Auch Freundschaft ist Liebe.
Eine ganz besondere Art der Liebe!
Heute, vor drei Jahren, verloren wir unseren besten Freund.
Er ging, weil er es so wollte.
Immer sagte er, dass wir, er, mein Mann und ich, ein Kleeblatt sind.
Wir nahmen einander an, so wie wir sind, kein Verstellen, nichts Künstliches.
Ja, wir kannten seine düsteren Gedanken, Ängste und Zweifel.
Und doch hielten wir ihn für den Stärksten von uns Dreien, erkannten nicht, wie tief die Verzweiflung tatsächlich in ihm war.
An dem Tag, an dem er sich das Leben nahm, war er für niemanden erreichbar.
Dann der Morgen danach.
Sein Vater fand ihn, auf dem Dachboden.
Erhängt.
Seine Schwester sagte uns, wie fassungslos sie seinen Gesichtsausdruck noch immer vor sich sieht.
Entspannt, fast zufrieden wirkte er.
Er hinterließ uns viele Zeichen, einer Schnitzeljagd gleich, die wir aber nicht richtig verstanden, denn bis heute fanden wir nicht das, auf das er uns hinweisen wollte.
All die Selbstvorwürfe in uns, es nicht erkannt, nicht verhindert zu haben, betäubten wir, indem wir versuchten, die Familie, den Vater und die Geschwister zu unterstützen, unserem Freund eine würdige Bestattung geben zu können.
Das Gefühl des Vermissens, versagt zu haben, ihm nicht gut genug ein Freund gewesen zu sein, nagt bis heute in uns.
Durch den Tod unseres Freundes, fanden soviele Menschen, die ihn ebenfalls liebten, jedoch kaum noch Kontakt untereinander hatten, wieder zusammen, trauerten gemeinsam, hielten einander fest.
All diese Menschen, die nun erst erkannten, wie wenig dazugehört hätte, sich öfter zu sehen, miteinander zu reden, die erst den Freund verlieren mussten, um zu erkennen, wo man Freunde hat.
Mein Mann und ich, die kümmerlichen Reste des Kleeblatts, gaben einander Halt, klammerten uns verzweifelt aneinander.
Das Band zwischen uns wurde stärker und stärker, aus uns wurde ein Paar.
Endlich erkannten wir auch, wovon wir uns lösen mussten, trennten uns von denen, die uns schadeten und bauten auf eine gemeinsame Zukunft.
Nebenan liegt unsere kleine Tochter.
Fast ein Jahr alt ist sie nun.
Und in mir tobt unsere Tochter, die in wenigen Monaten geboren wird.
Ich sehe den Ring an meinem Finger.
Meinen Ehering.
Und ich weiss, so glücklich mich diese Kinder machen, die Wandlung, die mein Leben genommen hat, durch das Wachrütteln nach dem Tod des Freundes, so sehr möchte ich weinen, da der Preis dafür so hoch war.
Es kostete das Leben eines besonders wertvollen Menschen, unseres besten Freundes.
Wir vermissen Dich so sehr!
Was gäben wir dafür, Dich an unserer Seite zu haben, Dir unsere Kinder in die Arme legen zu können und Dir einfach nur zu sagen:
"Danke! Danke, dass Du unser Freund warst, immer sein wirst und uns die Augen geöffnet hast. Danke, dass wir Dich kennenlernen durften! Danke, dass wir ein Kleeblatt sein durften!"
Wunderschön geschrieben, hab glatt angefangen zu weinen...
Mein herzliches Beileid. Ich habe im März vor 4 Jahren meinen besten Freund verloren. Der grosse Unterschied: Er wollte leben!!! Er hatte Leukämie und hat fast ein Jahr wie ein Löwe für sein Leben gekämpft und doch verloren. Ich werde den Tag nie vergessen, an dem er, umgeben von Schläuchen und Monitoren seinen letzten Atemzug getan hat und so friedlich dalag, als hätten ihn die Engel höchstpersönlich in den Himmel geholt.
Mein Freund ist zwar nicht mehr körperlich bei mir, aber er ist es in meinen Gedanken, in meinem Herzen und manchmal habe ich wirklich das Gefühl, er steht genau neben mir... Ich bin mir sicher, dass er mein Schutzengel ist und das er auf mich aufpasst, und auch wenn es auch nur der Glaube daran ist, es hilft.
Ich vermisse ihn unendlich, ich hätte ihm so viel zu erzählen, ich bräuchte ihn so oft. Wir hatten nicht genug Zeit miteinander. Aber Gott hat beschlossen, Ihn zu sich zu holen. Auch wenn ich es anfangs nicht verstanden habe, so bin ich doch mittlerweile soweit, dass ich es akzeptiere. Ich muss es akzeptieren, sonst würde ich daran zerbrechen...
Ich denke, für die, die hier zurückbleiben, ist es am schwersten.
Unser Freund muss es von langer Hand geplant haben.
Im Nachhinein begriffen wir viele seiner Handlungen, in den letzten Wochen.
Er versuchte Fehler auszubügeln, die er seiner Meinung nach begangen hatte, versöhnte sich mit Menschen, mit denen er im Streit lag...
Seine Mutter war im Jahr zuvor gestorben, zu Hause, er war bis zuletzt bei ihr.
Darüber kam er nich hinweg.
Dann wollte die Bank dem Vater das Haus wegnehmen.
Er selbst war ein Eigenbrötler, jemand, der sich manchmal einfach Tage oder Woche zurückzog.
Aber all die Eigenschaften, die andere an ihm nicht verstanden und verurteilten, machten ihn gerade zu dem, was er war.
Wir haben auch oft das Gefühl, ihn zu spüren und es gab schon einige sehr merkwürdige Situationen, die wir getrennt voneinander erlebt haben, wo wir uns fast sicher waren, dass er da war.
Noch heute höre ich den Klang seiner Stimme, wenn er am Telefon war, sehe ihn auf seinem Sessel chillen...
Ich erzähle manchmal unserer Kleinen von ihm, denn ich möchte, dass sie, auch ohne ihn kennengelernt zu haben, weiß, wer er war.
Letztes Jahr zogen wir um.
Das Haus zu verlassen und in unser jetziges Haus zu ziehen, fiel mir nicht schwer.
Nur die Erinnerungen zurückzulassen...
Er hat damals alles so akriebisch renoviert.
Im Putz, im Wohnzimmer, versteckten wir einen Glückspfennig.
Ich konnte ihn nicht mehr herausholen.
All das, was er dort mit seinen Händen schuf, musste ich zurücklassen.
Und doch habe ich das Gefühl, er befürwortete es, dass wir dort ausgezogen sind.
Ich habe dieses Thema eröffnet, weil ich glaube, es entgeht uns manchmal, wie kostbar ein Mensch ist, den man liebt, solange er da ist.
Warum wird uns der Wert dieses Freundes erst so richtig bewusst, wenn er dann nicht mehr da ist?