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Beziehungsfrage - zwischen Kind und Mutter

  1. #1
    Monika Berg
    Neuling

    Standard Beziehungsfrage - zwischen Kind und Mutter

    Hallo zusammen. Die Beziehung zwischen meiner zwölfjährigen Pflegetochter und mir ist derzeit dadurch angespannt, da sich meine Pflegetochter wiederholt nicht an Vereinbarungen hält. Diese Vereinbarungen beruhen insbesondere auf den Tatbeständen, das Mareike in den vergangenen Wochen erheblichen Unfug mit ihrer Freundin angestellt hat. Als Familie sind wir uns in der Erkenntnis "einig", dass diese Freundin ihr mehr schadet wie nutzt. Meine Mutter wurde in der Vergangenheit sogar schon von einer - mehr oder weniger - fremden Person unserer Stadt darauf aufmerksam gemacht mit den Worten: XY ist nicht der richtige Umgang für Mareike. Darauf hat meine Mutter dann wohl geantwortet: "Das wissen wir, aber wir können Mareike ja nicht verbieten mit ihr zu spielen - zumal sie in die selbe Schulklasse gehen." Nun war es aber heute morgen doch soweit !! Vielleicht sollte ich noch voraus schicken, dass Mareike es noch nie so genau mit der Wahrheit gehalten hat und ihre Interessen auch gerne durch "austricksen" etc. vertritt und durchsetzt... - bis dann u.U. doch alles "auffliegt". Und genau solch ein Fall war heute morgen eingetreten. Durch die "Dummheiten" der beiden, hatte ich Mareike derzeit das nachmittägliche Spielen verboten - obgleich Mareike durch Vereinsaktivitäten im Verlaufe der Woche (Leichtathletik, Mitglied in einem Jugendorchester) sowieso nicht jeden Tag dazu zur Verfügung stehen hat. Nichts desto trotz kommt besagte Freundin Mareike jeden Morgen für den Schulweg hier bei uns abholen. Soweit - so gut. Nun hatte ich gestern abend durch Zufall entdeckt, dass Mareike erstaunlicher Weise das Handy ihrer Freundin in der Hosentasche stecken hatte. Auf meine Nachfrage hin erhielt ich nur die lapidare Antwort, dass das Akku leer sei. Da ich im Gegensatz zu der Freundin (bzw. ihrer Mutter) keine 10 Handys in den Ecken liegen habe und Handys an für sich nur für den Bedarfsfall nutze, hat Mareike hier zu Hause auch nicht diesen enorm hohen Umgang mit dem Gerät. Nun erlebt Mareike aber gerade durch ihre Freundin diesen exzesiven Umgang damit und hat wohl ebenfalls (durch die Freundin ?) den Wunsch wohl am liebsten "täglich, stündlich und minütlich" ein Handy bei sich zu tragen. Zu diesem Thema war besprochen, dass ich ihr ein neues, modernes Handy kaufen würde, wenn ihr nächstes Zeugnis entsprechend gut ausfallen würde (wobei ich nicht beabsichtige es ihr stets auszuhändigen). Als ich der Freundin heute morgen das Handy wieder zurückgab - dabei noch verständnisvoll zeigend, für diesen freundschaftlichen Erweis - gab diese nur zur Antwort: "Dann hast du hier auch deine SIM-Karte wieder zurück." Wie ? Welche SIM-Karte ? dachte ich und sprachs auch schon laut aus. Ja - die aus eurem Handy ! Da hab ich mich in diesem Moment (wieder einmal) derart hintergangen und ausgetrickst gefühlt.., dass ich der Freundin grundsätzlich Hausverbot erteilt habe und zu Mareike meinte: "Wenn du gleich aus der Schule nach Hause kommst, habe ich deine Koffer gepackt - und du kannst gehen !" Schlimm nicht wahr ? Aber so langsam weiß ich mir aber auch keinen Rat mehr ! Mareike scheint sich nur äußerst schwer von dieser seltenen Freundin trennen zu können, auch wenn sie selbst schon eingesehen hat, dass sie durch sie häufig Ärger bekommt (auch in der Schule... die Freundin darf z.B. übernächste Woche nicht mit zur Klassenfahrt fahren). Anderweitig Freundschaften zu schließen scheint ihr sehr schwer zu fallen - sowohl in der Klasse, als auch im Verein. Durch diesen Vorfall heute morgen fühle ich mich mehr wie unzufrieden - und bin wirklich ratlos wie das weiter gehen soll.
    Was meint ihr ?
    - Bitte nur sachliche und wohlgemeinte Antworten - !

  2. #2
    Jesse Blue

    Standard

    Üblicherweise sind Teenager in ihrem Alter sehr durcheinander. Viele psychische Dinge brechen über sie herab und viele Veränderungen machen ihr zu schaffen. Junge Menschen in ihrem Alter zeigen Trotzverhalten oft aufgrund eines unbefriedigten Bedürfnisses. Kann es sein, dass Du oft arbeiten musst? Wenig Zeit für Deine Pflegetochter hast? Was ist mit ihren Eltern? Weswegen wurde sie denen entrissen? Vermisst sie sie? Seit wann ist Deine Pflegetochter bei Dir? Hat sie neben Dir auch Kontakt zu einer Vaterfigur? Also, bist Du verheiratet oder hast Du einen festen Partner?

    Es ist sehr unratsam, sich mit dem Teenager anzulegen. Noch schlimmer ist es, ihr mit solchen Aussagen ("Du kannst Deine Koffer packen") Angst zu machen. Viele Pflegekinder haben oft die Ansicht, von ihren richtigen Eltern verlassen worden zu sein. Sie haben demnach oft ein misstrauisches Verhältnis zu ihren Pflegeeltern, die auf die Angst basiert, wieder allein gelassen zu werden. Diesbezüglich kannst Du Dir vielleicht denken, wie sie auf Deine Aussage reagiert. Damit bestätigst Du ihre Angst nur.

    Ich empfehle Dir dringend, Dir Qualitätszeit mit ihr zu nehmen. Rede mit ihr und versuche heraus zu finden, ob sie ihre richtigen Eltern vermisst. Ob sie es vermisst, mit Dir etwas zu unternehmen. Sie wird vielleicht nicht ehrlich sein - da musst Du zwischen den Zeilen lesen.

    Kinder wie sie brauchen das Gefühl, geliebt zu werden. Diese Freundin ist bestimmt nicht das Problem. Sie ist allenfalls ein Auslöser des Problems. Wenn Deine Tochter sogar selbst merkt, dass dieses Mädchen ihr nicht gut tut, spricht das umso mehr für ihre Verzweiflung überhaupt irgendjemanden um sich zu haben. Dafür spricht auch, dass sie es sich schwer macht, Kontakte zu knüpfen. Das Mädchen scheint einsam zu sein. Und fühlt sich von Dir unverstanden und wahrscheinlich sogar ungeliebt.

    Machst Du ihr Komplimente und lobst Du sie, wenn sie etwas richtig macht? Oder schimpfst Du nur, wenn sie etwas falsch macht? Nimmst Du sie im Alltag wahr, oder ist ihre Anwesenheit für Dich selbstverständlich? Nimmst Du sie ernst? Wertest Du sie auf? Interessierst Du Dich für ihre Leidenschaften wie Leichtathletik oder Chor? Gehst Du zu ihren Aufführungen? Umarmst Du sie? Küsst Du sie? Sagst Du ihr, dass Du sie liebst? Und das alles regelmäßig? Solche Dinge bedeuten einem Mädchen in ihrem Alter alles.

    Ich bin so gut wie sicher, dass das Mädchen erkennen wird, was sie an Dir hat, wenn Du ihr die Aufmerksamkeit schenkst, die sie in ihrem Alter absolut benötigt. Du bist ihre einzige Stütze. Wenn das hinhaut, wirst Du auch Deine Grenzen ohne Probleme bei ihr durch bringen. Setze sie aber mit Bedacht durch. Erkläre ihr, weswegen Du diese Grenzen setzen musst. Frag sie, was sie sich wünschen würde und kombiniere dies mit Deinen Grenzen, sofern das möglich ist. Das gibt Dir die Möglichkeit, Kompromisse zu finden, bei denen sie motiviert ist, sie einzuhalten.

    Die Verständnisvariante führt immer zum Erfolg - die Brachialmethode fast immer zur Verzweiflung. Ihrer Verzweiflung.
    Das offene Gespräch suchen - die Lösung für 80% aller Probleme hier.

  3. #3
    Monika Berg
    Neuling
    Themenautor

    Standard

    Zitat Zitat von Jesse Blue Beitrag anzeigen
    Üblicherweise sind Teenager in ihrem Alter sehr durcheinander. Viele psychische Dinge brechen über sie herab und viele Veränderungen machen ihr zu schaffen. Junge Menschen in ihrem Alter zeigen Trotzverhalten oft aufgrund eines unbefriedigten Bedürfnisses. Kann es sein, dass Du oft arbeiten musst? Wenig Zeit für Deine Pflegetochter hast? Nein, ich bin nicht oft arbeiten - das hält sich die Waage. Was ist mit ihren Eltern? Weswegen wurde sie denen entrissen? Wegen Vernachlässigung Vermisst sie sie? Nein. Seit wann ist Deine Pflegetochter bei Dir? Seit fast 10 Jahren. Hat sie neben Dir auch Kontakt zu einer Vaterfigur? Ja. Also, bist Du verheiratet oder hast Du einen festen Partner? Ja

    Es ist sehr unratsam, sich mit dem Teenager anzulegen. Ohne wirds wohl nicht immer gehen !Noch schlimmer ist es, ihr mit solchen Aussagen ("Du kannst Deine Koffer packen") Angst zu machen. Da geb ich dir Recht, war aber Ausdruck meines allergrößten Ärgers ! Viele Pflegekinder haben oft die Ansicht, von ihren richtigen Eltern verlassen worden zu sein. Sie haben demnach oft ein misstrauisches Verhältnis zu ihren Pflegeeltern, die auf die Angst basiert, wieder allein gelassen zu werden. Diesbezüglich kannst Du Dir vielleicht denken, wie sie auf Deine Aussage reagiert. Damit bestätigst Du ihre Angst nur.

    Ich empfehle Dir dringend, Dir Qualitätszeit mit ihr zu nehmen. Rede mit ihr und versuche heraus zu finden, ob sie ihre richtigen Eltern vermisst. Ob sie es vermisst, mit Dir etwas zu unternehmen. Sie wird vielleicht nicht ehrlich sein - da musst Du zwischen den Zeilen lesen. Wir hatten bislang ein recht gutes Verhältnis und sie hat sich mir stets mit ihren Angelegenheiten anvertraut und mit Sicherheit
    haben wir nicht nur ein quantitatives, sondern ein qualitatives Verhältnis.

    Kinder wie sie brauchen das Gefühl, geliebt zu werden. Diese Freundin ist bestimmt nicht das Problem. Doch, das ist sie ganz offensichtlich. Denn auch in der Schule werden die beiden in allem getrennt. Sie ist allenfalls ein Auslöser des Problems. Nein, sie ist offensichtlich in der Regel die Ursache von Problemen. Wenn Deine Tochter sogar selbst merkt, dass dieses Mädchen ihr nicht gut tut, spricht das umso mehr für ihre Verzweiflung überhaupt irgendjemanden um sich zu haben. Da sie wohl irgendwie Kontaktschwierigkeiten hat, trifft das wohl zu, dass sie sich über jede/n freut. Dafür spricht auch, dass sie es sich schwer macht, Kontakte zu knüpfen. Das Mädchen scheint einsam zu sein.
    Ja, hinsichtlich eines guten - vor allem qualitativen- Freundeskreises fehlt ihr sicherlich etwas. Man scheint ihr helfen zu müssen Freunde zu finden, obwohl
    man sie sicherlich nicht als kontaktgestört bezeichnen kann
    Und fühlt sich von Dir unverstanden und wahrscheinlich sogar ungeliebt.
    Zur Zeit könnte ich sie auf den Mond schießen, da ich merke, dass mein Vertrauen zu ihr schwindet. Vielleicht überlege ich tatsächlich ernsthaft sie wieder weg zu geben. Denn ich will mich durch ihre Lügengeschichten und ihr
    Mißachten von Vereinbarungen nicht ständig stressen und meine Nerven kaputt machen lassen. Und das Motto; ich liebe dich wie du bist - egal was du tust und
    wie frech du bist stellt eine Zumutung dar. So vollkommen bin ich leider noch nicht !



    Machst Du ihr Komplimente und lobst Du sie, wenn sie etwas richtig macht? Natürlich - da gibts derzeit aber nicht viel. Oder schimpfst Du nur, wenn sie etwas falsch macht? Nimmst Du sie im Alltag wahr, oder ist ihre Anwesenheit für Dich selbstverständlich? Natürlich nehme ich sie wahr und natürlich nehme ich sie ernst - vor allem in ihrem jetzigen Verhalten, wo ich sie auf den Mond schießen könnte. Geführte Gespräche scheinen sie gar nicht zu interessieren. Nimmst Du sie ernst? Wertest Du sie auf? Interessierst Du Dich für ihre Leidenschaften wie Leichtathletik oder Chor? Gehst Du zu ihren Aufführungen? Klar Umarmst Du sie? Küsst Du sie? Sagst Du ihr, dass Du sie liebst? Wenn mich jemand belügt und betrügt küss und umarm ich ihn nicht auch noch dafür, sondern bin nur stinksauer. Und das zu Recht ! Und das alles regelmäßig? Solche Dinge bedeuten einem Mädchen in ihrem Alter alles.

    Ich bin so gut wie sicher, dass das Mädchen erkennen wird, was sie an Dir hat, wenn Du ihr die Aufmerksamkeit schenkst, die sie in ihrem Alter absolut benötigt.
    Sie hat meine ganze Aufmerksamkeit und bei allem Verständnis für ihr pubertierendes Verhalten hörts doch da auf, wenn die Dinge einfach beim Namen zu nennen sind. Denn was "Scheiße" ist, ist und bleibt "Scheiße". Da kann ich weder was schön reden, noch sie als liebes und armes Mädchen in den Arm nehmen und auch noch obendrein bedauern. Mit den Konsequenzen von erheblichem Unfug muss sie so oder so rechnen - und wenn nicht durch mein gutes Zureden, dann spätestens, wenn die Polizei aufgrund von Anzeigen auf der Matte steht. Du bist ihre einzige Stütze. Wenn das hinhaut, wirst Du auch Deine Grenzen ohne Probleme bei ihr durch bringen. Setze sie aber mit Bedacht durch. Erkläre ihr, weswegen Du diese Grenzen setzen musst. Ich / wir begründe/n Regeln und erforderliche Vereinbarungen grundsätzlich - das scheint sie aber nicht oft zu interessieren. Frag sie, was sie sich wünschen würde und kombiniere dies mit Deinen Grenzen, sofern das möglich ist.
    Schon alles gemacht - nach dem sogenannten Belohungsprinzip. Änder aber ihr unangemessenes Verhalten nicht wirklich.
    Das gibt Dir die Möglichkeit, Kompromisse zu finden, bei denen sie motiviert ist, sie einzuhalten.

    Die Verständnisvariante führt immer zum Erfolg - die Brachialmethode fast immer zur Verzweiflung. Ihrer Verzweiflung.
    Nein, auch meiner Verzweiflung - denn dass mach ich so nicht mehr lange mit !
    Denn auch sie hat zu verstehen und Verständnis zu zeigen für den Anderen - und nicht ausschließlich der Erwachsene ! Ihre Pubertät kann kein Freifahrtsschein sein für unmögliches bis unakzeptables Verhalten.

  4. #4
    Jesse Blue

    Standard

    Es tut mir leid, das zu sagen, aber es gibt keine bösartigen Teenager. Nur Erwachsene mit Fehler.

    Deins liegt vor allem darin, dass Du lieber mit ihr streitest, als ihre Mutter zu sein. Du setzt Dich auf eine Stufe mit ihr, anstatt über ihr zu stehen. Anstatt über den Dingen zu stehen. Deine Aussagen wie

    "Denn ich will mich durch ihre Lügengeschichten und ihr Mißachten von Vereinbarungen nicht ständig stressen und meine Nerven kaputt machen lassen. Und das Motto; ich liebe dich wie du bist - egal was du tust und wie frech du bist stellt eine Zumutung dar."
    ...oder...
    "
    Natürlich nehme ich sie wahr und natürlich nehme ich sie ernst - vor allem in ihrem jetzigen Verhalten, wo ich sie auf den Mond schießen könnte."
    ...oder...
    "
    Wenn mich jemand belügt und betrügt küss und umarm ich ihn nicht auch noch dafür, sondern bin nur stinksauer. Und das zu Recht !"

    gehen einfach mal gar nicht!


    Entziehe ihr das Taschengeld...gib ihr Hausarrest...egal was. Aber entziehe ihr nicht Deine Liebe. Du kapierst es nicht, oder? Das Kind hat Angst, wieder verlassen zu werden und ist hilflos und in ihrem Alter natürlich dumm und unfähig. Wer ist das denn schon nicht mit 12 (!!) Jahren. Und Du hast nichts besseres zu tun, als nur von Dir zu reden, nur von Deinen Problemen und Deine Liebe zu ihr von ihren Dummheiten abhängig zu machen.

    Du willst sie weggeben? Gratuliere, Du Feigling. Ein ohnehin emotional geschädigtes Kind ist keine Jacke, die man kauft und dann bei Nichtgefallen zurück gibt! Da hängt eine Verantwortung dran. Es tut mir ja so leid für Dich, dass sie nicht Deinem Wunschdenken entspricht. Wenn Du sie aber schon genau in der Angst bestärkst, weswegen sie kein Vertrauensverhältnis zu Dir aufbaut, dann passe bitte auf, dass Du ihr beim Weggeben noch ein paar geheuchelte Abschiedsworte aufdrückst, damit Du schön Dein Gewissen erleichtern kannst.

    Tut mir leid, aber Deine Beiträge zeigen mir diverse Dinge ganz klar:

    - Du blockst fast jede Kritik von Dir ab.
    - Die übelsten Sprüche versuchst Du zu begründen, anstatt einfach zuzugeben, dass es sche*** von Dir war.
    - Du stellst Dich auf eine Stufe mit einer 12-jährigen, anstatt ihr zu zeigen, dass Du für sie da bist.
    - Du entziehst Liebe aufgrund von Kinderdummheiten, die es mal stärker mal schwächer überall gibt.
    - Du hast keinen Sinn für Verantwortung.
    - Du meinst es mit ihr nicht ernst.

    Du kannst das wie immer von Dir weisen, aber ich sag Dir eins: Du bist so sehr mit Dir selbst und Deinen Schuldzuweisungen beschäftigt, dass das Kind gänzlich außen vor bleibt. Bei Deiner Einstellung würde ich an ihrer Stelle in dem Moment, wo ich meinen Kopf zu mehr als zu Sandkastenspiele verwenden kann, ebenfalls die Distanz zu Dir aufsuchen.

    Vielleicht ist es wirklich das Beste, das Kind wegzugeben, so dass sie Chancen hat, von jemandem erzogen zu werden, der wirklich weiß, was bedingungslose Liebe zu einem Kind bedeutet. Und ihr ihre Kindersünden verzeiht und ihr endlich die Stütze ist, die sie braucht. Und nicht nur an ihr herum nörgelt und anschließend einfach zurück zu geben gedenkt, wie ein geliehenes Fahrrad, so dass sie sich zu solchen Personen wie ihrer Freundin flüchtet. Denn eins scheinst Du nicht zu kapieren: Diese Freundin hätte höchstwahrscheinlich keinerlei Chancen bei ihr, wenn Du Deinen Stand als Mutter bei ihr mit Verantwortung tragen würdest. Denn ihre Freundin, so ein schlechter Umgang sie auch sein mag, nörgelt zumindest nicht an ihr herum, während sie sich auf gleicher Stufe wie sie stellt.

    Ergo: Du bist nicht hier, um Kritik zu hören, sondern damit man Dein Händchen hält und Dich tröstet, dass Du solch ein schlimmes Leid hast. Aber dass dieses Kind - insbesondere für ihr Alter - ein weitaus größeres Leid ihr ganzes bisheriges Leben erfahren hat, scheinst Du in Deiner Egozentrik gänzlich zu übersehen. Wie eingangs gesagt: Es gibt keine schlechten Kinder - nur schlechte Eltern.
    Geändert von Jesse Blue (27.05.2011 um 09:36 Uhr)
    Das offene Gespräch suchen - die Lösung für 80% aller Probleme hier.

  5. #5
    Black

    Standard

    Da kann ich Jesse nur zustimmen, du hast keinen Erwachsenen vor dir sondern ein Kind !
    Und Kinder brauchen Liebe und Zuneigung, wer meint mit Rohrstock oder Liebesentzug erziehen zu können, sollte sich keine Kinder anschaffen.

    Aber um das Ganze mal konstruktiv voranzutreiben .... was war eigentlich der Grund dafür, sie aufzunehmen ?
    Fandest du das Baby so süß oder bist du unfruchtbar und wolltest nicht die eigene kinderlose sein ?
    Denn aus Liebe oder Zuneigung hast du garantiert nicht gehandelt, die fehlt völlig.
    Es bringt auch nichts, von heute auf morgen das Belohnungssystem auszutesten und dann wieder einzutampfen.
    Das was euch fehlt, ist das grundlegende Vertrauen zwischen Eltern und Kind ..... womit wir zu der Überschrift kommen, Beziehungsfrage Mutter - Kind.
    Ich weiß nicht wie das bei dir war, aber meiner Ansicht nach, müssen die Eltern dem Kindvermitteln, dass es IMMER auf sie bauen kann.
    Egal ob es Mist gebaut hat, oder ne schlechte Note nach Hause bringt, die Eltern sollen trotzdem da sein.
    Natürlich, Hausarrest oder Taschengeldkürzungen sind völlig legitim, und nur, weil sie davon nicht sofort in Tränen ausbricht, heißt das nicht, dass es nicht fruchtet. Gerade in ihrem Alter gibt es so viele Probleme über die sie mit jemandem reden wollen, aber würdest du dich an ihrer Stelle dir anvertrauen ? Du treibst sie in die Enge und forderst nur Gehorsam und dass sie funktioniert wie ein Uhrwerk ... aber sie will/braucht Liebe, die davon unabhängig ist.

    Du bist dieser Sache nicht gewachsen, liegt wahrscheinlich auch daran, dass sie gar nicht dein eigenes Kind ist, was du sie mit aller Härte spüren lässt.
    Die kleine tut mir einfach nur noch leid, sie selbst verändert sich, ihre Umgebung verändert sich und sie hat überhaupt keinen Halt in ihrem Leben ... denn das müsstest gerade jetzt DU sein ... Ihre Freundin kann ihr diesen Halt niemals geben, aber in der Not nimmt man eben alles, was man kriegen kann.
    Ich denke sie weiß selbst, dass sie ihr schadet, aber das, was sie von ihr bekommt (siehe Jesse), wiegt das für sie doppelt und dreifach wieder auf. Dazu vielleicht noch die Anmerkung, dass Kinder nicht so weit in die Zukunft schauen, wie Erwachsene.
    Sie lebt jetzt, und da will sie glücklich sein.
    Es gibt so viele schöne Sachen für Frauen, zum Beispiel Frauenhäuser, aber selbst da muss man sie hinprügeln.

    Es gibt nur wenige Probleme, die sich nicht mit der richtien Dosis Rattengift lösen lassen.

    Dear little girls: If your age is on the clock, you're too young for cock.

  6. #6
    nic99

    Standard

    Ihr habt euch für ein Pflegekind entschieden? Das ist schon mal eine Leistung, die Anerkennung verdient. Und so wie du schreibst, gehe ich davon aus, dass ihr es nichr aus materielen Gründen macht (weil es dafür auch Geld gibt, was leider manchmal auch das Motiv ist), sondern, weil ihr euch wirklich um das Kind kümmern wollt.

    Dass du dem Kind Werte wie Rücksichtnahme oder soziales Verhalten vermitteln willst spricht für dein Verantwortungsbewustsein. Aber du musst dir erst mal nochmal klar machen, dass Pflegekinder, so unterschiedlich sie auch sind, immer noch viel schwieriger sind, wie leiblichen Kinder, (die in diesem Alter an sich schon schwierig sind), wenn sie das Glück haben, mt verständnisvollen Eltern aufzuwachsen.

    Ich spreche aus eigener Erfahrung. Wir hatten auch ein Pflegekind, als sie zu uns kam, war das Mädchen 15. Obwohl meine Frau und ich beide gute Voraussetzungen hatten, berufliche und private Erfahrungen mit schwierigen Kindern, sind wir letztlich gescheitert, dem Kind noch Werte zu vermitteln, es zu erziehen. Für mich eine sehr schmerzliche Erfahrung. Wenn du das wünscht, kann ich das im einzelnen näher ausführen.

    Ich finde, wenn man sich so eine Aufgabe zumutet, dann ist es unsere Pflicht, uns zu bemühen, alles zu versuchen, viel Geduld haben und nicht gleich aufgeben. Auch den Rat von anderen holen, darauf hören. Aber wenn es dann nicht geht, dann geht es eben nicht. Wir können uns bemühen. Aber wenn es scheitert, darfst du das nicht persönlich nehmen. Mehr als viel Geduld und Bemühen kannst du nicht.

    Das Mädchen wird vermutlich auch von Personal des zuständigen Jugendamtes betreut. Welche Erfahrungen hast du damit gemacht? Und welche Rolle spielen die leiblichen Eltern?
    Ohne einen Schuss Sarkasmus ist die Wirklichkeit oft nicht zu ertragen.

    Ist Liebe das Bedürfnis zu geben, ohne zu erwarten?


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