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Beziehung in Nöten.

  1. #1
    Swinq
    Neuling

    Standard Beziehung in Nöten.

    Gute Nacht liebe Forengemeinde,

    ich stehe seit längerer Zeit vor einem ziemlich großem Problem. Ich lebe seit dem 19.04.2011 in einer Homosexuellen Beziehung und im Moment (o.K. eigentlich schon seit 5 Monaten) tun sich immer mehr Probleme auf.

    Meinen jetzigen Partner habe ich am 12.04.2011 über einen Chat kennengelernt. Es war eher zufällig, da ich zu diesem Zeitpunkt noch in Deutschland lebte und er in der Schweiz. Wir skypten, camten und simsten ziemlich viel und irgendwie war ich schon nach 4 Tagen, genauso wie er, ziemlich - ja, wie soll man sagen... verwirrt. Wir planten unseren Tagesablauf von einander, er schrieb mir von der Arbeit aus, wir blieben bis 4 Uhr Morgens, trotzt Berufsalltag wach und redeten miteinander. So kam es dazu, dass ich am 16.04.2011 zum Bahnhof fuhr und ein Ticket in die Schweiz kaufte. Für den 17.04.2011. Die Anspannung war ziemlich groß und natürlich wurde ich immer nervöser, je näher ich meinem Zielort kam. Als ich die Treppe vom Gleis hinab ging, kam er mir auf halber Strecke entgegen. Wir blieben beide wie angewurzelt stehen als wir uns gesehen haben und dachten beide das selbe "Das ist er.... Definitiv". Er fragte mich wie meine Zugfahrt gewesen sei und ich rollte meine Zeitschrift die ich mir für den Weg gekauft habe zusammen und schlug ihm (ganz sanft) damit auf den Oberschenkel. Er musste lachen. Da ich, als ich noch in Deutschland war, die Bedenken bekommen habe, dass er eventuell nicht am Bahnhof sein könnte und das nur eine riesen Verarsche ist, versprach ich ihm, wenn er da ist, bekomme er einen Kuss von mir auf die Wange. So ist es dann auch geschehen. Während der Zugfahrt von Basel nach Bern ergriff er meine Hand und hielt sie die ganze Zeit fest. In Bern nahmen wir uns dann ein Taxi und fuhren in sein "Viertel". Er saß hinten rechts und ich hinten links. Die Mitte war frei. Er ergriff wieder meine Hand - Dies bekam der Taxifahrer mit und machte sogleich einen Liebessong an. Es war alles ziemlich süß, so schön, irgendwie unwirklich. Ich dachte nur "It's like a dream!". Als wir dann bei ihm angekommen sind, tastete man sich, wieso auch immer, intim (Nur küssen) aneinander heran. Eigentlich war das so nicht geplant gewesen. Also das küssen und kuscheln. Aber irgendwie fühlte es sich richtig an.

    Am nächsten Morgen sind wir dann runter ins "Dorf" und haben ein paar Kleinigkeiten im Lädchen eingekauft. Auf dem Rückweg mussten wir einen Berg hinauf, auf dem es dann geschah. Ich bin in der Mitte zusammengebrochen und kugelte erst einmal 2 Meter nach unten. Wir schoben es erst auf die Zugfahrt, da sie doch ziemlich anstrengend war. Deshalb machten wir uns erst einmal keine Sorgen und genossen den Tag. Wir lagen in seinem Bett (Dazu sei gesagt er wohnte damals noch bei seiner Mutter und seinem Stiefvater.), kuschelten und schauten eigentlich fast nur Filme. Natürlich sprachen wir auch miteinander. Tauschten Interessen aus usw.. In der darauffolgenden Nacht sagte er mir, dass er mir eine Frage stellen wollen würde. Da ich wusste, was er fragen wollte und ich zu dem Zeitpunkt erst 1 Monat und 7 Tage "Single" war, sagte ich ihm, dass er nicht fragen solle. Ich müsse noch darüber schlafen und er solle mich doch bitte Morgen fragen. Dies tat er auch. Natürlich war meine Antwort "Ja".

    Dann kam es aber dazu, dass ich vermehrt des Nachts schweißgebadet aufgewacht bin, auf die Toilette kriechen musste (Auf allen vieren), kaum noch laufen konnte und anbei wegen des Sturzes noch eine Zahnwurzelentzündung bekommen habe. Wir verblieben erst dabei, dass ich, sobald ich wieder in Deutschland bin, zum Arzt gehe und mich durchchecken lasse. Soweit ist es aber nicht gekommen. Am geplanten Abreisetag war es letztlich so schlimm geworden, das wir ins Krankenhaus fahren mussten. Dort wurde mir Blut abgenommen und kaum eine Stunde kam die Botschaft, dass ich in Lebensgefahr schwebe und definitiv im Spital (Schweiz: Krankenhaus) bleiben müsse. Vordiagnose: Krebs, Anämie oder Knochenmarkschädigung. Ich wurde auf die Station in ein Quarantänezimmer gebracht - Er blieb bei mir. Die ganze Nacht. Am nächsten Tag wurde eine Knochenmarkspunktion gemacht. 2 Tage später kam dann die Diagnose, "Sehr schwere aplastische Anämie". Erst war ich froh das es kein Krebs war, doch schnell wurde mir bewusst, dass meine Krankheit um ein vielfaches schlimmer ist. Ich brach in den Armen meines Freundes zusammen und lies den Tränen freien Lauf. Er versprach mir dort, dass er deswegen nun nicht kneifen würde, immer bei mir seien wurde und das mit mir durchstehen will. Das rechnete ich ihm damals, so auch heute teilweise, sehr hoch an. Er blieb jede Nacht bei mir im Krankenhaus - Und sonst auch jede freie Minute.

    Mitte März wurde ich dann nach Deutschland verlegt, damit meine Behandlung richtig anfangen kann. Überraschender Weise nahm er sich für die kommende Woche Urlaub und besuchte mich in Deutschland. Es war eine recht schöne Zeit. Als er dann wieder fahren musste, wollte er erst gar nicht in den Zug steigen und hier bei mir bleiben. Das war aus logischer Sicht aber nicht möglich. Es wäre absurd gewesen. Doch eine Woche später zog er dann in meine Wohnung. Es eskalierte zwischen ihm und seinem Stiefvater so sehr, dass sie sich prügelten und seine Mutter ihn raus geworfen hat. Damit er dann nicht auf der Straße gelandet wäre, bot ich ihm halt an in meine Wohnung zu ziehen.

    Mit den Behörden wurde alles geregelt und er war dann einfach da. Besuchte mich jeden und vor allem den ganzen Tag im Krankenhaus und schlief Abends mit mir am Telefon ein. Es gab praktisch nur noch ihn und mich - sonst niemanden. Als ich dann aber aus dem Krankenhaus entlassen wurde, fand ich per Zufall einige prekäre Dinge heraus. Er hatte sich in einem Sexchat angemeldet, verschickte dort Fotos von seinem erigiertem Penis, begutachtete dort Fotos von nackten Männern und schrieb dort anstößig mit ihnen. Er war auch auf einer Speeddating-Seite registriert, die er aber nicht nutze da sie kostenpflichtig war / ist.

    Als ich ihn darauf angesprochen habe, brach er in Tränen aus und flehte das ich ihn nicht verlassen solle. Er habe sich ja mit niemandem getroffen etc.. Allerdings war dies schon ein Vertrauensbruch der besonderen Art und vor allem hat er mich hintergangen. Verlassen habe ich ihn aber nicht, da ich mir 100% sicher bin, dass er mich mehr als alles andere liebt. Was er mir auch im Moment irgendwie beweist. Dazu später mehr. Als ich dann wieder ins Krankenhaus musste, habe ich ihn getestet. Ich legte ein Fakeprofil auf Facebook an und trat mit ihm in Kontakt. Als homosexueller Mann der reges Interesse an ihm habe. Letztlich kam es dazu, dass er sich überlegte mit diesem Kerl etwas trinken zu gehen und ihm sogar seine Handynummer (Obwohl eine Vereinbarung bestand das wir dies nicht tun!) heraus. Natürlich war dies dann vorerst wieder ein Tiefpunkt in der Beziehung und er sah ein, dass er das Vertrauen nun zu 100% zerstört hat und das es nun Zeit brauche, bis es wieder da ist. So habe ich in alle erdenklichen Geräte Passwörter eingebaut und ihm gesagt, dass das Privileg, etwas alleine zu unternehmen, bis das Vertrauen wieder da ist, vorerst nicht existend ist. Was er allerdings auch teilweise versteht.

    Es kam dann allerdings soweit, dass wir uns Mitte Oktober so heftig gezofft haben, dass ich ihn aus meiner Wohnung schmiss, ihn aber nach 10 Minuten wieder zurückholte. Als ich dann am nächsten Morgen aufwachte, war er weg und auch seine Sachen. Er fuhr zu seiner Mutter in die Schweiz und hoffte dort einige Tage unterzukommen. Es war ein Stich ins Herz. Er war einfach weg, ohne ein Wort ohne alles. Ich fand heraus, dass er sich dann am selben Abend noch mit jemandem zum Sex treffen wollte, es allerdings nicht tat, weil wir noch zusammen waren. Was mir natürlich in diesem Moment noch viel mehr zugesetzt hat.

    Allerdings kam er dann nach einer Woche wieder zu mir nach Deutschland, damit wir reden könnten und noch eine gute Lösung für das alles finden können. Die Lösung war, dass ich mit ihm in die Schweiz komme, mich aber alle für bescheuert erklärt haben, dass ich ihm nach alledem noch eine Chance gebe. Aber so tickt leider die Liebe. Zumindest bei mir. Nerven aus Drahtseilen.

    Nunja. Ich musste hier in der Schweiz sofort wieder ins Krankenhaus, da ich am ganzen Körper Schwellungen bekommen habe und diese Operativ entfernt werden mussten. Ich lag insgesamt 23 Tage im Krankenhaus und mein Freund lud all seinen Schitt, obwohl ich operiert wurde und den ganzen Tag zusätzlich noch unter "Drogen" stand, auf mir ab. Er behandelte mich eigentlich ziemlich mies. Ich habe es allerdings so hingenommen, da er wegen der momentanen Situation sehr unter Druck steht. Er muss ziemlich schnell eine Wohnung finden, da er im Moment kein Dach über dem Kopf hat und immer wieder bei Freunden wohnt. Seit dem 23.11.2011 ziehe ich nun mit ihm von Freund zu Freund und er sucht eine Wohnung.

    Das Problem an der ganzen Geschichte ist, dass ich ziemlich vorbelastet bin was ihn angeht und wir uns im Moment nur streiten und der Rest einfach auf der Strecke bleibt. Ich wage langsam zu bezweifeln das Liebe allein das kippen wird und erfrage deshalb hier im Forum ein paar Tipps wie ich was retten kann und was ich sonst nicht noch tun könnte.

    Ich weiß, wir sind ziemlich schnell zusammengekommen, doch es fühlte sich einfach richtig an. Ist auch eine Premiere für mich.. Doch er liegt mir sehr am Herzen..

  2. #2
    Reak

    Standard

    Erstmal mein aufrichtiges Mitgefühl zu Deiner gesundheitlichen Situation.Hoffe das Du bald wieder gesund wirst, oder zumindest sich Dein Zustand, in nächster Zeit ,erheblich verbessert.

    Zu Deinem Beziehungsproblem:

    Offensichtlich scheint es so daß Dein Freund ein Defizit hat was Sex betrifft.Auf der einen Seite ist er für Dich da in dieser schweren Zeit, auf der anderen Seite sucht er aber gezielt nach sexuellen Kontakten zu anderen Männern, wenn Du nicht bei ihm bist.

    Dafür gibt es keine entschuldigung.Er hat eindeutig eine andere Wertevorstellung was Eure Beziehung an geht als Du.Sein Handeln, sein Verhalten Dir gegenüber erfordert es das Du die Beziehung ebenfalls neu bewertest.

    Ich weiß, wir sind ziemlich schnell zusammengekommen, doch es fühlte sich einfach richtig an. Ist auch eine Premiere für mich.. Doch er liegt mir sehr am Herzen..
    ...das er weiß.Wenn ich ehrlich bin glaube ich nicht das es ihm nicht ernst genug ist, Du bist für ihn eine Konstante: Treu, gewährst im Asyl etc.

    Was ich Dir rate ist, das Du Deinen Kuschel-Kurs beendest.Wenn er Dich schlecht behandelt, stoße ihn von Dir weg.Es ist offensichtlich das Du Dich in den Strudel begibst das er Dich irgendwann komplett bricht.Du solltest aufhören Kompromisse mit Dir selbst einzugehen.

    Fazit: Wie wichtig Du für ihn wirklich bist, wirst Du nur erfahren wenn Du klare Grenzen setzt, werden die wiederholt nicht eingehalten,solltest Du über mögliche Konsequenzen nachdenken.Sich an schöne Zeiten zu erinnern gibt Kraft, auch seine Unterstützung sind sicherlich Faktoren an denen Du festhälst.Noch reicht es um die Hoffnung nicht aufzugeben, aber längerfristig wird es irreparabel.

    Rede mit ihm, und sage ihm deutlich das es so nicht weitergehen kann.Nimm ihn mit in die Verantwortung und fordere auch von ihm Lösungsvorschläge.Frage ihn wie er eure Beziehung bewertet und sich in Zukunft vorstellt.Eventuell habt ihr gemeisame Kritik Punkte und könnt sie lösen.Nur gemeinsam könnt ihr das lösen, und retten...
    "Die Wahrheit ist wie ein nasses Handtuch, Dir selbst nützt sie manchmal garnicht, aber Du kannst sie jemanden um die Ohren hauen..."


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