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Der Sturm und die Stille

  1. #1
    Bluefox
    Gast

    Standard Der Sturm und die Stille

    Der Sturm und die Stille
    Passende Musik zu den Lautlosen Zeilen:
    http://www.youtube.com/watch?v=O6og-jmzA14

    Einst vereinten wir ewige Liebe, Mut, Kraft, Glück und Lebensfreude unter einem Banner.
    Seite an Seite kreuzten wir die Klinge mit den Herausforderungen des Lebens, und gewannen
    die Schlachten, eine nach der anderen. Wir heilten gemeinsam die Wunden die uns durch das
    Leben zugefügt wurden, spendeten uns Trost und Kraft in Zeiten der Not. Kein Berg war für uns
    zu hoch, kein Wasser zu tief. Gemeinsam überwanden wir jedes Hindernis,
    jede Herausforderung. Aufrecht stehend und stolz folgten wir dem Pfad, der uns durch einen
    Stern am Firmament erleuchtet wurde. Das Licht zeigte uns jeden Stein der uns im Wege
    stand. Vereint haben wir jeden weggeräumt. Waren wir noch soweit von einander entfernt,
    haben wir einander gespürt, gefühlt, geliebt. Wir mussten nur zum Himmel hoch sehen und
    waren wieder vereint. Denn unser Stern leuchtete so, als wollte er uns sagen das es dem
    anderen gut geht. Trotz der Distanz, wenn wir uns zur Ruh begaben, lagen unsere Seelen
    immer vereint zusammen, als würden wir zusammen nebeneinander liegen. Durch die Kraft
    unserer Liebe schufen wir Leben das sich in Deinem Laibe formte. Langsam aber stetig war
    es auf dem Weg um das Licht dieser Welt zu erblicken, zu leben....
    Dies war unser Sturm des Lebens.

    Doch dieser Stern ist nun erloschen und der Sturm verwandelte sich in Stille. Der Pfad ist nun
    in Dunkelheit gehüllt. Du wurdest von mir hinfort gerissen vom Schlage des Schicksals. Zu früh
    bist Du gegangen, denn unser Weg wäre noch so ewig lang gewesen. Wir hätten noch viele
    Herausforderungen gemeinsam meistern müssen. Noch viele Steine hätten wir auf unserem Wege
    gehabt, die wir gemeinsam weggeräumt hätten. Doch nun bin ich allein auf diesem dunklen Pfad.
    Ich trage unser Banner allein, ich drohe unter seiner Last zusammen zu brechen. Jeder Tag auf
    diesem Pfade raubt mir Kraft und Mut, lässt mich Zweifeln,weinen, schreien, Wut und Hass
    empfinden. Jeder Stein dem ich begegne wirkt wie ein Berg, der nicht weichen will. Mit Mühe
    und Not, unter aufbringung all meiner Kräfte schaffe ich ihn hinfort.Ich werde Müde, bin erschöpft
    und des Lebens überdrüssig. Habe kaum noch Kraft, finde keine Ruh.

    Wenn die Stille über mich hereinbricht, und der Tag der Nacht weicht, fühle ich Dich. Deine
    zaghafte Berührung. Dein Arm legt sich mir um die Schulter. In mir erwacht der Traum das Du
    wieder wirklich bist. Lehne meinen Kopf zur Seite,lege ihn auf Deinem, mir wirklich erscheinenden
    Arm ab. Ich erhebe mich,spüre mein Herz wild schlagen. Spüre mein Blut wieder fließen.
    Ich wende mich Dir voller Sehnsucht zu, will Dich greifen, halten und nie mehr wieder
    loslassen. Doch greife ich in die Leere des Raumes. Erwache aus meinem Traume, sehe die
    Realität.Langsam versenke ich mein Gesicht in meine Hände. Mir entweicht ein Schluchzen,
    und wieder fließen die Tränen. Wieder nur Trug, wieder nur Schein. Das Schicksal lässt mich
    wieder den Schmerz erleben.Doch vergiss nie, meine Liebe zu Dir geht über den Tod hinaus.

    Ich verändere mich, bin kein Mensch mehr. Ich fühle nicht, ich liebe nicht. Wie eine leere Hülle wandere
    ich unter den Lebenden. Der schleier der Dunkelheit umhüllt meine Seele, wird meiner allmählich
    habhaft. Mein Geist ist durchtränkt vom Wahn und Hass, auf all die Lebenden, Liebenden.
    Begegnet mir die Liebe eines Menschen, erwiedere ich sie nicht, emfinde sie nicht.
    Meine Verbittertheit, seelenlos unter den Lebenden zu wandeln, wird immer größer. Mein Lebensfunke droht zu erlischen.
    Die Erinnerungen an Dich, an Dein Lachen, Deine Anmut, Deine Schönheit drohen zu verblassen.
    Verzweifelt greife ich nach ihnen, ist es doch das Einzige was mir noch von Dir geblieben ist. Ich
    kann sie nicht festhalten, denn sie schwinden im Nebel des Vergessens, langsam und stetig.
    Mit meinem Äußeren trüge ich mein Umfeld, mit geheucheltem Schein der Freude. Lachen bedeutet für
    mich nur noch Schmerz den ich ertragen muß, um niemanden mit auf meinen Pfad zu reißen.

    Mich plagen Schmerz und Trauer, sie entfachen ein Inferno in mir das mich quält. Der Gedanke
    das nicht nur Du, nein auch das Leben, das durch unsere Liebe gezeugt wurde, das nicht einen Tag
    auf dieser Welt erleben durfte, das mit Dir ging, treibt mich in unendliche Trauer und Wahnsinn.
    Diese Erinnerung, wie oft sie mir auch in Gedanken erscheint,
    lässt schmerzhafte Tränen meine Wangen hinunter Fließen. Wie ein Fluß aus Feuer brennen sie sich
    ihren Weg an meinen Wangen entlang, um dann auf den Boden herab zu stürzen. Tag für Tag suche ich
    nach Antworten, suche die Schuld bei mir. Wäre ich dem Ruf des Dienstes nicht gefolgt, wärst Du vielleicht noch am Leben.
    Vielleicht wären wir aber zusammen, vom Pfade gerissen worden. Das wäre ein Genuß, besser als dieses unsegliche Dasein. Ich weiß es nicht.
    Der Ruf des Todes lockt mit süßlicher Stimme, verspricht Seelenheil und Ruhe. Ein Ende des schmerzumhüllten
    Daseins. Doch all das verblasst im Antlitz seines größten Versprechens. Ich könnte Dich sofort sehen, umarmen, Lieben.

    Doch auch das bleibt mir verwehrt. Ich bin verdammt diesem Pfad zu folgen, bis mein Dasein selbst verblasst und ich zu Asche und Staub
    zerfalle. Bis meine Kraft mich endgültig verlässt, meine Füße nicht mehr tragen. Das ist die Stille in der ich wandere.

    In Gedenken an meine Verlobte und unseren ungeborenen Sohn


  2. #2
    NipTucker

    Standard

    Das ist so krass.. kann ich nichtmal was zu sagen.

  3. #3
    Amaro
    Neuling

    Standard

    Gott hab sie seelig! Ich bete für sie!

  4. #4
    icehouse

    Standard

    Ich bete für dich! Mahr kann ich dazu nicht sagen. Mir hat es die Stimme verschlagen...

  5. #5
    Nachtmensch

    Standard

    wow.....wow....das berührt mich total...

    When I look into your eyes

    I see heaven
    When I kiss your lips
    I taste heaven
    When I hold your hand
    I feel heaven
    When I'm in your arms
    I'm in heaven..




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