinweg war. Vor 4 Monaten lernte ich eine Frau auf einem dreiwöchigem Seminar kennen, wir verstanden uns sehr gut und ich verliebte mich in sie und sie war sogar Single, ich zeigte dann auch, dass ich an ihr interessiert war (ich bin da vielleicht sogar zu direkt), allerdings kommt sie aus einem anderen Kulturkreis und als sie mir dann mehr oder weniger einen Korb gab konnte ich schwer heraus interpretieren ob es an fehlender Sympathie, der kurzen Kennenlernphase oder schlichtweg an der Entfernung lag (sie wohnt ca. 9000km Luftlinie von mir entfernt). Als ich auf dem Seminar war hatte ich meine Verliebtheit kaum unter Kontrolle und ich denke ich habe sie auch ein bisschen verjagt weil ich unter einem erheblichen Erfolgsdruck stand. Das ist ein gewaltiges Problem für mich, denn wenn man nur alle 6 Jahre einen potentiellen Partner trifft, kann man sich einfach nicht ruhig verhalten und wirkt sehr verzweifelt, vor allem bin ich auch jemand der immer direkt aus dem Herzen spricht, es fällt mir schwer mich da verbal zurückzuhalten. Zum Glück hat sich das durch den Abstand jetzt wieder gelegt und ich habe meine Gefühle recht gut im Griff und bin momentan eigentlich glücklich mir selbst. Das ist auch so ein Problem, auf der einen Seite kann ich froh sein, dass ich mit der Situation klar komme, auf der anderen Seite weiß ich nicht ob es schlicht das lange Singledasein ist, welches mich geprägt hat und so denken lässt. Ich denke je länger ich Single bleibe, desto schwieriger wird es für mich Kompromisse einzugehen. hinzu kommt dass ich wenn ich mich das nächste Mal verliebe, wieder unter einem enormen Druck stehe und wohl durch die Verzweiflung äußert unattraktiv rüberkommen werde.
Es ist einfach ein schwierig, auf der einen Seite bin ich gerne alleine, aber wenn ich verliebt bin, möchte ich auch eine Beziehung haben und ich denke wenn es tatsächlich mal klappen sollte, dass ich mit einer Frau zusammen komme die ich liebe, dann möchte ich auch mit ihr alt werden.
So, danke an alle die sich durchgekämpft haben, ich bin gespannt was ihr zu sagen habt.
Ich denke, Du hast eine gute Selbstreflektion. Du kannst Deine Situation gut analysieren und stellst Dich selbst in Bezug zu Deiner Umwelt.
Du hast Dein Leben gut im Griff und hast Dich mit Deinen Lebensumständen arrangiert. Da Du aber bis jetzt keine Beziehung gelebt hast bist Du auf Dich allein konzentriert. Dinge, die für Dich glasklar sind sehen manche aus einem ganz anderen Winkel.
Ich verstehe, dass Du Torschlusspanik hast und denkst Du könntest etwas verpassen. Mein Tipp wäre locker zu bleiben und Dir eine Freundin zu suchen. Wenn Du Dich für andere öffnest wirst Du sehen, dass viel öfter als alle sechs Jahr ein Menschen, dem Du helfen kannst, Deinen Weg kreuzt, der zu Dir passt.
Hilfreich könnte es sein sich eine Liste zu machen, wie dieser Mensch aussehen soll und welche Eigenschaften er hat. Das erleichtet die Suche, den ich habe so ein wenig den Eindruck als würdest Du etwas im Trüben fischen.
Ich verstehe, dass Du Torschlusspanik hast und denkst Du könntest etwas verpassen. Mein Tipp wäre locker zu bleiben und Dir eine Freundin zu suchen. Wenn Du Dich für andere öffnest wirst Du sehen, dass viel öfter als alle sechs Jahr ein Menschen, dem Du helfen kannst, Deinen Weg kreuzt, der zu Dir passt.
Hilfreich könnte es sein sich eine Liste zu machen, wie dieser Mensch aussehen soll und welche Eigenschaften er hat.
-viel Glück-
Danke für deine Antwort. Ich bin eigentlich ganz glücklich im Moment und habe nicht das Gefühl, dass ich etwas verpasse, aber auf kurz oder lang werd ich mich wohl neu verlieben und deshalb macht es Sinn mich auf diesen Moment vorzubereiten, damit ich dann die Situation ein wenig besser handhabe. In der Vergangenheit habe ich immer auf mein Herz gehört und war mit deshalb immer recht sicher ob mir eine Frau gefällt oder nicht. Bei mir gab es nie irgendwelche Grauzonen, dies habe ich immer positiv gesehn, dass ich weiß was ich will, aber auf der anderen Seite beraubt man sich so natürlich vieler Chancen Erfahrungen zu sammeln, Fehler zu machen und vielleicht auch verborgene Schätze zu finden. Vielleicht sollte ich etwas offener werden und auch mal eine Beziehung mit einer Frau ausprobieren die ich "nur" mag. Ich käme mir dabei nur etwas unehrlich vor, da es für mich quasi nur ein Experiment wäre. Aber auf der anderen Seite ist ja jede Beziehung irgendwo ein Experiment und meine Absichten sind ja durchaus ernsthaft.
Bezüglich der Liste, ich habe zwar keine genauen Anforderungen an eine potentielle Partnerin, hauptsache ich kann sie dafür lieben wer sie ist, aber es ist durchaus ein erkennbares Muster vorhanden, wenn ich so zurückblicke. Sehr hübsch, aber introvertiert und zurückhaltent. Eine gewisse Zerbrechlichkeit die meinen Beschützerinstinkt weckt. Idealistisch und mit ausgefallenen Interessen für eine Frau wie z.B. Astronomie, Archäologie, Schach...
Ich denke es behindert dich, dass du immer nur "Ganz oder gar nicht" willst... es ist keineswegs unehrlich sich mit unsicheren Gefühlen auf eine Beziehung einzulassen, denn im Endeffekt weiß man nie, was genau daraus wird.
Ausserdem denke ich, dass dir dein "Muster" im Weg steht. Natürlich hat jeder einen bestimmten bevorzugten Typ, aber manchmal (gerade wenn man unerfahren ist), ist dieser Typ gar nicht der passende.
Du suchst nach stillen, zerbrechlichen Frauen, aber vielleicht bräuchtest du eher eine starke, selbstbewusste...Die dir mal die Meinung paukt und die Kraft hat dich zu "bändigen"...
Ich würde mal drüber nachdenken, denn mit den Frauen, die du dir ausguckst hat es ja schließlich bisher noch nicht funktioniert :-)...
Ich denke es behindert dich, dass du immer nur "Ganz oder gar nicht" willst... es ist keineswegs unehrlich sich mit unsicheren Gefühlen auf eine Beziehung einzulassen, denn im Endeffekt weiß man nie, was genau daraus wird.
Ich habe mich bisher einfach immer auf meinen Instinkt verlassen, aber das ist mit Sicherheit der Punkt an dem ich wohl am meisten arbeiten muss.
Zitat von IceTime
Ausserdem denke ich, dass dir dein "Muster" im Weg steht. ...
Es ist mir eigentlich nur wichtig das ich sie auf irgendeine Art interessant finde. Es spielt ja letztlich keine Rolle aus welchen gründen man jemanden mag/liebt, hauptsache man tut es. Dieses "Muster" ist keinesfalls eine Vorraussetzung, sonder nur eine Feststellung im Rückblick, davon abgesehen hatte ich noch nie das Bedürfniss eine Freundin zu suchen. Es gibt einfach nur ab und zu Frauen die mir gefallen.